Land Rover Explore im Hands on: Das Smartphone für extreme Ansprüche

Das erste Bullitt-Smartphone unter der Land-Rover-Marke kann mit Modulen erweitert werden. Wie bei den Smartphones der Moto-Z-Modellreihe der Lenovo-Marke Motorola können auf der Rückseite Module im laufenden Betrieb aufgesteckt werden. Und bei dem Vorbild haften auch die Explore-Module mit starken Magneten. Die Module halten beim ersten Ausprobieren sehr gut und lassen sich mit etwas Kraftaufwand ganz gut lösen.
Die Module dienen beim Explore-Smartphone vor allem dazu, die Nutzungszeit unter extremen Bedingungen zu verlängern. Zum Start gibt es zwei Akkumodule, die mit unterschiedlich groß dimensionierten Akkus versehen sind. Das eine Modul hat einen 4.370-mAh-Akku, das andere einen 3.600-mAh-Akku. Bezüglich der Außenmaße sind beide Module gleich groß.

Im Modul mit der geringeren Kapazität befindet sich zusätzlich eine Keramik-Patch-GPS-Antenne. Damit soll das Explore eine verbesserte Ortung erreichen, die auf dem Niveau eigenständiger GPS-Geräte liegen soll. Wer in der Natur auf eine hohe Präzision bei der Ortung angewiesen ist, kann dies mit dem Modul nachrüsten. Wenn das Modul angekockt wird, kann eine App bestimmt werden, die dann automatisch startet. Beide Module haben einen eigenen USB-Anschluss, so dass das Modul unabhängig vom Smartphone geladen werden kann.
Adventure Pack mit Akku wird gleich mitgeliefert
Das Akkumodul mit der verbesserten GPS-Antenne nennt sich Adventure Pack und liegt dem Smartphone gleich bei. Zudem gibt es eine Hülle, in die das Smartphone samt angestecktem Modul hineinpasst. Die Hülle ist standardmäßig mit einem Karabinerhaken versehen, um das Smartphone jederzeit griffbereit tragen zu können. Damit will der Hersteller erreichen, dass der Gerätebesitzer das Smartphone immer griffbereit dabei haben kann, ohne es aus Sorge vor Beschädigungen im Rucksack verstauen zu müssen.
Als weiteres Zubehör wird ein Bike Pack angeboten. Das ist eine Hülle mit einer speziellen Halterung, um diese etwa am Lenker eines Fahrrads befestigen zu können. Der Haltemechanismus ist dabei abnehmbar und kann an der größeren Hülle angebracht werden. So kann das Smartphone auch mit Akkumodul auf dem Fahrrad verwendet werden.
Damit das Smartphone auch ohne Modul möglichst lange verwendet werden kann, wurde ein vergleichsweise großer Akku eingebaut. Er bietet eine Kapazität von 4.000-mAh und verspricht eine Einsatzdauer von einem Tag, auch wenn die ganze Zeit GPS verwendet wird und das Display eingeschaltet ist. Ansonsten sollen zwei Tage mit typischem Gebrauch möglich sein. Zusammen mit dem Adventure Pack wird unter normalen Bedingungen eine Einsatzdauer von vier Tagen versprochen, bei ständig aktivem Display und mit eingeschalteter GPS-Funktion sind es zwei Tage.
Das Smartphone gehört zur Kategorie der Ruggedized-Geräte und das Metallgehäuse des Geräts erfüllt die Schutzklasse IP68, so dass er vor Dreck und Wasser geschützt ist. Außerdem soll es Stürze aus einer Höhe von 1,8 Metern überstehen - gestestet wurden 26 Stürze. Zudem soll es bei Extremtemperaturen von -25 Grad Celsius bis 55 Grad Celsius funktionieren.
Das stabile Gehäuse und der große Akku machen das Smartphone ungewöhnlich schwer. Wenn ein Akkumodul angedockt ist, wird das Smartphone noch schwerer und auch ziemlich dick. Die Modulnutzung ist also vor allem für lange Wandertouren, Fahrrad- oder Zeltreisen gedacht, wenn der Nutzer nur selten Zugriff auf eine Steckdose erhält. Das hohe Gewicht und das dicke Gehäuse muss der Nutzer akzeptieren, wenn er eine möglichst lange Nutzung ohne Nachladen des Akkus haben möchte.
Die übrige Ausstattung ist auf dem Niveau der gehobenen Mittelklasse.
5-Zoll-Display mit Gorilla Glass 5
Zum Schutz des 5 Zoll großen Displays wird Cornings Gorilla Glass 5 verwendet, das Kratzer und Displaybruch verhindern soll und auch in regulären Smartphones eingesetzt wird. Das Display hat eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln, Inhalte werden entsprechend scharf dargestellt. Das Display soll auch unter direktem Sonnenlicht noch gut ablesbar sein. Der Touchscreen kann mit Handschuhen oder auch mit nassen Fingern bedient werden.
Für Foto- und Videoaufnahmen hat das Smartphone eine 16-Megapixel-Kamera mit Autofokus und auf der Displayseite ist eine 8-Megapixel-Kamera enthalten. Das LED-Licht für die Kamera kann auch für SOS-Signale verwendet werden. Im Smartphone steckt Mediateks Deca-Core-Prozessor Helio X27, der mit einer Taktrate von bis zu 2,6 GHz läuft. Mit 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte Flash-Speicher ist das Smartphone zeitgemäß ausgestattet. Zudem gibt es einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 128 GByte.
Eingeschränkte Dual-SIM-Funktion
Das LTE-Smartphone beherrscht Dual-Band-WLAN sowie Bluetooth 4.1 und hat einen GPS-Empfänger. Zudem gibt es eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und einen USB-C-Anschluss. Das Explore wird mit Dual-SIM-Technik verkauft, allerdings mit einem sogenannten Kombi-Slot. Der Nutzer muss sich also entscheiden, ob er die zweite SIM-Karte oder eine Speicherkarte nutzt. Der Einsatz einer zweiten SIM-Karte zusammen mit einer Micro-SD-Karte ist nicht möglich.
Das Explore wird noch mit dem veralteten Android 7 alias Nougat auf den Markt kommen. Für Sommer 2018 ist ein Update auf Android 8 alias Oreo versprochen. Auf dem Smartphone befindet sich ein App Scout. Das ist so etwas wie Filter für den Play Store, der neuartige Rubrizierungen anbietet. Nutzer sollen darüber bequem Apps speziell für den Einsatz auf Fahrradtouren, beim Wassersport, auf Zeltreisen, bei Wanderungen, für Klettertouren und ähnlichem finden, ohne dass unnötig viele Apps vorinstalliert werden.
Vorinstalliert ist die Wanderführer-App View Ranger(öffnet im neuen Fenster) samt Augmented-Reality-Funktionen. Der Nutzer kann sich in der Smartphone-Kamera einblenden lassen, welche markanten Punkte im Sucherbild zu sehen sind.
Verkauf beginnt im April
Das Land Rover Explore(öffnet im neuen Fenster) soll im April 2018 für 650 Euro erscheinen. Zum Lieferumfang gehört das Akkumodul mit verbesserter GPS-Antenne und die Hülle, die mittels Karabinerhaken befestigt werden kann. Einzeln kostet das Akkumodul um die 150 Euro.
Als optionales Zubehör wird das einfache Akkumodul ohne GPS-Verbesserung für um die 120 Euro angeboten. Zudem gibt es eine spezielle Fahrradhalterung namens Bike Back für etwa 110 Euro. Das Land-Rover-Smartphone wird in der letzten Februarwoche auf dem Mobile World Congress in Barcelona gezeigt.



