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Lara Croft: Tomb Raider "spielt sich wie früher - aber dennoch modern"

Kein Remake: Golem hat von den Entwicklern mehr über Legacy of Atlantis erfahren – und über das ganz neue Tomb Raider .
/ Peter Steinlechner
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Artwork der neuen Lara Croft in Tomb Raider (Bild: Crystal Dynamics)
Artwork der neuen Lara Croft in Tomb Raider Bild: Crystal Dynamics

Sieben lange Jahre sind vergangen, seit Lara Croft zuletzt ein vollständig neues Soloabenteuer erlebt hat – Shadow of the Tomb Raider von 2018. Seitdem ist viel über die Zukunft der Serie spekuliert worden, nun liegt erstmals ein klar umrissener Plan auf dem Tisch.

In einer Q&A-Session (auch mit Golem) nach den Game Awards erläuterten Scott Amos, Studioleiter bei Crystal Dynamics, und Game Director Will Kerslake, warum die Rückkehr der Serie gleich in zwei sehr unterschiedlichen Formen erfolgt.

Mit Tomb Raider – Legacy of Atlantis blickt das Studio zunächst bewusst zurück. Der Titel erscheint 2026 zum 30-jährigen Jubiläum des ersten Tomb Raider und greift das Spiel von 1996 vollständig neu auf.

Crystal Dynamics vermeidet den Begriff Remake und spricht stattdessen von einer Neuinterpretation. Gemeint ist ein kompletter Neuaufbau in Unreal Engine 5, der zwar der Struktur, den Schauplätzen und zentralen Momenten des Originals folgt, diese aber an heutige Standards anpasst. "Es soll sich anfühlen wie früher – sich aber modern spielen" , beschreibt Kerslake den Anspruch.

Eine alte Welt neu entdecken ...

Kameraführung, Steuerung und Raumaufbau werden neu gedacht, frühere Hintergrundkulissen zu vollständig begehbaren 3D-Umgebungen. Auch die berühmten Fallen, Tiere und ikonischen Szenen wie der T-Rex-Moment bleiben Teil des Spiels, werden jedoch neu inszeniert.

Parallel dazu entsteht mit Tomb Raider – Catalyst ein komplett neues Kapitel, das 2027 erscheinen soll. Catalyst ist chronologisch am weitesten in Laras Biografie angesiedelt und zeigt sie als erfahrene Abenteurerin am Höhepunkt ihres Könnens. Amos betont, dass der Titel bewusst so konzipiert sei, dass kein Vorwissen nötig ist.

Gleichzeitig verstehe man Catalyst als Fortführung der Figur, nicht als Neustart. Der Schauplatz Nordindien wurde wegen seiner historischen Tiefe, seiner abwechslungsreichen Landschaften und einer frühen Referenz im ersten Tomb Raider gewählt.

"Das Gebiet fordert zur Erkundung heraus" , so Kerslake, Details zur Handlung will das Team erst später teilen. Laut Crystal Dynamics(öffnet im neuen Fenster) handelt es sich um das bislang größte Tomb-Raider-Spiel des Studios.

Eine verbindende Konstante beider Spiele ist Lara Croft selbst. Sie wird in Legacy of Atlantis wie auch in Catalyst von Alex Welton-Reagan gespielt (Motion Capture) und gesprochen. Die einheitliche Besetzung soll erzählerische Kontinuität schaffen, auch wenn Lara in zwei unterschiedlichen Lebensphasen gezeigt wird.

Entsprechend wird sich ihr Erscheinungsbild leicht unterscheiden, ohne die grundlegenden Merkmale der Figur aufzugeben.

Technisch setzen beide Projekte vollständig auf die Unreal Engine 5. Für Crystal Dynamics ist das weniger ein reines Grafikthema als eine strategische Entscheidung. Die Engine erleichtert laut den Entwicklern die Zusammenarbeit mehrerer Teams und erlaubt es, sich stärker auf Inszenierung und Storytelling zu konzentrieren.

Während Crystal Dynamics in Kalifornien an Catalyst arbeitet, wird Legacy of Atlantis vom polnischen Partnerstudio Flying Wild Hog entwickelt. Beide Teams arbeiten parallel, teilen Technologie und Abstimmungen – bleiben aber getrennt, um Fokus und Qualität zu sichern.

Für die Serie bedeutet dieser Ansatz keinen Bruch, sondern eine bewusste Zweiteilung: eine moderne Rückkehr zum Ursprung und ein Schritt nach vorn mit einer gereiften Lara Croft.

Crystal Dynamics versteht das weniger als kurzfristiges Projekt denn als Fundament für die nächste Phase von Tomb Raider. Oder, wie Will Kerslake es am Ende der Session formuliert: "Wir tragen diese Projekte schon lange mit uns herum – jetzt können wir endlich darüber sprechen."


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