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Spannende Aussicht, in Jahrzehnten

Tatsächlich könnte die größere Distanz zwischen der sensiblen Technik und der Kernfusion ein entscheidender Vorteil sein. Ohne den magnetischen Einschluss dürfte auch die Umwandlung der freigesetzten Wärme etwas einfacher gelingen.

Wie die mit Deuterium und Tritium befüllten Targets sicher an ihr Ziel kommen, noch dazu 36.000 Stück pro Stunde, wie die Lasertechnik aussehen soll und wie sich die Strahlung auf die Technik auswirkt, bleibt dagegen völlig offen.

Bei der verursachten Radioaktivität hofft Markus Roth hingegen auf die Akzeptanz der Bevölkerung. Nach dem Abenteuer Kernspaltung, für deren Abfälle Endlager gesucht werden müssen, die zumindest die nächste Million Jahre überdauern sollen, ist die Entstehung von Abfall, dessen Strahlung nach 100 Jahren größtenteils abgeklungen ist, in der Tat besser zu vermitteln.

2050 könnte das erste Laserfusionskraftwerk starten

Und die Kernfusion hat ihren ganz eigenen Reiz, vielleicht noch mehr, wenn ein gänzlich anderer Ansatz in Form der Laserfusion in Angriff genommen wird. Zumal die Aussicht, dass die deutsche Industrie in einem völlig neuen Bereich eine entscheidende Rolle einnehmen könnte, sicher nicht die schlechteste ist.

Effiziente und leistungsstarke Laser hätten zudem sicher noch die eine oder andere Verwendungsmöglichkeit. Gut, dass die Unternehmen, die sie für Focused Energy entwickeln sollen, schon jetzt zu den Marktführern für optische Instrumente zählen.

Für die Energiewende wird die Trägheitsfusion aber wohl nicht rechtzeitig fertig. Bis 2050 soll die klimaneutrale Energieerzeugung realisiert sein, also genau dann, wenn im besten Fall das erste Laserfusionskraftwerk seinen Dienst aufnimmt.

Zentral, unflexibel, abhängig

Nicht zu vergessen ist, dass sich die jeweiligen Konzepte zur Stromerzeugung konträr gegenüberstehen. Photovoltaik, Wind oder Geothermie sind dezentral aufgebaut und entfalten erst in einem flexibilisierten, regelbaren Netz ihre volle Kraft.

Ein Fusionskraftwerk folgt der Logik der Großkraftwerke. Es speist ungeachtet des aktuellen Bedarfs Strom ein, erfordert riesige Investitionen an wenigen Standorten und benötigt einen stetigen Nachschub an Fusionsmaterial. Speichermöglichkeiten sind bei beiden Herangehensweisen nötig.

Über zusätzliche Energie aus Kernfusion, die das Stromnetz mit Grundlast versorgt und zum Exportgut taugt, dürfte sich aber sicherlich niemand beschweren. Dann spielt es auch keine Rolle, ob der magnetische Plasmaeinschluss im Tokamak beziehungsweise Stellarator sich durchsetzt oder aber die Laserfusion mit winzigen Targets und riesigen Lasern.


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