Langer Marsch 10: Chinas Mondrakete soll bereits Mitte 2026 starten
Der ursprünglich für Ende 2026 vorgesehene Erstflug der chinesischen Mondrakete Langer Marsch 10A ist auf Mitte 2026 vorgezogen(öffnet im neuen Fenster) worden. Die chinesische Behörde für bemannte Raumfahrt CMSA (China Manned Space Agency) hat das bereits genehmigt. Der beschleunigte Zeitplan soll die Mondlandung bis 2030 absichern.
Auch bei der Fracht gibt es eine Veränderung. Die Rakete wird ohne das neue Besatzungsraumschiff Mengzhou (Traumschiff) starten. Deren Start ist weiterhin für September 2026 vorgesehen. Das Raumschiff soll im Rahmen der Mengzhou-1-Mission zur chinesischen Tiangong-Raumstation aufbrechen.
Langer Marsch 10A: Mondsatellit statt Raumschiff
Die Rakete Langer Marsch 10A soll stattdessen einen Satelliten in die Mondtransferumlaufbahn (LTO: Lunar Transfer Orbit) befördern. Über den Raum-Zeit-Referenzsatelliten ist derzeit nur wenig bekannt. Seine Aufgabe könnte jedoch darin bestehen, die Navigation von Raumfahrzeugen im Mondorbit zu erproben.
Nach der Freisetzung im Erdorbit soll der Satellit von der Kinetica-2-Oberstufe, auch Kinastra (kraftvolles Patrouillenfahrzeug) oder Lijian-2 genannt, in den Mondorbit befördert werden. Entwickelt wurde das Transferraumfahrzeug von dem kommerziellen Raumfahrtanbieter CAS Space.
Der Jungfernflug der Kinetica-2,(öffnet im neuen Fenster), einer Mittelklasse-Rakete mit Flüssigtreibstoff, erfolgte am 30. März 2026(öffnet im neuen Fenster).
Dabei wurden drei Satelliten in den Orbit befördert. An Bord befand sich auch das neue Frachtraumschiff Qingzhou (Leichtes Schiff). Die Triebwerktests für den Start wurden Mitte März durchgeführt(öffnet im neuen Fenster).
Chinesische Mondsatelliten und ihre Aufgaben
Bei dem neuen Raum-Zeit-Referenzsatelliten handelt es sich nicht um den ersten chinesischen Mondsatelliten. 2024 wurde der Kommunikationssatellit Queqiao-2 (Elsterbrücke) zur erdabgewandten Seite des Mondes geschickt. Ohne ihn wäre die Probenrückführung mit der Sonde Chang'e-6 nicht möglich gewesen.
Sechs Jahre zuvor, im Jahr 2018, wurde der erste Queqiao-Satellit zum Erde-Mond-Lagrange-Punkt L2 gebracht. Wenn die beiden Satelliten nicht für die Chang'e-Missionen benötigt werden, führen sie Relaistests mit den kleinen Satelliten Tiandu-1 und Tiandu-2(öffnet im neuen Fenster) (Himmelshauptstadt) durch.
Kommunikation am Mond
Die beiden Tiandu-Satelliten wurden gemeinsam mit Queqiao-2 gestartet. Dabei handelt es sich nicht um einfache Forschungssatelliten, sondern um Testlabors für das chinesische Navigationsnetzwerk am Mond. Damit macht sich China unabhängig von den US-amerikanischen Systemen und bereitet sich auf den Aufbau der internationalen Mondforschungsstation ILRS vor.
Langfristig plant China, auf dem Mond die Queqiao-Konstellation zu errichten(öffnet im neuen Fenster), um die Kommunikation mit bemannten Raumfahrzeugen, Fernerkundungssatelliten und Raumstationen rund um den Erdtrabanten zu ermöglichen.
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