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Langzeitspeicher: Speicher mit 100 Stunden Laufzeit sind der nächste Schritt

Batterien allein können das Stromnetz nicht stabilisieren. Langzeitspeicher werden benötigt und die Technik dafür kann aus Europa kommen.
/ Mario Petzold
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Am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik wird nach neuen Zellchemien gesucht. (Bild: Fraunhofer UMSICHT)
Am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik wird nach neuen Zellchemien gesucht. Bild: Fraunhofer UMSICHT

Eine Analyse des Bloomberg New Energy Outlook (NEF)(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zeigt einen blinden Fleck im von China dominierten Batteriemarkt. Gemeint sind damit die sogenannten Langzeit-Energiespeicher, die für mindestens 10, im besten Fall für 100 Stunden oder mehr eine konstante Leistung liefern können.

Die derzeit genutzten Lithium-Ionen-Akkumulatoren in verschiedenen Ausprägungen – aber auch Natrium-Ionen-Batterien – sind für 2 bis 4 Stunden ausgelegt. Die hohen Herstellungskosten und die Stabilität über viele Zyklen hinweg erfordert einen täglichen Einsatz, damit sich der Einsatz der Technik auch finanziell lohnt.

Langzeitspeicher werden aber zwingend benötigt, um beispielsweise anhaltende Phasen mit viel Wind oder mehrere aufeinanderfolgende sonnenreiche Sommertage auszunutzen und die Energie zu einem späteren Zeitpunkt nahezu vollständig wieder einzuspeisen.

Ganz andere technische Grundlagen nötig

Aktuell dominiert China auch im Bereich der Langzeitspeicher. Das Land installierte 2025 derartige Systeme mit einer Gesamtleistung von 2 Gigawatt. Prognosen von Bloomberg NEF gehen davon aus, dass sich der Wert 2026 vervierfacht.

Im Unterschied zu den derzeit genutzten Batteriespeichern gibt es bei Langzeitspeichern jedoch weniger Möglichkeiten für eine Skalierung. Die Technik erfordert je nach Standort und vorherrschenden Bedingungen eigene Lösungen, teils auch eigene Techniken.

Die Auswahl reicht von anderen Ansätzen für chemische Speicher über Druckluft, Nutzung der Gravitation oder in Form von Wärmespeichern. Anders als bei Batterien stehen die längere Zwischenspeicherung und weniger die hohe Zyklenfestigkeit im Vordergrund. Wenn das Laden beziehungsweise Entladen eine Woche dauert, würden schon 250 stabile Zyklen für eine 10-jährige Nutzungsdauer genügen.

Kein Exportgut, sondern lokale Wertschöpfung

Während diese Art von Speicher für ein Gelingen der Energiewende und für die Abkehr von fossilen Energieträgern entscheidend sein dürfte, erfordert der Aufbau gezielte und kaum in Serie herstellbare Lösungen.

Eine Massenproduktion wie bei Solarzellen und Batterien sei deshalb nahezu ausgeschlossen. Stattdessen entwürfen die Länder eigene technische Lösungen vor Ort, könnten aber später Teilaspekte oder das ingenieurtechnische Wissen exportieren.

Wichtig ist es laut Bericht, zeitnah auch die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Entwicklung und den Einsatz von Langzeitspeichern zu beschleunigen, was zum Beispiel in Großbritannien und Italien bereits gemacht wird. Fast drei Viertel der global genutzten Leistung aus diesen Systemen befindet sich aktuell in China.

Die USA dürften, unter anderem wegen des derzeit stark steigenden Energiebedarfs, schon dieses Jahr ebenfalls relevant werden. Weitere entscheidenden Märkte identifiziert Bloomberg in Deutschland, Japan und Indien.

Eine gekürzte Version des originalen Berichts von Bloomberg findet sich in der L.A. Times(öffnet im neuen Fenster).


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