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Lastenrad: Wende beim Babboe-Rückruf

Bekommen Tausende Babboe-Kunden wegen gefährlicher Lastenräder doch einen Schadenersatz?
/ Andreas Donath
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Babboe-Lastenrad (Bild: Babboe)
Babboe-Lastenrad Bild: Babboe

Die niederländische Lastenradhersteller Babboe, eine Tochter des Fahrradkonzerns Accell, hat nach monatelangen Verhandlungen eine Entscheidung getroffen: Tausende Kunden, deren Fahrzeuge wegen möglicher Rahmenbrüche zurückgerufen wurden , können mit finanziellen Entschädigungen rechnen, berichtet der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) .

Die Vereinbarung wurde mit der niederländischen Behörde für Verbraucher und Märkte (ACM) getroffen, nachdem zahlreiche Kunden Beschwerden eingereicht hatten. Ab Ende Januar 2025 sollen sich Betroffene bei Babboe registrieren können, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Ob das auch für Deutschland gilt, ist noch offen.

Der Umfang der Entschädigung blieb zunächst unklar, hängt aber voraussichtlich vom Alter der Fahrräder ab.

Klage weiterhin nicht vom Tisch

Die Kanzlei Birkway, die 14.000 geschädigte Kunden vertritt, zeigte sich skeptisch. Anwalt Quirijn Bongaerts betonte die Unklarheit vieler Aspekte des Entschädigungsangebots und forderte ein effizientes Auszahlungsverfahren.

Die kürzlich gegründete Stiftung sicheres Lastenrad wird als repräsentative Organisation die Interessen der betroffenen Kunden vertreten. Eine Klage bleibt weiterhin eine Option, sollte keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden.

Finanzielle Auswirkungen und neue Probleme

Die Krise hat bereits tiefe Spuren in der Konzernbilanz hinterlassen. Accell verzeichnete 2023 einen Nettoverlust von 390 Millionen Euro bei einem Umsatzrückgang von zehn Prozent auf 1,294 Milliarden Euro.

Zusätzlich zur Babboe-Problematik startete auch die Konzernschwester Carqon einen Rückruf. Bei Lastenrad-Modellen, die vor März 2023 hergestellt wurden(öffnet im neuen Fenster) , könnten sich Befestigungsschrauben der Lenkrolle lösen und das Lenkrohr Risse aufweisen.

Währenddessen schreitet die Restrukturierung des Konzerns voran. Ein Schuldenschnitt soll die Verbindlichkeiten von 1,4 Milliarden auf 800 Millionen Euro reduzieren. Gleichzeitig plant Accell die Zuführung von 235 Millionen Euro neuem Kapital.


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