Lange Laufzeit: CO2-Batterien schließen entscheidende Lücke
Im australischen Bundesstaat Victoria(öffnet im neuen Fenster) soll ein Stromspeicher mit 200 Megawattstunden Kapazität und einer maximalen Leistung von 20 Megawatt ins Stromnetz integriert werden. Das Besondere daran ist, dass die Speicherung durch die Verflüssigung von CO2 erfolgt.
Das steht nicht nur weltweit in großen Mengen zur Verfügung. Es lässt sich zudem bei Umgebungstemperatur verflüssigt lagern und kann mit relativ geringen Wärmeverlusten in die Gasphase übergehen, wobei eine Turbine angetrieben werden kann.
Anders als bei schon seit Langem betriebenen Druckluftspeichern, die etwa 50 Prozent der eingespeicherten Energie wieder abgeben können, soll der Wirkungsgrad des CO2-Speichers bei 70 Prozent liegen. Der Grund dafür ist, das Kohlenstoffdioxid beim Komprimieren weniger stark erhitzt wird als Luft, weshalb weniger Abwärme gespeichert und später bei der Stromerzeugung wieder zugeführt werden muss.
Günstiges Speichermedium, keine kritischen Materialien
Batterien auf Basis von Lithium können Energie zwar noch verlustärmer speichern, aber das Speichern in flüssigem Kohlenstoffdioxid bietet einige Vorteile. Der Bedarf an seltenen oder zumindest an teils schwer verfügbaren Materialien ist beim CO2-Speicher deutlich geringer als bei Batterien, weil es sich lediglich bei Kompressor und Turbine um komplexere Bauteile handelt.
Um die Kapazität zu erhöhen, sind keine weiteren Batteriezellen notwendig, nur das Volumen des Speichers muss erhöht werden. So soll nicht nur eine höhere Lebensdauer als bei Akkumulatoren erreicht werden, auch lässt die Kapazität über die Jahre nicht nach und kann stets in vollem Umfang genutzt werden.
Zudem nennt der Hersteller, Energy Dome(öffnet im neuen Fenster) aus Mailand, Italien, niedrigere Investitionskosten in Bezug auf die Kapazität im Vergleich zu kommerziellen Batteriespeichern. Konkrete Zahlen gibt er aber nicht an.
Zwischenstufe für längere Phasen ohne Wind und Sonne
Dennoch ist dieser Umstand entscheidend, um die lange Laufzeit überhaupt zu rechtfertigen. Bei Batterien lohnt sich die Investition üblicherweise nur, wenn sie mindestens täglich einen Ladezyklus durchlaufen.
Eine CO2-Batterie könnte dagegen erst dann zum Einsatz kommen, wenn Kurzzeitspeicher aufgebraucht sind. Das ist der Moment, in dem aktuell und auf absehbare Zeit Gasturbinen gestartet werden. Speicher mit 10 bis 20 Stunden Laufzeit könnten den Einsatz von Gasturbinen deutlich seltener erforderlich machen.
Wie gut und zu welchem Preis sich verflüssigtes Kohlenstoffdioxid genau dafür eignet, dürfte ab 2028 auch im Stromnetz von Victoria zu beobachten sein.
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