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Eine Laserindustrie braucht das Land

Zwei Jahre später, 2028, soll der Prototyp der benötigten Laser fertiggestellt sein. Wiederum zwei Jahre später müsste die Serienproduktion beginnen, denn der Bedarf ist hoch.

Ein Kernfusionskraftwerk würde nach den Plänen von Focused Energy etwa 1.200 dieser Laser benötigen. Optimistisch geschätzt, könnten etwa 100 Stück pro Jahr hergestellt werden. Mit einem verlässlichen Bedarf wäre die Herstellung aber auch für die Industrie attraktiv. Die Lasertechnik wäre später zudem ein heißer Kandidat, um zu einem wichtigen Exportgut zu werden.

Im ersten Versuchsreaktor sollen zu Anfang vier Laser genügen. Jedes Jahr soll die Anzahl steigen, und bei mindestens 48 Stück könnte mit den Fusionsexperimenten begonnen werden. Steigt die Zahl der Laser auf 200, was nach den derzeitigen Plänen ungefähr 2035 der Fall sein könnte, soll aus dem gesamten Prozess bereits Energie gewonnen werden können. An eine Stromeinspeisung ist dann aber noch längst nicht zu denken.

Biblis als idealer Standort

Stattfinden werden die Versuche im ehemaligen Kernkraftwerk Biblis. Ein erstes Gebäude auf dem Gelände wurde von Focused Energy bereits übernommen. Zwischen den beiden Reaktorkuppeln soll ein riesiger Maschinenraum entstehen. Die Maschinen sind in diesem Fall Laser und Optiken.

Biblis ist laut Markus Roth ein beinahe perfekter Ort für den ersten Versuchsreaktor, und das nicht nur, weil die Freisetzung von Neutronenstrahlung in einer kontaminierten Reaktorkuppel im Grunde unkritisch ist. Dank der beiden Kuppeln können die identischen Laser je nach Bedarf ausgerichtet werden.

Finden auf einer Seite Umbauarbeiten oder Messungen statt, können auf der anderen Seite dennoch Fusionsexperimente durchgeführt werden. Auf diese Weise sollen deutlich schneller wichtige Erfahrungen gesammelt werden, um mit der Anlage eines Tages tatsächlich Strom ins Netz einzuspeisen.


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