Landkreis Cham: M-net bekommt Geld zur Problemlösung
Die Stadtwerke München (SWM) werden ihrer Tochter M-net 50 Millionen Euro geben, um den in die Krise geratenen Glasfaserausbau im Landkreis Cham in der Oberpfalz zu retten. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster). Der lokale Netzbetreiber gehört neben den SWM auch den Stadtwerken Augsburg, den Erlanger Stadtwerken, dem Allgäuer Überlandwerk, der Infra Fürth und der Nürnberger N-Ergie.
In München ist der FTTB-Ausbau in der Innenstadt weitgehend abgeschlossen, von diesem Jahr an werden die Viertel außerhalb des Mittleren Rings Glasfaser erhalten. Auch dafür, so steht es laut Süddeutsche Zeitung in der Vorlage für den Stadtrat, braucht M-Net "eine Stärkung der Kapitalbasis".
M-net habe sich laut Sprecher Hannes Lindhuber auf Basis eines Tiefbauangebots eines lokalen Dienstleisters, der das passive Glasfasernetz aufbauen sollte, beworben, hieß es im November 2018. Dessen Tätigkeiten habe aber nicht den hohen Qualitätsmaßstäben des Betreibers entsprochen und die Projektumsetzung gefährdet. Daher habe der Netzbetreiber das Projekt "rechtzeitig gestoppt und den Vertrag mit dem ursprünglich vorgesehenen Infrastrukturpartner nicht abgeschlossen". Im Herbst 2018 habe M-net versucht, durch eine Neuausschreibung einen alternativen Infrastrukturpartner für den Breitband-Ausbau im Landkreis Cham zu finden. Die teils felsigen Böden konnten zum vereinbarten Preis nicht aufgerissen und wieder gefüllt werden. Ein neuer Partner wurde bisher nicht gefunden.
Seit mehr als einem Jahr herrsche Stillstand bei offenen Baugruben.Im Mai 2017 hatte M-net erklärt, dass im Landkreis Cham mit 2.000 Kilometern das größte Glasfasernetz in Bayern entstehe. Geplant war FTTB (Fiber To The Building) für 8.000 Privathaushalte und 1.000 Unternehmen. Das ehrgeizige Projekt sollte bis Mitte 2019 abgeschlossen und mit Unterstützung von Fördermitteln des Freistaats Bayern und des Bundes finanziert werden.
Der Bund fördert das Pilotprojekt mit insgesamt rund 25 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern beteiligt sich mit 16,35 Millionen Euro.
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