Lamphone: Wenn die Lampe zur Wanze wird

Forscher missbrauchen eine LED-Lampe als Mikrofon, um einen Raum aus 25 Metern Entfernung abzuhören.

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Die Lampe kann zum Mikrofon werden ...
Die Lampe kann zum Mikrofon werden ... (Bild: Trung Pham Quoc/Unsplash)

Mit einer neuen Technik können Forscher der israelischen Ben-Gurion-Universität einen Raum über eine Distanz von 25 Metern abhören. "Man braucht nur Sichtkontakt zu einer hängenden Lampe", erklärt Ben Nassi, der die Überwachungsmethode gemeinsam mit Yaron Pirutin und Boris Zadov entwickelt hat. Durch Sprache, Musik oder Geräusche entstehen winzige Vibrationen auf der Glasoberfläche des Leuchtmittels, die zu einem geringfügigen Flackern des Lichts führen. Den Forschern ist es gelungen, dieses Flackern aus der Ferne aufzunehmen und in Echtzeit wieder in Ton umzuwandeln.

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Die Lamphone genannte Überwachungsmethode funktioniert jedoch nur unter bestimmten Bedingungen, kann dann aber im Unterschied zu anderen Überwachungsmethoden rein passiv durchgeführt werden. So benötigen die Forscher freie Sicht auf die Lampe, sie darf also nicht von einem Lampenschirm oder Ähnlichem verdeckt sein oder sich in einem geschlossenen Raum ohne Fenster befinden. Besteht diese Sicht, können die Forscher das Flackern der Lampe mit einem Teleskop und einem elektrooptischen Sensor beobachten. Mit einem Analog-Digital-Wandler geben die Forscher die aufgenommenen Töne an einen Laptop weiter, mit dem sie die Aufnahme analysieren und in Echtzeit abspielen können.

In einem Experiment konnten die Forscher auf diese Weise über eine LED-Lampe (E27/12 Watt) in einem 25 Meter entfernten Raum abgespielte Musik- und Sprachaufnahmen aufnehmen. Die beiden Testlieder von Coldplay und den Beatles wurden von der Musikerkennungs-App Shazam auf Anhieb erkannt. Eine ebenfalls abgespielte Rede von US-Präsident Donald Trump war so deutlich, dass sie mit Googles Spracherkennung in Text umgewandelt werden konnte.

Die Lautstärke der im abgehörten Raum abgespielten Aufnahmen lag jedoch deutlich über der einer normalen menschlichen Konversation. Bei dem Experiment sei jedoch ein relativ billiger elektrooptischer Sensor und Analog-Digital-Wandler für insgesamt unter 1.000 US-Dollar verwendet worden, betonen die Forscher. Mit teurerem Equipment könnte es also durchaus möglich sein, Gespräche in normaler Lautstärke abzuhören. Eine weitere Einschränkung seien die Lampen selbst, je nach verwendetem Modell können die Aufnahmen besser oder schlechter funktionieren.

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"Jeder Ton im Raum kann aus dem Raum wiedergewonnen werden, ohne dass man etwas hacken muss und ohne dass sich ein Gerät im Raum befindet", sagte Nassi dem Onlinemagazin Wired. Im Unterschied zu Lasermikrofonen, die beispielsweise Gespräche über die Schwingungen der Fenster aufnehmen können, sei Lamphone rein passiv, könne also nicht detektiert werden, betonen die Forscher. Andere Seitenkanal-Angriffe, bei denen beispielsweise das Gyroskop eines Smartphones oder die Schwingungen von Festplatten als Mikrofon missbraucht werden, setzten im Unterschied zu Lamphone Schadsoftware auf den Geräten voraus.

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vvwolf 18. Jun 2020

Lasermikrofone kenne ich nicht. Ein Geheimnis des Autors.

Ach 17. Jun 2020

Ich hatte nicht den geringsten Schimmer :]. Ich schau mir das später mal an. Das ist...

derdiedas 16. Jun 2020

Wie will man aus einer Mono-Videoaufnahme eine Richtung ermitteln? In dem man etwa bei...

chefin 16. Jun 2020

Das hat alles nichts mit LED oder Glühbirne zu tun sondern mit der Art der Leuchte. Das...

chefin 16. Jun 2020

Plastik schwingt genauso wie Glas. Schallwellen bringen alles irgendwie zum schwingen...



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