Laserwaffe: Royal Navy setzt Dragonfire auf Kriegsschiffen ein
Im März 2026 hat der britische Verteidigungsstaatsminister Vernon Coaker bekanntgegeben, dass das Dragonfire-Programm vorgezogen wird, wie Army Recognition berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Statt in den frühen 2030er Jahren sollen die ersten Systeme bereits 2027 auf Typ-45-Zerstörern der Royal Navy installiert sein. Der Hersteller MBDA erhielt bereits im November 2025 einen Produktionsauftrag für die ersten zwei Einheiten.
Laser statt Munition
Dragonfire ist ein 50-kW-Faserlaser, entwickelt von MBDA UK, Leonardo UK(öffnet im neuen Fenster) , Qinetiq und dem Defence Science and Technology Laboratory. Das System bündelt mehrere Laserquellen zu einem einzigen Strahl und richtet ihn über einen stabilisierten Turm mit adaptiver Optik auf Ziele. Bei Tests auf den Hebriden traf der Laser eine Britische Pfundmünze auf einen Kilometer Entfernung. Als Energiequelle dient die Schiffsstromversorgung, kinetische Munition braucht es nicht.
Kosten schlagen Raketeneinsatz
Ein Dragonfire-Abschuss kostet rund zehn Pfund (11,46 Euro) an Strom. Eine Aster-Rakete, die derzeit Drohnen und Projektile abwehrt, kann Hunderttausende Pfund kosten. Die Royal Navy sieht in Dragonfire ein Mittel gegen Massenangriffe billiger Drohnen, ohne dabei teure Raketenvorräte verbrauchen zu müssen. Das Programm ist auf bis zu 200 Millionen Pfund veranschlagt und soll bis 2027 für die Ausrüstung von vier Schiffen dienen. Anwendungen für gepanzerte Fahrzeuge und das künftige GCAP-Kampfflugzeug sind bereits in der Entwicklung.
Dragonfire reiht sich ein in eine wachsende Klasse von militärischen Laserwaffen. Das US-Militär setzt das Helios-System(öffnet im neuen Fenster) ein und plant, einen Laser der 300-kW-Klasse auf einem Zerstörer zu testen. Der israelische Iron Beam(öffnet im neuen Fenster) und das US-amerikanische Odin(öffnet im neuen Fenster) sind ebenfalls in der Entwicklung. Wenn die Technologie ausgereift ist, wird die gerichtete Energie voraussichtlich einen großen Einfluss auf die Verteidigungsfähigkeit haben.