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Larian Studios: "Wenn alle auf Spieleabos umsteigen, wird es schlimm"

Baldur's Gate 3 und andere Spiele von Larian kommen nicht ins Abo, sagt Studio-Chef Swen Vincke als Antwort auf Aussagen von Ubisoft.

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Artwork von Baldur's Gate 3 (Bild: Larian Studios)

"Wir sind alle bereits auf eine ausgewählte Gruppe digitaler Vertriebsplattformen angewiesen und die Auffindbarkeit ist brutal", schreibt Swen Vincke, Chef des belgischen Entwicklerstudios Larian (Baldur's Gate 3) auf der Plattform X. Vincke fürchtet: "Sollten diese Plattformen alle auf Abonnements umsteigen, wird es schlimm."

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Die Aussagen von Vincke sind eine direkte Antwort auf Erklärungen eines Managers von Ubisoft. Der geht davon aus, dass Spieleabos wie Ubisoft+ oder Xbox/PC Game Pass künftig zentral für die Vermarktung und den Vertrieb von interaktiver Unterhaltung sein werden.

Bei einem großen Teil der Community kamen diese Aussagen schlecht an. Dabei ging es oft darum, dass das klassische Sammeln von schönen Spieleschachteln nicht mehr möglich ist, wenn man die Games nur noch im Abo hat – die Filme von Netflix könne man sich auch nicht ins Regal stellen.

Vincke weist auf ein anderes Problem der Spieleabos hin: Es werde viel schwieriger für Gamer, "an gute Inhalte zu kommen, wenn das Abonnement zum vorherrschenden Modell wird und wenige Entscheidungsträger bestimmen, was auf den Markt kommt und was nicht", fürchtet Vincke.

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Seine Lösung: "Direkt vom Entwickler zu den Spielern ist der richtige Weg", womit er vermutlich den möglichst unmittelbaren Verkauf mit möglichst wenig Zwischenfiguren (Publisher) meint, etwa über Steam oder andere Plattformen – auf deren Provisionen geht Vincke in seinem Beitrag nicht ein.

Sony befürchtet Qualitätsprobleme durch Spieleabos

Schon jetzt ist es laut Vincke fast unmöglich, etwa den Vorstand einer größeren Firma dazu zu bringen, ein von Idealismus getriebenes Projekt zu finanzieren. Mit Abo-Modellen werde dies noch schwieriger: Diese seien "am Ende immer eine Kosten-Nutzen-Analyse, die darauf abzielt, den Gewinn zu maximieren."

Video: Baldur's Gate 3 - Trailer (Forging the Arcane) [1:29]

Auch vor Vincke hatte es Kritik aus der Spielebranche an den Abos gegeben. Vor allem Playstation-Betreiber Sony äußerte sich immer wieder ablehnend. Besonders klare Worte fand Mitte 2022 der ranghohe Manager Hiroki Totoki: "Wenn wir AAA-Spiele für die Playstation 5 über ein Spieleabo vermarkten, müssen wir möglicherweise die nötigen Investitionen verringern, und das wird der Qualität schaden."