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Lastwagengruppe: China testet mobile elektromagnetische Drohnenkatapulte

Aufnahmen aus einer chinesischen Werft zeigen ein mobiles elektromagnetisches Katapultsystem für Drohnen , auf einem LKW montiert.
/ Andreas Donath
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LKW-Anhänger mit Katapult und Drohne (Bild: Chinesisches Internet/TWZ)
LKW-Anhänger mit Katapult und Drohne Bild: Chinesisches Internet/TWZ

China scheint mobile Drohnenkatapulte zu bauen, die per elektromagnetischer Kraft arbeiten und auf LKW montiert sind. Ein solches Exemplar wurde auf dem Hudong-Zhonghua-Gelände in Shanghai fotografiert, wie The War Zone berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Die Bilder, die seit vergangener Woche online kursieren, zeigen mindestens drei achtachsige Lastwagenanhänger mit ungewöhnlicher Konfiguration. Die Anhänger sind offenbar dafür konstruiert, verbunden zu werden und eine durchgehende ebene Fläche zu bilden. Auf dem hinteren Lkw-Anhänger sitzt ein Drohnenprototyp, dessen Bugrad wohl in einem Katapultschlitten fixiert ist. Wie das System mit Strom versorgt wird, ist nicht erkennbar.

Über jedem Anhängerrad sind radzylindrische Trommeln angebracht, die Teil eines selbstnivellierenden Federungssystems sein könnten, um die einzelnen Teile der Startbahn miteinander zu verbinden.

Entwicklung mobiler Starttechnologie

Satellitenbilder von Planet Labs vom 28. Dezember 2025 zeigen vier Lkw, die an einem Pier der Werft aufgereiht stehen. Trotz niedriger Auflösung trägt ein Fahrzeug eindeutig eine Drohne. Mehrere weitere Drohnenprototypen sind an anderen Stellen des Piers zu sehen.

Das chinesische Unternehmen Tiantao Technology hatte laut The War Zone im August 2025 Pläne für ein modulares elektromagnetisches Katapultsystem vorgestellt. Das Konzept beinhaltet zehnachsige Segmente, die einige Designelemente mit den nun fotografierten Lkw von Hudong-Zhonghua gemeinsam haben, obwohl deutliche Unterschiede bestehen. Die achtachsige Version könnte eine frühere Entwicklungsphase darstellen.

Nach Angaben von Tiantao Technology soll das System Fluggeräte bis 2,2 Tonnen handhaben können. Das Unternehmen gibt an, die Gesamtlänge der Startstrecke könne je nach Anforderung zwischen 20 und 60 Metern liegen. Chinas amphibisches Angriffsschiff Sichuan Typ 076 verfügt ebenfalls über ein elektromagnetisches Katapult.

Die elektromagnetische Katapulttechnologie bietet Vorteile gegenüber dampfbetriebenen Lösungen, darunter schnellere Rücksetzzeiten zwischen den einzelnen Starts und eine präzisere Kraftverteilung. Ein bodengestütztes System wäre besonders für Inseloperationen im Pazifikraum relevant. Die Inseln könnten dann als unsinkbare Flugzeugträger verwendet werden, ohne dass verwundbare Start- und Landebahnen erforderlich sind.

Das Konzept weist Parallelen zu historischen Entwicklungen auf. Das U.S. Marine Corps betrieb während des Vietnamkriegs das Short Airfield for Tactical Support(öffnet im neuen Fenster) -System, das trägertypische Katapulte und Fanghaken auf dem Land ermöglichte.

Das Short Airfield for Tactical Support-System geht auf Versuche mit Holzplanken im Zweiten Weltkrieg und perforierten Stahlmatten im Koreakrieg zurück. Kernstück der SATS-Anlage ist die AM-2-Matte, ein 3,8 cm dickes Aluminiumpanel mit rutschfester Beschichtung, das im Ziegelsteinmuster verlegt wird. Die Matten werden auf Paletten angeliefert und können mit Gabelstaplern verlegt werden, wobei im Vietnamkrieg nur eine Crew von 16 Mann erforderlich war.


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