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Zhuque-3 erinnert an frühe Entwicklung der Falcon 9

Die Rakete folgt insgesamt einem konservativem Flugprofil mit viel Spielraum für Abweichungen durch technische Probleme. Dadurch verbleiben große Treibstoffmengen in den Tanks, was zu der gezeigten vereinfachten Landung mit sehr langer Schwebezeit und damit höheren Erfolgschancen führt.

Vor allem die Fähigkeit, zu schweben und gewisse Abweichungen bei Landeort und -geschwindigkeit zu tolerieren, hat sich in den letzten elf Jahren als entscheidender Faktor für schnelle Erfolge in der Wiederverwendung bei New Shepard, New Glenn, Langer Marsch 10 und Zhuque-3 herausgestellt. Alle landeten bereits beim ersten oder zweiten Versuch, im Gegensatz zu Falcon 9 und Super Heavy.

Die konservativen Nutzlastangaben erinnern auch an die frühen Jahre von SpaceX, als die Nutzlast der Falcon 9 v1.0 mit acht bis neun Tonnen angegeben wurde. Erst nach Einführung der Falcon 9 v1.1 wurde die Angabe auf 10,5 Tonnen erhöht. Gleichzeitig wurde die Nutzlast der 60 Prozent größeren Falcon 9 v1.1 mit 13,5 Tonnen angegeben, obwohl aufgrund ihrer Größe und Leistung rund 17 bis 18 Tonnen realistisch erschienen und waren.

Bei der nächsten Generation der Falcon 9 stieg die Nutzlastangabe sprunghaft auf 22,8 Tonnen, aber ohne große Leistungsmarge. Beim Starship, zumindest den ersten Generationen, folgt SpaceX hingegen dem umgekehrten Muster und macht vor den Testflügen weit übertriebene Angaben, die später um bis zu 90 Prozent reduziert werden, ohne jemals eine Nutzlast im Orbit demonstriert zu haben.

Auch Zhuque-3 setzt auf Stahl statt Aluminium

Im Vergleich zur Falcon 9 hat die Zhuque-3 weniger Nutzlast und im Vergleich zum Startgewicht gilt das auch für die Zhuque-3E. Aber nur ein kleiner Teil ist dem Startplatz im Norden Chinas (statt im Süden Floridas) geschuldet, wodurch die Erdrotation weniger zur Startgeschwindigkeit beiträgt.

Die erste Stufe der Zhuque-3 besteht aus Stahl und ist fraglos schwerer als die der Falcon 9. Da sie zu einer sehr langsamen Landung in der Lage ist, dürfte ihr Gewicht entsprechend dem Minimalschub der Triebwerke wenigstens 32 Tonnen betragen, im Vergleich zu den rund 25 Tonnen der Falcon 9 aus Aluminium.

Die methanbetriebenen Triebwerke, von denen nur fünf schwenkbar sind, dürften wegen des sauberer verbrennenden Treibstoffs jedoch einfacher wiederverwendbar sein als die kerosinbetriebenen Merlin-1D. Die Raketenstufe soll für 30 Flüge ausgelegt sein. Die aktuellen Stufen dürften jedoch nach wenigen Flügen durch größere und leistungsfähigere Varianten ersetzt werden, sobald die neuen Triebwerke verfügbar sind. Mit nur 550 s Testzeit sind sie noch nicht ausgereift, aber sonst wäre die verkürzte Rakete als Zwischenlösung auch nicht nötig.

Die TQ-12A-Triebwerke haben im Vergleich zu den Merlin-Triebwerken der Falcon 9 eine höhere Effizienz, sowohl durch Nutzung von Methan als auch durch eine effizientere (wenn auch komplexere) Treibstoffeinspritzung(öffnet im neuen Fenster).

Der spezifische Impuls wird mit 292 s auf Meereshöhe angegeben, mit einer Expansionsrate der Düse von 1:20,5 – im Vergleich zu 282 s und 1:16 beim Merlin 1D. Für das Vakuum gibt es keine aktuellen Angaben, Werte deutlich über 320 s – in der Größenordnung von 330 s – dürften im Verhältnis realistisch sein.


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