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Landkreise: Wo die Telekom den Glasfaserausbau verzögert

In vielen Landkreisen wollte die Telekom zuerst nicht ausbauen. Seit dort Glasfaser-Ausbau gefördert wird, hat sie ihre Meinung geändert und beginnt zu überbauen. Golem.de hat mit Betroffenen gesprochen.

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Kreistopologie im Glasfasernetzwerk
Kreistopologie im Glasfasernetzwerk (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Wenn Gemeinden eine Förderung beantragen, beginnt die Telekom plötzlich, ihr Netz auszubauen, und verzögert damit den Glasfaserausbau. Einige Beispiele von weit über 100 Fällen sind der Landkreis Celle, der Kreis Ostholstein, der Landkreis Osnabrück und der Landkreis Uelzen. Bei den Fällen geht es um Überbau und nicht nur um erzwungene Mitverlegung.

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"Der Landkreis Celle führt gerade ein gefördertes FTTB-Projekt (Fiber To The Building) durch, und von den zirka 13.000 Haushalten hat die Deutsche Telekom entgegen der Aussage im Markterkundungsverfahren über 8.500 Haushalte mit Vectoring überbaut", sagte Daniel Eckardt, Betriebsleiter Breitbandausbau des Landkreises, Golem.de auf Anfrage.

Der Landkreis Celle habe sich dennoch dafür entschieden, auch diese überbauten Haushalte im Projektgebiet zu belassen und keinen geänderten Förderantrag zu stellen, wie andere Landkreise dies gemacht hätten. Eckardt: "Uns war bewusst, dass wir damit ein hohes Risiko eingehen, dass das Projekt scheitern kann, da wir eine Vorvermarktungsquote von 40 Prozent für das gesamte Projektgebiet vorgesehen hatten und nunmehr ein Großteil des Ausbaugebietes schon mit Vectoring ausgebaut war. Dennoch hat der Landkreis Celle mit seinem Pächter - der Firma Vodafone - sich dieser Aufgabe gestellt, und durch eine große Kraftanstrengung konnte letztlich eine Vertragsabschlussquote von rund 45 Prozent erreicht werden."

Somit könne man feststellen, dass sich viele Bürger für einen Glasfaseranschluss entschieden haben, obwohl sie schon einen Vectoringvertrag der Telekom hatten und mit rund 100 MBit/s versorgt waren. Trotz "massivem Markteingriff der Telekom" könne die Kupfertechnologie nur als Übergangstechnologie hin zum Glasfaser angesehen werden.

"Der gezielte Ausbau der Telekom hat unser Projekt somit stark beeinträchtigt und die Wirtschaftlichkeit verschlechtert, er hat aber entgegen der Annahme der Telekom nicht dazu geführt, dass wir von unserem Vorhaben Abstand genommen haben", sagte Eckardt.

Ein Zweckverband hat Probleme

Auch im Kreis Ostholstein im Land Schleswig-Holstein wurden im Markterkundungsverfahren mitunter andere Aussagen getroffen, als sie später von der Telekom umgesetzt wurden. "Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) ist im Juli der Allianz für Breitband des Wirtschaftsministeriums von Schleswig-Holstein beigetreten, das unter anderem ein Stillhalteabkommen vorsieht. Zu diesem Memorandum haben sich - im Gegensatz zu der Telekom - viele regionale wie nationale Unternehmen und Initiativen bekannt", sagte Nicole Buschermöhle, Sprecherin des Zweckverbands Ostholstein (ZVO).

Seit Beginn des Engagements für den Breitbandausbau in Ostholstein registriere man Störversuche verschiedener Art. Dies führe zu zusätzlichem Aufwand und Irritationen bei den Bürgern.

Im Gegensatz zu privaten Telekommunikationsunternehmen sei das "kommunale Projekt darauf ausgerichtet, allen Haushalten, die momentan in unterversorgten Gebieten liegen, Zugang zu Breitbandinternet zu ermöglichen, mit zukunftsfähigen Glasfaseranschlüssen", betonte Buschermöhle.

Umfangreiche 'Nachmeldungen' zur Markterkundung, nicht nur von der Telekom

Der Landkreis Osnabrück verfolgt laut Sprecher Burkhard Riepenhoff den Breitbandausbau im ländlichen Raum mit seiner eigenen Breitbandinfrastrukturgesellschaft, der TELKOS, im Betreibermodell. Ein erster Antrag auf Förderung aus dem Bundesprogramm wurde im April 2016 gestellt. Die zugehörige Markterkundung erfolgte zuvor im Dezember 2015. "Zwischen Januar und August 2016 erfolgten in der Tat umfangreiche 'Nachmeldungen' zur Markterkundung, nicht nur von der Telekom, sondern von unterschiedlichen Telekommunikationsunternehmen. Nach Abschluss des Stillhalteabkommens im Februar 2017 wurde unser Projekt nicht mehr durch nicht abgestimmte Ausbaumaßnahmen der Telekom tangiert", sagte Riepenhoff.

Auch im Landkreis Uelzen baut die Telekom massiv die Kabelverzweiger mit Vectoring aus. "Da der Landkreis von vornherein auf FTTB gesetzt hat und der Ausbau durch die Telekom entgegen der Markterkundung erfolgt, wird das Projekt des Landkreises nicht wesentlich behindert. Der Landkreis hat sein Ausbauprojekt nicht wegen der Telekom-Ausbauten verändert. Die Bevölkerung hat sehr klar erkannt, wo die Unterschiede zwischen FTTB und FTTC liegen und wartet darauf, dass die Aufgreifschwelle erhöht wird und der Landkreis auch in den jetzt schwarzen Flecken bauen darf", erklärte Julia Baumgarten für den Landkreis Uelzen.

Im Februar 2017 schlossen Telekom und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Insiderinformationen zufolge ein Stillhalteabkommen, das aber vielerorts von der Telekom nicht eingehalten werde. Die Telekom sabotiere mit ihrem strategischen Überbau viele Projekte, um eine vom Staat geförderte Konkurrenz auf dem Land zu verhindern oder kleinzuhalten, hat Golem.de aus informierten Kreisen erfahren. Damit könne das Vectoring länger vermarktet werden.



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solary 09. Sep 2018

Bei der Telekom lernt man bescheiden zu werden. Auch wenn wir erst bei 25-30% wären, da...

bombinho 08. Sep 2018

Vielleicht noch ein Beispiel zur Erklaerung: Wenn ich dir vor Zeugen verspreche, dass...

bombinho 08. Sep 2018

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