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Langzeittest VW ID.4: Solide, aber mit Luft nach oben

Ich war einer der ersten, die einen VW ID.4 hatten, und fahre ihn nun seit einem Jahr – mit Freude, aber auch mit dem einen oder anderen Ärger.
/ Dominik Haas
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Elektroauto VW ID.4: Das Auto ist besser als die Software. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Elektroauto VW ID.4: Das Auto ist besser als die Software. Bild: Werner Pluta/Golem.de

Als im April 2021 mein ID.4 vom Band lief und ich wohl einer der ersten Besitzer dieses Fahrzeugs in Deutschland war, hatte ich das Gefühl, ich fahre in einem Raumschiff mit vier Rädern durch die Großstadt, nicht mit einem Auto. Ein regelrechtes Gleiten über die Straßen, keine nervenden Verbrennergeräusche, sondern dank eines kraftvollen Soundgenerators ein Geräusch, das an Star Trek erinnert.

Heute, über ein Jahr später, sind E-Autos in Deutschland wohl genau so unspektakulär wie die vielen E-Roller und andere Elektrogefährte, die mittlerweile das Bild in den Großstädten prägen.

Gelernt habe ich in dieser Zeit vor allem zwei Dinge. Erstens: Elektromobilität funktioniert und ich würde nur unfreiwillig wieder zurück zu einem Verbrenner wechseln. Und zweitens: Volkswagen hat beim Thema Software und Kommunikation ein großes Problem.

Die Qual der Wahl

Aber erst kurz zur Vorgeschichte. Im Oktober 2020, nach über fünf Jahren ohne Auto, hatte ich mich entschlossen, mir wieder eines anzuschaffen. Für die Entscheidung waren für mich die folgenden Punkte wichtig:

VW ID.4 – Test
VW ID.4 – Test (02:30)
  • vollelektrisch
  • mindestens 300 km Reichweite
  • gute Ladegeschwindigkeit
  • viel Stauraum (inklusive hoher Ladekante)
  • Anhängerkupplung
  • guter Komfort (Fahrwerk/Fahrgeräusche), vor allem auf längeren Reisen
  • vernünftige Leistung (kein PS-Monster, aber Reserven fürs Überholen)
  • Sicherheit

Bei meiner Recherche hatte ich zuerst den Hyundai Ioniq ins Auge gefasst. Der war zwar bereits damals nicht mehr aktuell, konnte aber vor allem mit seinen Verbrauchswerten punkten. Er fiel jedoch relativ schnell aus der Auswahl, da er weder eine richtige Anhängerkupplung noch viel Stauraum bietet. Zudem empfand ich die Leistung als zu gering.

Hyundai Ioniq 5 getestet
Hyundai Ioniq 5 getestet (07:28)

Der Ioniq 5 wäre ein passendes Modell gewesen. Aber ihn konnte man zu dieser Zeit weder bestellen noch probefahren. Auch gab es keine konkreten Aussagen, wann er lieferbar sein würde.

Als nächste Option sah ich mir das Model 3 von Tesla genau an. Selten gab es so viele Tests und Meinungen über ein Fahrzeug, also konnte ich mich natürlich ausgiebig informieren.

Tesla Model 3 – Test
Tesla Model 3 – Test (04:18)

Nach einer Testfahrt, die wirklich Spaß machte, kam ich aber zu dem Schluss, dass auch das Model 3 nicht das Fahrzeug war, nach dem ich suchte. So empfand ich die Ladekante als sehr unpraktisch. Zudem verhielt sich das Fahrzeug, sowohl vom Fahrwerk als auch vom Antrieb her, eher wie ein Sportwagen.

Also hieß es weiter suchen.

Die Wahl fiel auf VW

Als ich bei meiner Recherche auf die ID-Serie von Volkswagen aufmerksam wurde, war ich erst einmal überrascht, dass VW mit der Elektromobilität so weit war. Die grundlegenden Eckdaten wie Akku-Kapazität, Verbrauch, Ladeleistung und das Thema mit den (geplanten) OTA-Updates passten – und vor allem war das Fahrzeug laut Händler innerhalb von drei bis sechs Monaten lieferbar.

Auch eine Probefahrt war direkt möglich: mit einem ID.3 in der first-edition mit (der damaligen) Komplettausstattung. Zusammengefasst empfand ich die Probefahrt als positiv: prima Fahrwerk, leise, sehr guter Wendekreis und tolle Beschleunigung.

Negativ sind mir vor allem das billige Plastik im Innenraum und natürlich die Software im Allgemeinen aufgefallen. Jedenfalls machten die damals träge Navigation am Hauptdisplay und die Spracherkennung, die eigentlich nichts erkannte, keinen guten Eindruck.

Updates sollen per Funk kommen

Dank der Möglichkeit von Updates, ohne in die Werkstatt zu müssen (OTA), sah ich über die Probleme hinweg. Auch mein Händler sicherte mir damals zu, dass die jetzt bestellten IDs mit einer neuen Softwareversion ausgeliefert würden, die wesentlich besser läuft.

VW ID.3 Probe gefahren
VW ID.3 Probe gefahren (03:40)

Nach dem positiven Erlebnis mit dem ID.3 kam ich schließlich zum ID.4, der deutlich mehr Stauraum und eine vollwertige Anhängerkupplung (1.000 kg gebremst) bietet, die ich damals vor allem wegen Sanierungsarbeiten benötigte. Der ID.3 kann dagegen nur mit einem Fahrradträger umgehen.

Ladegeschwindigkeit

Nach bereits sechs Wochen konnte ich den Wagen abholen. Ich probierte ihn direkt ausgiebig aus und kam nach meiner ersten, ausgiebigen Testfahrt zu meiner ersten Ladeerfahrung.

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Der ID.4 unterstützt eine maximale Ladeleistung von 11 Kilowatt (kW) mit Wechselstrom (AC), die auch erreicht wird, sowie 125 kW mit Gleichstrom (DC). Die maximale DC-Ladeleistung habe ich mit meinem ID.4 nicht erreicht – nicht einmal bei niedrigem Ladestand, an diversen großen Schnellladern (EnBW/Ionity) und bei idealen Außentemperaturen inklusive vorgeheiztem Akku. Maximal waren in meinem Fall um die 100 kW drin und das auch nur bis circa 20 Prozent Ladestand. Im Mittel kam ich auf circa 50 kW – also deutlich weniger als die Hälfte von dem, was versprochen wird.

Andere Fahrzeuge wie der Audi Q5 E-Tron, der Hyundai Ioniq 5 oder natürlich das Model 3 von Tesla können das deutlich besser. Selbst 125 kW sind mittlerweile keine große Leistung mehr. Umso frustrierender ist, dass dieser Wert, jedenfalls in meinem Fall, bis heute nicht erreicht wird.

Fahreigenschaften

Viel weniger Frust erlebte ich beim Fahrverhalten.

ID. 4 fahren macht Spaß

Hier kann Volkswagen wirklich punkten: Dank des tiefen Schwerpunkts durch die Batterie im Unterboden klebt das Fahrzeug regelrecht auf der Straße und lässt sich dank der ordentlichen Lenkung in allen Situationen – sei es auf der Autobahn, der Landstraße oder im engen Stadtverkehr – souverän steuern, auch wegen des relativ kleinen Wendekreises (11,6 m). Das gute Fahrwerk sorgt, zusammen mit der tollen Akustikverglasung, für ein sehr angenehmes Reisegefühl, besonders bei Langstrecken.

Selten hatte ich ein so rundes Fahrgefühl mit einem so schweren (mehr als 2 Tonnen) und großen Auto. Und dabei geht es mir nicht um Beschleunigung oder Spitzengeschwindigkeit – es ist eben kein Tesla -, sondern vielmehr um ein rundum solides Gesamtpaket.

Einziger Negativpunkt: Es gibt starke Luftgeräusche jeweils rechts und links ungefähr auf Höhe der Außenspiegel, die aber erst bei höheren Geschwindigkeiten auftreten.

Verbrauch

Den Verbrauch empfinde ich als akzeptabel: Im Jahresschnitt komme ich in etwa auf 20 Kilowattstunden (kWh) pro 100 km. Allerdings ist es schwierig, den Verbrauch eines E-Autos zu beziffern, da er stark von der Durchschnittsgeschwindigkeit, von Heizung/Kühlung, Außentemperatur und Zuladung abhängig ist. Mit Anhänger steigt er um etwa ein Drittel, abhängig vom Luftwiderstand. Das Gewicht (zwischen unbeladen und beladen) hatte dagegen weniger großen Einfluss.

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Mangels Wärmepumpe in meinem Modell steigt der Verbrauch gerade bei kalten Außentemperaturen und kostet hier gerne mindestens 150 km Reichweite gegenüber milderen Temperaturen. Dabei patzt Volkswagen bei der Batterieheizung, die gerade bei kurzen Strecken viel Energie kostet. Das soll laut Hersteller aber in einem der nächsten Updates verbessert werden.

Bremsanlage

Probleme gab es anfangs auch mit den Hinterradbremsen. VW hatte sich bei der ID-Serie entschieden, bei den hinteren Rädern jeweils eine Trommelbremse zu verbauen, weil die hinteren Bremsen, vor allem durch die Rekuperation, selten zum Einsatz kommen. Das Problem ist aber, dass die Trommelbremsen, vor allem bei kälteren Temperaturen und wenn das Auto mehrere Tage nicht bewegt wird, offensichtlich ankleben beziehungsweise festsitzen, sobald man das Fahrzeug bewegen möchte.

Erst wenn man mehrfach auf das Gaspedal drückt – dann schaukelt das Auto hin und her -, lösen sie sich. Allerdings schießt das Auto dabei regelrecht nach vorne – sehr ungünstig, wenn man in einer engen Parklücke steht.

Auch im normalen Stadtverkehr verhalten sich die Bremsen nicht sonderlich gut.

Probleme mit der Bremse

Das Auto kommt zwar ohne Probleme zum Stehen, schaukelt aber leicht, bevor es komplett steht. Zudem hört man ein nerviges Knarzen von den hinteren Bremsen.

Nach Rücksprache mit VW und meiner Werkstatt wurden die Trommelbremsen ausgetauscht und das Problem damit gelöst. Es trat nicht nur bei mir auf, sondern wird in diversen ID-Foren diskutiert und entsteht wohl hauptsächlich durch Salzablagerungen. Ich bin gespannt auf den kommenden Winter.

Assistenzsysteme

Ebenfalls nicht ganz überzeugend sind die Assistenzsysteme. Der ID.4 wartet mit diversen Systemen auf, die aber in vielen Situationen unzuverlässig arbeiten. So hat der Spurhalteassistent (Lane Assist) unter anderem große Probleme mit nicht optimalen Straßenbedingungen wie temporären Markierungen oder Fahrbahnverengungen durch Baustellen. Der Assistent neigt in diesen Fällen dazu, das Fahrzeug entweder zu weit nach links oder rechts zu drängen.

Als Fahrer muss ich dann aktiv gegen den Assistenten lenken, was gerade bei längeren Baustellen unangenehm sein kann, da zusätzlich regelmäßig Signaltöne erklingen und Anzeigen im Display erscheinen. Eine Abschaltung des Spurhalteassistenten ist zwar möglich, aber nur temporär: Beim nächsten Fahrtbeginn ist eine erneute Deaktivierung notwendig.

Verkehrszeichen werden nicht immer erkannt

Auch die Verkehrszeichenerkennung hat ihre Tücken. Schilder werden zwar größtenteils korrekt erkannt. Aber auch hier gibt es Situationen, in denen die Erkennung nicht zufriedenstellend arbeitet: Schilder werden nicht immer korrekt und manchmal gar nicht erkannt.

Bei Situationen, wie etwa an Baustellen, die zwar eine Geschwindigkeitsbeschränkung haben, aber bei denen das Aufhebungszeichen fehlt, steht selbst nach vielen Kilometern noch immer die beschränkte Geschwindigkeit der Baustelle im Display.

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Das hat auch zur Folge, dass die Automatische Distanzregelung (ACC) durch die fehlende beziehungsweise falsche Erkennung der Verkehrszeichen in manchen Situationen problematisch reagiert. So kann es passieren, dass das Fahrzeug plötzlich auf eine zu hohe Geschwindigkeit beschleunigt oder unnötigerweise stark abbremst.

Sofern die Verkehrsschilder korrekt erkannt werden und man auf langen Autobahnfahrten vor allem auf der rechten Fahrspur unterwegs ist, funktioniert die Distanzregelung aber größtenteils recht ordentlich.

We (maybe) Connect ID

Nun aber zu dem vielleicht größten Kritikpunkt nach einem Jahr ID.4: der Smartphone-App.

Ärger mit der App

Software und vor allem Apps reifen ja bekanntlich mit der Zeit. Auch bei VW und ihrer Smartphone-App We Connect ID gab es seit Herbst 2021 eine positive Entwicklung – wenn man bedenkt, dass es bis dahin fast reine Glückssache war, ob bestimmte Funktionen wie das Starten der Klimatisierung oder das Senden einer Route an das Fahrzeug funktionierten: In den meisten Fällen kam jedenfalls keiner der Befehle am Fahrzeug an, auch nach mehrmaligem Versuch.

Der Funktionsumfang der App ist relativ überschaubar:

  • Anzeige der Ladeleistung inklusive Ladestand
  • Klimatisierung starten
  • regelmäßige Abfahrtszeiten (2x) einstellen
  • Laden starten/beenden
  • AC-Ladeleistung reduzieren (um 50 Prozent)
  • Routenplanung inkl. Send to vehicle
  • diverse Einstellung der Onlineservices
  • Anbindung der VW Ladestationen (Elli) sowie die Steuerung der VW-Wallbox

Die Verbrenner-App ist besser

Wer die App We Connect der Verbrenner von VW kennt, wird sich wundern, warum sie mehr Features bietet als die App für die neue Generation der E-Autos. Weder die letzte Parkposition noch die Anzeige der offenen Fahrzeugtüren wird von der We-Connect-App unterstützt.

Als man mir bei einer Rückfrage bei Volkswagen keine Auskunft über die fehlenden Funktionen geben konnte, recherchierte ich selbst ein wenig und sah mir unter anderem einmal an, was die ID-API überhaupt zurückliefert.

Mit Hilfe eines Python-Scripts(öffnet im neuen Fenster) fand ich heraus, dass die oben erwähnten Daten, wie die letzte Position des Fahrzeugs, offensichtlich nicht erhoben werden. Aus technischer Sicht liegt die Ursache für den mageren Feature-Umfang also viel tiefer.

Volkswagen zeigt sich zudem bei den App-Updates sehr zugeknöpft: Der häufige Standard-Passus im App Store "To keep everything running smoothly, we're fixing a few little bugs and improving performance" ist jedenfalls wenig hilfreich und sorgt nicht gerade für eine glaubwürdige Kommunikation.

Besser gefallen die Displays.

Display(s) und Bedienung

Das Hauptdisplay mit 10 Zoll (auch als 12 Zoll erhältlich) ist für mich mehr als ausreichend dimensioniert und stellt Inhalte auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut leserlich dar. Das kleine Tacho-Display macht von der Darstellung seine Sache ebenfalls gut und bietet Informationen wie unter anderem die aktuelle Geschwindigkeit und erkannte Verkehrszeichen.

Zudem stellt es eine recht vereinfachte, aber völlig ausreichende Visualisierung der Straßensituation dar, inklusive erkannter vorausfahrender Fahrzeuge. Manche Informationen, wie der Kilometerstand, sind in Untermenüs des Hauptdisplays versteckt und müssen dort immer wieder aufs Neue gesucht werden.

Navigationssystem und Streckenplanung

Gut gefällt mir beim Navigationssystem vor allem die Kartendarstellung und die Bedienung, auch wenn das System etwas träge auf Eingaben reagiert. Das betrifft etwa die Eingabe einer Adresse, bei der das Navi teilweise sehr lange braucht, bis man Suchergebnisse erhält.

Die Qualität der Ergebnisse der Adresssuche lässt zuweilen zu wünschen übrig: Das Navi sollte dank GPS den aktuellen Standort kennen. Trotzdem werden Adressen in Städten gelistet, die mehrere hundert Kilometer entfernt sind oder teilweise sogar im Ausland liegen.

Durch die Probleme mit der Adresseingabe erweist sich auch die Erstellung einer Route inklusive Ladestopps als schwierig, denn es werden zwar bei Bedarf automatisch Ladestopps hinzugefügt. Sie liegen aber meist sehr unpraktisch auf der Route oder bieten keine ausreichende Ladeleistung. Das manuelle Heraussuchen von Ladestopps ist dann sehr mühsam, da sich die Bedienung gerade hier sehr träge verhält und man auch keine Auskunft über Ladekosten erhält und ob die jeweilige Ladestation überhaupt einen Ladeplatz frei hat oder gar überhaupt in Betrieb ist.

Das Problem hatte wohl auch VW erkannt und brachte nachträglich die We-Charge-App auf das Auto. Das neue Feature kam via OTA – ohne Werkstattbesuch! Damit geht die Suche nach Lademöglichkeiten wesentlich besser als mit dem Navigationssystem, da die Darstellung sich rein auf die Ladestationen fokussiert, was zu einer deutlich besseren Übersichtlichkeit führt.

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Die We-Charge-App stellt die Route nicht dar

Da es sich hierbei aber um eine separate App handelt, die nicht direkt mit dem Navi verknüpft ist, hält sich der tatsächliche Nutzen stark in Grenzen. Das liegt vor allem daran, dass innerhalb der We-Charge-App die aktuelle Route nicht dargestellt wird und dadurch schlichtweg die Orientierung fehlt.

Zudem ist die einzige Schnittstelle mit dem Navi eine Art Share-Funktion, mit der eine Ladestation als Ziel an das Navi gesendet werden kann. Sofern man es dann doch geschafft hat, seine Strecke zu planen, muss man leider damit leben, dass während der Fahrt die Navigationsanweisungen inklusive der Darstellung der aktuellen Position um 200 bis 300 Meter verzögert dargestellt werden.

Gut gefällt mir das Infotainment-System.

Infotainment und Smartphone-Integration

Es besteht aus DAB+ Radio, Bluetooth Audio und bietet eine einwandfreie Unterstützung für Musik/Hörbücher auf USB-C-Sticks, von denen insgesamt großzügige vier Buchsen zur Verfügung stehen (jeweils zwei vorne und hinten). Über sie kann auch das Smartphone via USB-PD geladen werden, wobei aber nur die beiden vorderen das Infotainment mit Daten versorgen können.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, in der Mittelkonsole das Smartphone via Wireless-Charge zu laden. Das Laden funktioniert zuverlässig und man erhält einen Hinweis auf dem Hauptdisplay, dass das mobile Gerät geladen wird. Aufpassen sollte man mit Geräten, die kein Wireless-Charge können, da der Charger versucht, auch diese, wenn auch nur für ein paar Sekunden, zu laden. Dabei kann sich das Gerät erwärmen. Nicht überzeugend ist die Ladeleistung über Kabel und Wireless: Hier werden maximal 5 Watt geliefert.

Ein direkter Zugriff auf Internetradio/Podcasts ist ebenfalls möglich, hierfür kann man eine Internetverbindung via Tethering oder über die zusätzliche interne Daten-SIM herstellen. Leider lässt sich die interne SIM nicht austauschen.

VW setzt auf Cubic Telecom

VW hat sich hier fest für den Anbieter Cubic Telecom entschieden. Die Datentarife gibt es ab 6,95 Euro für 2 GB, sie lassen sich direkt im Auto buchen. Als Alternative zum integrierten Entertainment lassen sich Apple Carplay und Android Auto (über Kabel oder Wireless) nutzen, was in beiden Fällen einwandfrei funktioniert.

Ein Hinweis für User, die ein Android mit microG nutzen (CalyxOS, LineageOS etc.): Prinzipiell kann man Android Auto damit auch zum Laufen bringen, das ist jedoch relativ aufwendig. Auf Github gibt es darüber eine hilfreiche Diskussion (öffnet im neuen Fenster). Bei mir lief es aber nie so richtig stabil. Wer GrapheneOS mit den Sandboxed Play Services (g+) nutzt, hat leider aktuell keine Möglichkeit, Android Auto zum Laufen zu bringen – jedenfalls nicht, solange man einen offiziellen Build verwendet.

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Over-the-Air-Updates (OTA)

Volkswagen machte vor allem zu Beginn viel Werbung dafür, dass ihre ID-Modelle Software-Updates künftig drahtlos, also ohne Werkstattbesuch, erhalten sollten. Für 2021 hatte VW geplant, pro Quartal ein neues Update zu verteilen. Voraussetzung für die OTA-Funktionalität ist die installierte Version 2.1, die in meinem Fall bereits ab Werk aufgespielt war.

Das Versprechen konnte VW bis heute nicht einmal ansatzweise erfüllen, obwohl die meisten von mir beschriebenen Probleme wohl ziemlich sicher durch ein Update gelöst werden könnten, unter anderem die Ladekurve. Auch nach über sechs Monaten nach offizieller Verteilung hatte mein ID.4 keine Lust auf ein Update, obwohl alle Voraussetzungen dafür gegeben waren.

Bei VW Connect Services konnte man mir weder erklären, warum mein Fahrzeug trotz aller Voraussetzungen inklusive vollem Mobilfunkempfang kein automatisches Update erhielt, noch warum VW den Update-Prozess nicht manuell anstoßen konnte. Nach Auskunft der Servicemitarbeiter fehlte ihnen schlichtweg eine Funktionalität hierzu, diese soll erst später folgen – auch bei VW intern wartet man auf Updates, die dem Kundenservice mehr Möglichkeiten zur Verfügung stellen.

Bis dahin konnte der Support nur bestätigen, dass mein ID für das Update qualifiziert ist und sich aktuell im Onlinemodus befindet.

Wo bleibt das Update?

Das war sehr ärgerlich, da unter anderem die Vorklimatisierung via App mittlerweile nicht mehr funktionierte und das Problem, anderen ID.4-Haltern zufolge, mit der aktuellen Version größtenteils nicht mehr auftrat.

Den Kundenservice der VW Connect Services empfand ich im Allgemeinen als nicht besonders hilfreich: Bei jedem Kontakt hatte ich das Gefühl, der Fehler, dass mein Fahrzeug kein Update erhält, liege irgendwie bei mir. Angeblich hatte mein Fahrzeug keinen Empfang, ich hatte den Onlinemodus deaktiviert oder bewegte das Fahrzeug nicht oft genug. Was definitiv nicht den Tatsachen entsprach.

Erst Ende Februar 2022, nach einer Beschwerde beim regulären Kundenservice von VW, wurde mir das Update bei einem Werkstattbesuch aufgespielt. Seitdem haben sich vor allem die Zuverlässigkeit der App-Anbindung und Bedienungsverzögerungen im Fahrzeug verbessert. Es sind aber bei weitem nicht alle Probleme behoben. Die Verzögerung im Navi besteht zum Beispiel nach wie vor und auch die Ladekurve hat sich nicht gebessert.

Die Werkstatt macht das Update

Das nächste Update auf 2.4 wird seit Ende 2021 von VW kommuniziert und sollte eigentlich bereits im zweiten Quartal des Jahres verteilt werden. Da immer noch nicht alle Steuergeräte in den IDs OTA-fähig sind, soll das Update durch die Servicewerkstatt aufgespielt werden, zusammen mit dem Austausch der 12-V-Batterie.

Eigentlich sollten laut einer offiziellen Mitteilung von Volkswagen die Vertragswerkstätten die betroffenen ID-Fahrer informieren und einen Termin vereinbaren. Auf eigenständige Anfragen sollte man verzichten.

Nachdem selbst bis Mitte Juli eine Kontaktaufnahme von meiner Werkstatt ausblieb, forschte ich ein wenig nach, ob es eventuell eine Verzögerung für die Serviceaktion gibt. Fündig wurde ich dann auf einer offiziellen Seite von Volkswagen(öffnet im neuen Fenster).

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Dort fordert VW auf, entgegen der vorherigen Meldung, doch proaktiv die Werkstatt zu kontaktieren, um einen Termin zu vereinbaren. Nach Rückfrage bei meiner Vertragswerkstatt sicherte man mir endlich einen Termin für die Serviceaktion für Mitte August zu, die dann auch innerhalb eines Tages durchgeführt wurde.

Die Version 2.4 ist Voraussetzung für das große Update 3.0(öffnet im neuen Fenster), das eine ganze Reihe an Verbesserungen bringen soll, wie die Erhöhung der Ladeleistung auf 135 kW inklusive einer neuen Ladekurve und eine deutlich verbesserte Performance für das Infotainment.

Laut Volkswagen(öffnet im neuen Fenster) kann es nach der Serviceaktion (Überraschung!) aber einige Wochen dauern, bis man das Update erhält. Was VW mit "einigen Wochen" genau meint, kann man nur raten. In meinem Fall sind bereits vier Wochen vergangen – ohne Update.

Es bleibt also spannend, ob mich das Update noch bis zum Ende meines Leasing-Vertrags im Frühjahr 2023 erreicht.


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