Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Landspace: Mit Zhuque 3 landet noch mehr Konkurrenz zur Falcon 9

Nach Langer Marsch 10 landet noch eine chinesische Rakete erfolgreich – beim zweiten Flug. Dabei ist noch viel mehr Konkurrenz unterwegs.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
18 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Zhuque-3 kurz vor der Landung (Bild: Xinhua)
Zhuque-3 kurz vor der Landung Bild: Xinhua
Inhalt
  1. Landspace: Mit Zhuque 3 landet noch mehr Konkurrenz zur Falcon 9
  2. Zhuque-3 erinnert an frühe Entwicklung der Falcon 9
  3. Größere, robustere und besser wiederverwendbare Raketenstufen als Falcon 9

Die chinesische Firma Landspace aus Beijing arbeitet seit 2015 daran, eigene wiederverwendbare Raketen wie die Falcon 9 zu bauen. Nach dem Bau einer feststoffgetriebenen Rakete mit der Zhuque-1 und der methanbetriebenen Zhuque-2 folgte die größere und wiederverwendbare Zhuque-3 – die große Ähnlichkeit mit ihrem Vorbild von SpaceX hat.

Sie startete und landete nun erstmals erfolgreich am 19. August 2026, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet(öffnet im neuen Fenster). Anders als Langer Marsch 10 nutzt sie herkömmliche Landebeine.

Bei ihrem zweiten Flug gelang nicht nur ein Flug in den Orbit wie schon im Dezember 2025, sondern auch der Wiedereintritt und das Landemanöver mit der ersten Stufe in 390 km Entfernung vom Weltraumbahnhof Jiuqang. Es ist nach der Falcon 9, Electron, New Glenn und Langer Marsch 10 die fünfte Raketenstufe mit flüssigen Treibstoffen, die nach einem Start in den Erdorbit intakt landeten, und der zweite neue chinesische Raketentyp in zwei Monaten.

New Shepard und Super Heavy wurden bislang nur für suborbitale Missionen eingesetzt, obwohl beide mit passenden Oberstufen zu orbitalen Starts fähig wären. Die Wiederverwendung von Feststoffboostern erwies sich mit dem Space Shuttle als unwirtschaftlich und wurde deshalb mit anderen Raketen nicht mehr durchgeführt. Inzwischen gehören zumindest Pläne für eine Wiederverwendung bei neuen Raketen zum Normalfall, mit Landungen, die beim ersten oder zweiten Startversuch gelingen.

Nutzlast ist ähnlich wie bei älteren Falcon-9-Versionen

Zur Masse des Honghu-03-Satelliten an Bord der Zhuque-3 gibt es bislang noch keine Informationen. Nach Firmenangaben soll die Rakete in derzeitiger Form 13 bis 14 Tonnen Nutzlast in niedrige Orbits bringen können, deutlich mehr als die 6 Tonnen des Vorgängers Zhuque-2 mit nur vier Triebwerken oder so viel, wie die ältere Falcon 9 v1.1 offiziell tragen konnte.

Dabei ist die Zhuque-3 mit aktuell 550 Tonnen Startmasse (nach anderen Angaben 570 Tonnen) so schwer wie die aktuelle Falcon 9, aber laut einem Artikel der Website Pandaily(öffnet im neuen Fenster) bezeichnet die Firma die Rakete selbst als Zwischenlösung bis zur Verfügbarkeit der verbesserten und 25 Prozent schubstärkeren TQ-12B-Triebwerke. Die längere Zhuque-3E soll beim Start 655 Tonnen wiegen und 18,3 Tonnen Nutzlast mit Landung der ersten Stufe und 21 Tonnen ohne Landung in niedrige Erdorbits bringen. 12,5 Tonnen bleiben übrig, wenn die Raketenstufe vor der Landung zurück fliegt.

Die große Leistungsdifferenz kommt durch höhere Gravitationsverluste wegen vergleichsweise niedrigeren Schubs sowie verkürzte und damit (im Vergleich zur Treibstoffkapazität) schwerere Raketenstufen zustande. Der Landepunkt der Zhuque-3 wurde 390 km vom Weltraumbahnhof entfernt in der chinesischen Wüste gewählt. Bei der Falcon 9 sind es über 600 km vom Startplatz. Laut einem Landspace-Ingenieur kostet jeder Kilometer etwa 15 kg Nutzlast. Damit fand die Stufentrennung mit geringerer Geschwindigkeit in niedrigerer Höhe statt.

Bei der Erprobung neuer Raketen ist das gut.


Relevante Themen