Langer Marsch: China startet drei Raketen innerhalb von 19 Stunden

China hat seine Weltraumgeschichte in diesem Jahr neu geschrieben(öffnet im neuen Fenster) . Nicht nur, dass das Land im Jahr 2025 insgesamt 84 Orbitalstarts absolvierte und damit seine Startkadenz aus dem letzten Jahr – 2024 lag sie bei 68(öffnet im neuen Fenster) – übertraf. Am 8. Dezember 2025 startete das Land seine Dreifachstartserie, die weniger als 19 Stunden andauerte. In dieser Zeit wurden drei chinesische Langer-Marsch-Raketen in den Weltraum befördert.
Der erste Raketenstart erfolgte am 9. Dezember, um 6:11 Uhr Ortszeit (23:11 Uhr MEZ am 8. Dezember) vom Kosmodrom Taiyuan (Taiyuan Satellite Launch Center) im Nordosten Chinas. Der Start wurde mit einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 6A(öffnet im neuen Fenster) durchgeführt und transportierte eine Reihe von Breitband-Satelliten für die Guowang-Megakonstellation (nationales Netzwerk) in die niedrige Erdumlaufbahn.
Zwei weitere chinesische Raketenstarts an einem Tag
Etwa fünfeinhalb Stunden später wurde eine Langer-Marsch-4B-Rakete(öffnet im neuen Fenster) vom Kosmodrom Jiuquan (Jiuquan Satellite Launch Center) in der Wüste Gobi gestartet. Zu dem Zeitpunkt war es 11:41 Uhr Ortszeit (4:41 Uhr MEZ). An Bord befand sich das mysteriöse Raumfahrzeug Yaogan 47, ein geheimer Satellit, der vom chinesischen Militär genutzt werden soll.
Der dritte Raketenstart erfolgte noch am selben Tag. Um 23:08 Uhr Ortszeit (16:08 MEZ) hob eine Langer-Marsch-3B-Rakete(öffnet im neuen Fenster) von dem Satellitenstartzentrum Xichang im Westen Chinas ab. Sie beförderte den geheimen TJSW-22-Satelliten in die Erdumlaufbahn.
Alle drei Raketenstarts wurden von dem staatlichen chinesischen Unternehmen für Luft- und Raumfahrtwissenschaft und -technologie, der Casc (China Aerospace Science and Technology Corporation), durchgeführt.
In einer Stellungnahme der Cast, der Firma, die die Langer-Marsch-Raketenreihe betreibt, heißt es: "Dies war der dritte erfolgreiche Start einer chinesischen Long-March-Rakete heute und damit ein neuer Rekord von drei Starts an einem Tag."
Startkadenz nimmt weltweit zu
Weltweit fanden innerhalb der 24 Stunden nach dem Start der Guowang-Megakonstellation insgesamt fünf Raketenstarts statt. Neben den drei chinesischen Missionen wurden noch zwei Falcon-9-Raketen von SpaceX ins Weltall befördert. Ein Flug brachte weitere Starlink-Satelliten(öffnet im neuen Fenster) in die niedrige Erdumlaufbahn, während der zweite SpaceX-Start die NROL-77-Mission(öffnet im neuen Fenster) für das US-amerikanische Aufklärungsamt NRO (National Reconnaissance Office) beförderte.
Ein globaler Rekord ist dies aber nicht. Innerhalb von 18 Stunden sind zwischen dem 28. und 29. April 2025 insgesamt sechs verschiedene Raketen in die Umlaufbahn aufgebrochen. Dazu gehörten Raketen des Typs Langer Marsch 5B der Cast, zwei Falcon 9 von SpaceX, eine Atlas V von der ULA (United Launch Alliance) sowie eine europäische Vega-C-Rakete von Arianespace und eine Alpha-Rakete des texanischen Unternehmens Firefly Aerospace. Nur die Alpha scheiterte damals.
Mittlerweile erfolgten zwei weitere Raketenstarts: Eine transportierte weitere Starlink-Satelliten(öffnet im neuen Fenster) mit einer Falcon-9-Rakete ins All; der andere beförderte mehrere Satelliten mit einer Kinetica-1-Rakete(öffnet im neuen Fenster) des chinesischen Raumfahrtunternehmens CAS Space in den Orbit.
Mit 84 chinesischen Orbitalstarts steht die Volksrepublik aber nicht an der Führung. SpaceX konnte mit bisherigen 160 Raketenstarts etwa doppelt so viele Missionen absolvieren.