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Lauri Love vor einer Gerichtsverhandlung
Lauri Love vor einer Gerichtsverhandlung (Bild: Carl Court/Getty Images)

Lauri Love: Love gegen die Vereinigten Staaten von Amerika

Lauri Love vor einer Gerichtsverhandlung
Lauri Love vor einer Gerichtsverhandlung (Bild: Carl Court/Getty Images)

Der Anonymous-Aktivist und Hacker Lauri Love soll an die USA ausgeliefert werden. Dort drohen ihm wegen des unberechtigten Veränderns von Webseiten und Hacking fast 100 Jahre Haft. Wenn wir Lauri nicht retten können, können wir uns auch nicht selbst retten, warnen Aktivisten.

Der britische Hacker Lauri Love kämpft derzeit mit den britischen Gerichten und dem US-Justizsystem gegen die Auslieferung an die USA. Love wird beschuldigt, sich in die Systeme der Nasa, die US-Zentralbank Federal Reserve, die US-Armee und die Umweltbehörde gehackt zu haben. Gegen Love liegen gleich drei Auslieferungsanträge vor, ihm soll wegen Verstößen gegen den repressiven Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) der Prozess gemacht werden. Konkret geht es wohl um die Beteiligung an der Anonymous-Operation "Last Resort" im Jahr 2013, wie Unterstützer und Lauri Love selbst auf dem Chaos Communication Congress 33C3 in Hamburg berichteten.

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Love war bereits für mehrere Monate in einem britischen Gefängnis, wurde aber aus Mangel an Beweisen auf Bewährung auf freien Fuß gesetzt. Nach Ablauf der Bewährungsfrist wurde er erneut vorläufig festgenommen und ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Seine Anwälte von der Courage Foundation kritisieren, dass bis heute keine stichhaltigen Beweise gegen ihn vorgelegt worden seien.

In Großbritannien sollte Love im Laufe des Verfahrens die Passwörter für seine beschlagnahmten Geräte herausgeben, er weigerte sich aber. Dafür kann in Großbritannien eine Strafe von bis zu zwei Jahren verhängt werden. Die noch größere Gefahr würde aber wohl nach einer erfolgreichen Auslieferung an die USA drohen.

Der CFAA wird häufig gegen Hacker eingesetzt

Der Computer Fraud and Abuse Act wird in den USA immer wieder genutzt, um drastische Haftstrafen für Hacker zu fordern. Die Whistleblowerin Chelsea Manning wurde unter anderem deshalb verurteilt, weil sie das Kommandozeilentool wget "irregulär" genutzt haben soll, um Dokumente herunterzuladen. Auch gegen den Hacker und Aktivisten Aaron Swartz wurde nach dem Computer Fraud and Abuse Act ermittelt, ihm hätte ebenfalls eine lange Haftstrafe gedroht. Swartz nahm sich vor einer möglichen Verurteilung das Leben.

Rache für Aaron

Love war im Jahr 2013 in verschiedene Aktivitäten des zivilen Ungehorsams im Rahmen von Anonymous und dem Lulzsec-Kollektiv involviert. Im Rahmen der Operation wurden unter anderem die privaten Daten zahlreicher Banker auf unberechtigt veränderten Seiten von US-Regierungsbehörden - per sogenanntem Defacement. Damit sollte der Tod des Netzaktivisten Aaron Swartz gerächt werden. Nach Angaben der Aktivisten hat die US-Regierung bislang keine Beweise für die Vorwürfe vorgelegt.

Lauri Love leidet seit vielen Jahren an Depressionen, außerdem wurde bei ihm das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Seine Unterstützer argumentieren, dass er in den USA kein adäquates Unterstützungssystem vorfinde und eine große Gefahr bestehe, dass Love sich das Leben nehmen werde. Tatsächlich wurde der Whistleblowerin Chelsea Manning nach einem Suizidversuch keine medizinische Behandlung, sondern eine weitere Verschärfung der ohnehin harschen Haftbedingungen im Militärgefängnis zuteil.

'Wenn wir Lauri nicht retten, können wir uns nicht retten' 

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Anonymer Nutzer 18. Jan 2017

Studier Jura und wühl nicht selektiv im StGB, das bringt nur Unfug hervor ;-) § 145d StGB...

bombinho 13. Jan 2017

Nunja, bis jetzt gilt immer noch "Im Zweifel fuer den Angeklagten.". Wenn ich mich nicht...

luarix 10. Jan 2017

Strafen von bis zu 100 Jahren Haft für derartige Taten sind eines zivilisierten Landes...

slemme 10. Jan 2017

Da kann ich dir nur zustimmen, was da seit 9/11 alles möglich ist, ist teilweise doch...

zilti 09. Jan 2017

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