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Langer Marsch: Chinas neue Raumfahrt

Am Samstag hat China eine neue Rakete gezeigt, einen neuen Weltraumbahnhof - und eine neue Offenheit.

Artikel von veröffentlicht am
Start der neuen Rakete Langer Marsch 7
Start der neuen Rakete Langer Marsch 7 (Bild: Xinhua)

Mit dem Start der neuen chinesischen Trägerrakete Langer Marsch 7 beginnt in China ein neues Kapitel in der Raumfahrt. Der Start vom neuen Raketenstartplatz Wenchang wurde live im chinesischen Staatsfernsehen übertragen, ein bisher sehr seltenes Ereignis. Zum ersten Mal flog damit auch eine chinesische Trägerrakete nach dem Start über das Meer und nicht über Land. Es ist eine mittelgroße Rakete mit einer Nutzlast von bis zu 13,5 Tonnen in niedrige Orbits, sie soll schrittweise die älteren Raketen vom Typ Langer Marsch 2, 3 und 4 ersetzen. Für China ist das der Anfang der Lösung der alten Probleme, die die chinesische Raumfahrt noch einige Zeit begleiten werden.

Inhalt:
  1. Langer Marsch: Chinas neue Raumfahrt
  2. Weniger giftige Treibstoffe

Auf dem Jungfernflug trug die Rakete eine Testkapsel für ein neues chinesisches Raumschiff und ein Experiment zum Treibstofftransfer in der Schwerelosigkeit in den Orbit. Nach der Entwicklungsphase wird die Langer Marsch 7 vor allem Frachter zur neuen chinesischen Raumstation Tiangong-2 bringen. Später soll sie auch für Flüge mit Besatzung qualifiziert werden. Eine Schwerlastrakete ist auch schon in Planung. In der verworrenen chinesischen Typenbezeichnung ist das die Langer Marsch 5. Die viel kleinere Langer Marsch 6 hatte ihren Jungfernflug schon im vergangenen Jahr.

Abstürzende Raketenteile

Der größte Makel der chinesischen Raumfahrt sind über Land herabstürzende Raketenteile mit Resten giftiger Treibstoffe. Auch wenn die drei alten Startplätze Jiuquan, Taiyuan und Xichang in relativ dünn besiedelten Gegenden stehen, fallen die Teile dennoch immer wieder in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen herab. Um dieses Problem zu lösen, sollen insbesondere die Starts von Xichang vollständig nach Wenchang verlagert werden.

Der Startplatz von Xichang war der neueste und wurde 1984 in der Provinz Sichuan eröffnet. Nachdem sich China mit der Sowjetunion zerstritten und verfeindet hatte, sollte der nächste Startplatz möglichst weit im Süden gebaut werden, geschützt vor direkten militärischen Angriffen der Sowjetunion und auch für Raketenstarts günstiger gelegen.

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In Xichang starben 1995 und 1996 jeweils mehrere Einwohner durch Raketenabstürze nach Fehlfunktionen. Darunter auch der Start von Intelsat 708, bei dem westliche Beobachter anwesend waren. Die Rakete stürzte auf ein nur 1,2 Kilometer entferntes Dorf, das aber vor dem Start geräumt wurde. Behauptungen, dass in dem Dorf mehrere Hundert Einwohner getötet worden seien, konnten widerlegt werden. Offiziell werden 6 Tote und 59 Verletzte angegeben.

Startplätze sollten vor allem aus militärischen Erwägungen nicht an der Küste gebaut werden. Ausländische Mächte sollten auf keinen Fall Zugriff auf sie haben und die Küste gilt als für jeden zugängliche Grenze als militärisch besonders verwundbar. Erst als die Kritik endgültig zu groß wurde, beschloss die Regierung im Jahr 2009 den Bau von Wenchang.

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Weniger giftige Treibstoffe 
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Frank... 27. Jun 2016

Besten Dank! :) Wenn es sich anbietet, sehe ich keinen Grund nicht auch mal etwas...

Frank... 27. Jun 2016

Nein, mit der Grenze des (physikalisch) machbaren kämpft man längst nicht mehr. Man...

Frank... 27. Jun 2016

ja, aber mit Wasserstoff wird einfach mehr Wasserstoff im Gasgenerator benutzt um die...


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