Langjähriger Intel-Chef: Andy Grove ist gestorben
Andy Grove ist tot. Der langjährige Intel-Chef starb im Alter von 79 Jahren. Grove arbeitete 36 Jahre lang für Intel und war 11 Jahre der Chef des Prozessorherstellers.
Der Intel-Mitbegründer Andy Grove ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Das teilte der frühere Arbeitgeber des langjährigen Intel-Chefs mit. "Wir sind sehr traurig über den Tod des früheren Intel-Chairman und -CEO Andy Grove", sagte der aktuelle Intel-Chef Brian Krzanich und ergänzte: "Andy machte das Unmögliche möglich - wieder und wieder - und inspirierte Generationen von Ingenieuren, Unternehmern und Firmenleitern." Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht.
Grove wurde 1936 mit dem Namen András Gróf als Sohn von Maria und George Gróf im ungarischen Budapest geboren. Er wuchs in einer jüdischen Mittelstandsfamilie auf. Mit vier Jahren erkrankte er an Scharlach und erlitt dauerhafte Schädigungen an den Ohren. Als Ungarn im Zuge des Zweiten Weltkriegs von Deutschland besetzt wurde, war er acht Jahre alt. Seine Eltern tauchten mit ihm unter, versteckten sich unter falschem Namen bei Freunden und entkamen so den Konzentrationslagern der Nazis.
Grove begegnete Gordon Moore 1967
Nach dem misslungenen Volksaufstand in Ungarn emigrierte Grove Ende 1956 in die USA - dort änderte er seinen Namen in Andy S. Grove. 1960 schloss er sein Chemiestudium ab und wurde 1962 amerikanischer Staatsbürger. 1963 promovierte er an der University of California in Berkeley. 1967 ging er zu Fairchild Semiconductor und war dort als Assistent in der Forschung und Entwicklung tätig. Sein damaliger Chef bei Fairchild Semiconductor war Gordon Moore.
Intel wurde 1968 von Moore und Robert Noyce gegründet, Grove stieß am Gründungstag dazu. Seitdem gilt er als Mitbegründer des führenden Prozessorherstellers - auch wenn Intel selbst das nicht so sieht. Nach Gordon Moore ist das Moore'sche Gesetz benannt. Die Theorie besagt, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem Halbleiter alle 18 Monate verdoppeln lässt.
Grove wurde 1979 Intels President und 1987 auch dessen CEO. Als Intel-Chef trat er im Mai 1998 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Als Chairman of the Board war er von 1997 bis 2005 für Intel tätig - 2005 zog er sich im Alter von 68 Jahren aus dem Berufsleben zurück.
Grove machte aus Intel einen Prozessorhersteller
In einer Stellungnahme Intels wird Groves Leistung für Intel gewürdigt. Er habe eine entscheidende Rolle bei der Transformation des Chipherstellers gespielt. Zunächst hatte sich Intel auf Speicherchips spezialisiert und wurde dann zum Prozessorhersteller. Unter Groves Leitung kamen der 386er- und der Pentium-Prozessor auf den Markt. Von Grove stammt das Buch "Only the paranoid survive", in dem er 1996 Intels Unternehmsrichtlinie zusammenfasste: Demnach wird nur das Unternehmen nicht von der Konkurrenz überholt, das sich ständig von konkurrierenden Firmen verfolgt fühlt.
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