Landgeschwindigkeitsrekord: Raketenfahrzeug Bloodhound LSR fährt 800 km/h

Das britische Bloodhound Project testet derzeit in Südafrika sein Auto Bloodhound LSR, mit dem 2020 oder 2021 ein neuer Landgeschwindigkeitsrekord aufgestellt werden soll.

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Rekordfahrzeug Bloodhound LSR bei einer Testfahrt in Südafrika: Feueralarm wegen hoher Außentemperaturen
Rekordfahrzeug Bloodhound LSR bei einer Testfahrt in Südafrika: Feueralarm wegen hoher Außentemperaturen (Bild: Bloodhiound LSR/Screenshot: Golem.de)

Heiße Rekordjagd: Auf einem Salzsee in Südafrika bereitet sich ein Team um den britischen Geschäftsmann Ian Warhurst darauf vor, einen neuen Landgeschwindigkeitsrekord aufzustellen. Das Projekt läuft erfolgversprechend, wenn auch nicht immer reibungslos.

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In dieser Woche ist das Raketenfahrzeug Bloodhound LSR erstmals schneller als 800 km/h gefahren. Es schaffte 501 Meilen pro Stunde (mph), 806 km/h. Das Team wertet das als gutes Zeichen, den bestehenden Rekord von 1.227,99 km/h übertreffen zu können. Den hat Andy Green, Konstrukteur und Fahrer des Bloodhound LSR, selbst im Jahr 1997 aufgestellt.

Die Testfahrten und später auch die Rekordfahrt finden auf dem Hakskeen Pan statt, einem ausgetrockneten See im Nordwesten Südafrikas. Nach dem ersten Mal, als Green die 800-km/h-Marke durchbrach, löste das Fahrzeug beim Abbremsen mit zwei Fallschirmen Feueralarm aus. Rettungsfahrzeuge fuhren los, Green verließ das Cockpit fluchtartig. Feuer gab es allerdings keines. Später stellte sich heraus, dass der Alarm eine Kombination aus der Temperatur des Triebwerks und der hohen Außentemperaturen war. An diesem Tag waren auf dem See 36 Grad Celsius.

Ziel ist, in diesem südafrikanischen Sommer knapp 1.000 km/h zu schaffen. Nach dem Ende der Kampagne werden die Briten mit Fahrzeug nach Hause zurückkehren, um die Daten der Tests auswerten. In etwa einem bis anderthalb Jahren wollen sie dann auf die Hakskeen Pan zurückkehren, um den Landgeschwindigkeitsrekord einzustellen und danach möglicherweise die Marke von 1.000 mph, knapp 1.610 km/h, zu durchbrechen.

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Bloodhound LSR ist knapp 13,5 Meter lang und an der höchsten Stelle drei Meter hoch. Es fährt auf vier Rädern, die einen Durchmesser von jeweils einem Meter haben. Voll getankt wiegt das Gefährt knapp 7,8 Tonnen. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem Raketentriebwerk und einem Eurojet-EJ200-Strahltriebwerk von Rolls-Royce, das auch den Eurofighter Typhoon antreibt. Ein V8-Motor von Jaguar treibt die Pumpe an, die den flüssigen Oxidator in die Brennkammer des Raketentriebwerks pumpt. Insgesamt soll das Fahrzeug über 135.000 PS haben.

Fahrer Green sitzt in einem Monocoque, also in einem Cockpit, das aus einem einzigen Teil besteht. Wie das Monocoque eines Formel-1-Renners ist es aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt - laut den Konstrukteuren ist es das stärkste je gefertigte Cockpit für ein Auto.

Das Projekt war 2008 als Bildungsförderung gegründet worden. Ziel war es dabei, Schüler für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu interessieren.

Ende vergangenen Jahres hatte das Projekt bekanntgegeben, dass es insolvent sei und das Fahrzeug verkaufen wolle. Warhurst übernahm und rettete das Bloodhound Project.

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