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Focused Energy: Mit Laserfusion auf anderem Weg zur Kernfusion

Mit einem eigenen Ansatz will Focused Energy Kernfusion nutzbar machen. Die Idee ist einleuchtend, die technischen sind gewaltig. Golem hat nachgefragt.
/ Mario Petzold
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Die Reaktorblöcke des AKWs Biblis sollen für das Fusionskraftwerk (hier als Computergrafik) weitergenutzt werden. (Bild: Focused Energy)
Die Reaktorblöcke des AKWs Biblis sollen für das Fusionskraftwerk (hier als Computergrafik) weitergenutzt werden. Bild: Focused Energy
Inhalt
  1. Focused Energy: Mit Laserfusion auf anderem Weg zur Kernfusion
  2. Laserfusion muss große Sprünge machen
  3. Eine Laserindustrie braucht das Land
  4. Laserfusion hat entscheidende Vorteile
  5. Spannende Aussicht, in Jahrzehnten

Markus Roth(öffnet im neuen Fenster), Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter des Fusions-Startups Focused Energy, sitzt vor den beiden Reaktorkuppeln des AKWs Biblis südlich von Darmstadt. Dazwischen und dahinter sind neue Gebäude zu erkennen, in denen sich Lasertechnik im Wert von mehreren Milliarden Euro befindet.

Noch ist das nur eine Computergrafik und bis auf die beiden Reaktorgebäude existiert alles lediglich in Form eines Entwurfs – die Laser, die einmal zum Einsatz kommen sollen, sind noch nicht einmal entwickelt. Aber eines will Roth, der zudem Professor für Laser- und Plasmaphysik an der TU Darmstadt und Berater am Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Kalifornien ist, zu Beginn des Gesprächs mit Golem klarstellen: Anders als die Fusion mit magnetischem Einschluss hat die laserbasierte Trägheitsfusion in Experimenten bereits bewiesen, dass sich damit ein Energieüberschuss erzeugen lässt.

Ein Experiment schürt Erwartungen

Er bezieht sich auf Versuche an der National Ignition Facility (NIF), einem Teil des LLNL, das ursprünglich der Erforschung der Explosionsmuster von Wasserstoffbomben diente. Mit Laserstrahlen, konzentriert auf einen Punkt, ließ sich ein unter Druck stehendes Gemisch aus Deuterium und Tritium in einer Kapsel zur Fusion anregen.

Die beiden Wasserstoffisotope, die auch in geplanten Kernfusionsreaktoren wie Iter in Südfrankreich zum Einsatz kommen sollen, setzten dabei 50 Prozent mehr Energie frei, als durch das Laserlicht eingestrahlt wurde. Der Haken: Hundertmal mehr Energie war nötig, um die Laser überhaupt anzutreiben.

Hinzu kommt, dass der gigantische Aufbau einen Energieüberschuss von lediglich 1 Megajoule produzierte, umgerechnet 0,3 Kilowattstunden (kWh). Große konventionelle Kraftwerke können etwa 20 Millionen kWh pro Tag einspeisen, genug für 2 Millionen Haushalte.


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