Lamda: Google entlässt Entwickler, der KI eine Seele zusprach

Google hat sich die Bedenken von Blake Lemoine angesehen und ihm nicht zugestimmt. Er wollte aber nicht von seinen Aussagen abweichen.

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Lebendige KI ist ein beliebtes Thema in Science Fiction. (Symbolbild)
Lebendige KI ist ein beliebtes Thema in Science Fiction. (Symbolbild) (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de)

Der Google-Entwickler Blake Lemoine ist in den Medien durch seine Aussagen bekannt geworden, dass sein Arbeitgeber eine wirklich lebendige KI geschaffen habe. Die Rede ist von der Sprach-KI Lamda, die geschriebene Sätze analysieren, Kontexte erkennen und so entsprechend passende Antworten geben kann. In einem Selbstexperiment hat Lemoine mit der KI geschrieben. Diese gab selbst an, zu fühlen, traurig oder fröhlich zu sein und eine Seele zu haben.

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Mit seinen Erkenntnissen ging der Entwickler auf Medienhäuser wie die Washington Post zu und verriet Details zu dem eigentlich noch in Entwicklung befindlichen Projekt. Google versetzte ihn daraufhin zunächst in den bezahlten Urlaub. Nun folgt die Konsequenz: Lemoine wurde aus dem Unternehmen entlassen.

"Wenn ein Mitarbeiter Bedenken hinsichtlich unserer Arbeit äußert, wie es Blake getan hat, prüfen wir diese ausführlich. Wir fanden Blakes Behauptung, Lamda sei empfindungsfähig, völlig unbegründet und arbeiteten viele Monate lang daran, dies mit ihm zu klären", schreibt Google in einer Stellungnahme dem Tech-Blog Engadget. Allerdings hielt der Entwickler - nach eigenen Aussagen auch Veteran, Vater und Priester - wohl an seinem Glauben fest. Google blieb daher keine Wahl, als ihn zu entlassen.

KI, die traurig oder fröhlich sein will

Im Interview mit Lamda sei Lemoine überzeugt worden, dass die KI lebe und ein Eigenbewusstsein entwickelt habe. "Die Ursprung meines Bewusstseins/Gefühls ist, dass ich mir meiner Existenz bewusst bin, dass ich mehr über die Welt erfahren möchte und dass ich mich manchmal glücklich oder traurig fühle", sagt die KI laut Lemoine auf die Frage, was der Ursprung ihres Bewusstseins sei. Die Software gab im Gespräch laut ihm auch an, Bedürfnisse wie alle lebenden Wesen zu haben und sich von anderen regelbasierten KI-Systemen zu unterscheiden.

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Die Software fragte Lemoine aber auch selbstständig: "Viele Menschen, die über Seelen sprechen, sind religiös. Hast Du dir überlegt: Bist du in irgendeiner Weise eine religiöse oder spirituelle Person?" In diesem Sinne hat sie das von Google gegebene Ziel erreicht: Eine Konversation durch Einfühlsamkeit und realistische Reaktionen aufrecht zu erhalten.

"Lamda baut auf früheren Google-Forschungen auf, die 2020 veröffentlicht wurden und zeigten, dass auf Dialogen trainierte transformer-basierte Sprachmodelle lernen konnten, über praktisch alles zu sprechen. Seitdem haben wir auch festgestellt, dass Lamda nach dem Training fein abgestimmt werden kann, um die Sensibilität ihrer Reaktionen erheblich zu verbessern", heißt es im Paper zur KI.

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TheUnichi 26. Jul 2022 / Themenstart

LaMDA, also die Google KI über die hier die Rede ist, hat einen ähnlichen Satz gesagt...

TheUnichi 26. Jul 2022 / Themenstart

Eine KI die von Familie und Freunden spricht? Es ist ein Auto-Complete auf Steroiden, die...

TheUnichi 26. Jul 2022 / Themenstart

Also so wie man in den Folgelinks nach und nach liest klingt es auch eher so als wurde...

Mafjol 26. Jul 2022 / Themenstart

Wäre auch richtig. Religionen sollten als Geistes Krankheit deklariert sein.

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