Größere, robustere und besser wiederverwendbare Raketenstufen als Falcon 9
Dabei hilft es, dass die Rakete mit einem Durchmesser von 4,5 m gebaut und in China transportiert werden kann, während der Durchmesser der Falcon 9 auf 3,66 m begrenzt ist. Das lässt Platz für die größeren Düsen. Die technisch ähnlichen TQ-15A-Triebwerke der Oberstufe scheinen hingegen deutlich kleinere Düsen als die Falcon 9 zu nutzen, mit einem Expansionsverhältnis von 1:45 statt 1:165.
Das reduziert die Nutzlast, aber auch die Kosten und den Verbrauch an hitzebeständigem Niobium. SpaceX nutzt zur Kostenreduktion ebenso kleinere Düsen in der Oberstufe, wenn die Nutzlast es zulässt. Genaue und aktuelle technische Angaben sind sowohl wegen der Sprachbarriere als auch der ständigen Verbesserung der Triebwerksversionen schwer zu finden, Ähnliches galt auch in den frühen Jahren der Entwicklung der Falcon 9.
Insgesamt dürften die konzeptionell bessere Wiederverwendbarkeit der Triebwerke sowie die robusteren Raketenstufen mit geringerer Belastung beim Wiedereintritt, durch ihren größerem Durchmesser und kleine aerodynamische Tragflächen, zu einem deutlichen Vorteil gegenüber der Falcon 9 führen. Doch zunächst muss sich die Zhuque-3 weiterhin bewähren und die Triebwerksentwicklung des TQ-12B für die Zhuque-3E abgeschlossen werden. Außerdem müssen die Oberstufen in großer Zahl gebaut werden, um die neue Rakete mit hoher Startfrequenz zu betreiben.
Mehr Raketen aus China und anderswo werden folgen
Demnächst soll mit der Langer-Marsch-12A auch noch eine dritte wiederverwendbare chinesische Rakete, diesmal mit sieben methanbetriebenen Triebwerken in der ersten Stufe, eine Landung bei ihrem zweiten Start versuchen. Sie hat mit Wiederverwendung eine Nutzlast bis zu 6 Tonnen. Die Langer-Marsch-12B, die mit der 12A technisch nichts zu tun hat, soll nach ihrem bereits erfolgreichen ersten Flug ebenso Landeversuche unternehmen. Sie nutzt neun Kerosintriebwerke und ist nur wenig kleiner als die Falcon 9.
Die Vielzahl neuer wiederverwendbarer Raketen ist das direkte Resultat des Erfolgs der Falcon 9 und der Versuche, deren Technik zu imitieren und vor allem durch sauberer verbrennende Triebwerke zu verbessern. Amerikanische Raketen wie die New Glenn und die in Entwicklung befindliche Neutron von Rocketlab verfolgen ähnliche Ansätze. Der einzig verbleibende Vorteil der Falcon 9 ist heute die große Flugerfahrung und hohe Produktionskapazität für die Triebwerke und Raketenstufen, der nicht unterschätzt werden sollte.
Falcon 9 muss als rückständig betrachtet werden
Jedoch wurde vor acht Jahren die Weiterentwicklung der Falcon 9 gestoppt, weshalb sie nun als technologisch rückständig betrachtet werden muss. Das Starship hat derweil durch die konzeptionell verfehlte Konstruktion eine kaum nennenswerte Nutzlast, die durch gute Stufenaufteilung auch mit konventionellen Triebwerken problemlos übertroffen werden kann.
Zudem arbeitet Landspace seit 2021 auch am BF-20, einem mit Raptor vergleichbaren Triebwerk, das in den 2030er Jahren eine Zhuque-4 mit 10 m Durchmesser antreiben soll. Wobei selbst das in vielen chinesischen Raketen der Langer-Marsch-Serie verwendete YF-100-Triebwerk in der Effizienz genau zwischen den Merlin- und Raptor-Triebwerken von SpaceX liegt und in gut konstruierten Raketen zu hohen Leistungen in der Lage sein wird.
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