Launcher One: Erster Startversuch der Rakete vom Flugzeug missglückt

Flüge in den Weltraum sind schwer. Wenn die Rakete von einem Flugzeug startet um so mehr. Warum betreibt Virgin Orbit diesen Aufwand?

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Bild von einem Test des Abwurfs der Rakete mit einem Simulator, parallel zum Horizont gedreht.
Bild von einem Test des Abwurfs der Rakete mit einem Simulator, parallel zum Horizont gedreht. (Bild: Virgin Orbit)

Das private Raumfahrtunternehmen Virgin Orbit ist mit seinem ersten Raketenstart von einem Flugzeug gescheitert. Die Rakete Launcher One erlebte "früh in der ersten Flugphase Anomalien", wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Dabei seien aber eine Menge Daten gesammelt worden, die nun analysiert würden. Der nächste Test solle bald erfolgen.

Inhalt:
  1. Launcher One: Erster Startversuch der Rakete vom Flugzeug missglückt
  2. Was ein Raketenstart vom Flugzeug bringt

Die Launcher One soll für einen Preis von 12 Millionen US-Dollar bis zu 500 Kilogramm schwere Nutzlasten in einen niedrigen Erdorbit bringen können. Space-X-Chef Elon Musk sprach der Firma sein Bedauern aus. Er erinnerte daran, dass SpaceX vier Versuche bis zum ersten erfolgreichen Flug der Falcon 1 benötigte.

"Mission sicher beendet"

Um 20:56 Uhr Mitteleuropäischer Zeit war Montag eine Boeing 747 mit dem Namen Cosmic Girl am Mojave Flug- und Weltraumhafen in Kalifornien abgehoben. Die Fracht des Jumbojets war die 30 Tonnen schwere Rakete von Virgin Orbit, montiert unter einem der Flügel. Nach einer Reihe von erfolgreich absolvierten Flugtests standen nun der Abwurf und ein Testflug Richtung Weltall an.

Der Testflug wurde nicht live übertragen, nur über Social Media gab es kurze Updates in Textform. 54 Minuten nach dem Start befand sich das Flugzeug über dem Pazifischen Ozean, bereit für den Abwurf. Das Resultat kam um 21:53 Uhr auf Twitter: "Wir bestätigen eine saubere Trennung vom Flugzeug. Allerdings wurde die Mission kurz nach dem Start beendet. Cosmic Girl und die Crew sind sicher und kehren zurück."

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Ein Bild vom Start mit gezündetem Triebwerk wurde erst Stunden später in einer Pressemitteilung veröffentlicht.

Nach der sicheren Rückkehr des Flugzeugs bestätigte das Unternehmen, dass die Abtrennung der Rakete gut verlief und auch das Triebwerk der ersten Stufe zündete. Es wurden keine Details dazu bekanntgegeben, was den Flug kurz danach beendete. Gegenüber Space News sagte Virgin Orbit Chef Dan Hart, dass das Triebwerk "eine handvoll Sekunden" lief, bis ein bislang unbekannten Fehler auftrat.

Launcher One ist eine fast ganz normale Rakete

Abgesehen davon, dass die Rakete zum Start von einem Flugzeug fallengelassen wird, ist Launcher One eine konventionelle Rakete. Anders als die Pegasus von Orbital Sciences, die bislang einzige andere Rakete, die von einem Flugzeug aus startete, hat Launcher One keine Flügel. Der zusätzliche Auftrieb brachte der Pegasus zwar einen kleinen Vorteil, aber die zusätzliche Masse und der Luftwiderstand wogen ihn fast wieder auf. Launcher One ist wesentlich leichter gebaut und hätte mit nur zwei Raketenstufen im Endeffekt einen großen Nachteil.

Ansonsten ist Launcher One in Form, Funktion, Masse und Technik sogar weitgehend mit der alten Falcon 1 von SpaceX vergleichbar, auch wenn der Start doppelt so viel kostet. Die beiden Raketenstufen werden mit Kerosin und flüssigem Sauerstoff betrieben. Die erste Stufe verwendet eine Turbopumpe um den Treibstoff in die Brennkammer zu befördern, die zweite Stufe verwendet dafür Helium unter hohem Druck.

Der Start vom Flugzeug bringt trotz hohen Aufwands eine Reihe von Vorteilen mit sich.

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Was ein Raketenstart vom Flugzeug bringt 
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