Landgericht Detmold: Biobauer will VW zu Verbrenner-Abmagerungskur zwingen

Das Landgericht Detmold(öffnet im neuen Fenster) befasst sich mit der Klage eines Landwirts gegen Volkswagen. Der Landwirt wird von Greenpeace unterstützt und will gerichtlich durchsetzen, dass VW "übermäßige" CO2-Emissionen unterlässt. VW hält die Ansprüche für unbegründet.
Der Biobauer will, dass das Gericht Volkswagen verpflichtet, bis einschließlich 2029 nur noch maximal ein Viertel der konzernweit verkauften Pkw und leichten Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren auszurüsten. Ab 2030 soll gänzlich Schluss sein mit dem Verbrennungsmotor, fordert der Landwirt und begründet seine Klage mit dem Eingriff von Volkswagen in seine Geschäftstätigkeit. Die klimabezogenen Folgen von Volkswagen würden ihn in zentralen Rechtsgütern wie Eigentum und Gesundheit beeinträchtigen.
Warum Volkswagen im Mittelpunkt steht
Der Kläger macht laut Greenpeace geltend, dass VW als zweitgrößter Autobauer der Welt mitverantwortlich sei für erhebliche Schäden an seinem Hof und dem zugehörigen Wald. Auch verstärke VW durch den millionenfachen Verkauf klimaschädlicher Autos die Klimakrise.
Volkswagen hält die Klage für unbegründet, weil das Unternehmen ein Dekarbonisierungsprogramm beschlossen habe und bis 2050 bilanziell klimaneutral sein wolle.
Greenpeace unterstützt noch eine ähnliche Klage gegen VW vor dem Landgericht Braunschweig. Es wird nicht erwartet, dass das Gericht schnell zu einer Entscheidung kommt.
Greenpeace berichtet, dass der Vorstand des Volkswagen Konzerns seit spätestens 1983 über die drohenden Folgen der Erderhitzung(öffnet im neuen Fenster) und den Schadensanteil von Autos mit Verbrennungsmotor informiert gewesen sei. Dies würden Recherchen zeigen, für die Greenpeace interne Mitteilungen an den Vorstand, Sitzungsprotokolle und andere Dokumente im VW-Konzernarchiv ausgewertet und die früheren Entwicklungsvorstände Ulrich Seiffert und Ernst Fiala interviewt hat. Das Unternehmen habe aber seine Strategie jahrzehntelang nicht angepasst, so der Vorwurf von Greenpeace.



