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Larry Page: "Google hat an Menschlichkeit verloren"

Google habe mit den Jahren die Menschlichkeit vernachlässigt, zieht Firmengründer und Chef Larry Page Bilanz. Page stellte auch das Verhältnis zu Steve Jobs anders dar, als in den Medien beschrieben.
/ Achim Sawall
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Larry Page (Bild: Norbert von der Groeben/Reuters)
Larry Page Bild: Norbert von der Groeben/Reuters

Google-Chef Larry Page hat selbstkritische Töne über den Internetkonzern gefunden. Page sagte im Gespräch dem Magazin Businessweek(öffnet im neuen Fenster) auf die Frage, was es bedeute, ein Suchmaschinenbetreiber zu sein: "Unsere Aufgabe war es eindeutig, das Wissen der Welt zu organisieren und es allgemein zugänglich und nützlich zu machen, und ich denke, wir haben beim menschlichen Teil davon mehr ausgelassen als wir sollten." Doch die Seele des Unternehmens sei gleich geblieben.

Über das Verhältnis zu Facebook sagte Page: "Es gibt eine Tendenz dazu, die Daten im Internet abzuschotten. Ich meine, unsere Freunde bei Facebook haben viele, viele, viele GMail-Adressen importiert und zugleich selbst keine Adressen rausgelassen. Und sie behaupten, dass die Daten nicht den Nutzern gehören, was absolut fadenscheinig ist. Es ist total unsinnig. Einmal war es möglich, alle Gmail-Kontakte in Facebook zu importieren. Wer aber am nächsten Tag versuchte, sie aus Facebook heraus zu exportieren, bemerkte, dass das nicht ging. Das haben sie eindeutig aus Konkurrenzgründen so gemacht."

Zur erklärten Feindschaft des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs zu Android fand Page sehr versöhnliche Worte. "Ich denke, der Android-Streit war eher eine Show." Page habe eine persönliche Beziehung zu Jobs gehabt, betonte er. Jobs habe ihn, als er schon sehr krank war, und nur noch Zeit mit seiner Familie verbringen wollte, um ein Treffen gebeten. Das Gespräch sei in sehr angenehmer Atmosphäre verlaufen und es sei um die Führung eines Unternehmens gegangen.

Der Android-Streit habe den Interessen Apples gedient. "Vielen Unternehmen hilft es, das Gefühl zu vermitteln, einem klaren Konkurrenten gegenüberzustehen und sich gegen den zusammenzuschließen." Page habe andere Ziele, als sich an seinen Konkurrenten zu orientieren: "Es sollte darum gehen, was möglich ist und wie die Welt verbessert werden kann."

Nachtrag vom 6. April 2012, 10:31 Uhr

Steve Jobs' Biograf Walter Isaacson hat der Aussage von Page widersprochen, dass es sich bei Jobs' öffentlichem Ärger über Android nur um Show gehandelt habe. Googles Nachahmung von iOS durch Android habe Jobs an Microsofts Abkupfern vom Windows bei Mac OS erinnert. Der "thermonukleare" Ärger sei dementsprechend sehr real gewesen. Isaacson geht davon aus, dass der neue Apple-Chef Tim Cook die Dinge anders angehen wird und den Rechtsstreit mit Google beilegen werde, wie ihn Macworld zitiert(öffnet im neuen Fenster) .


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