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Länger arbeiten: Mercedes-Benz will 35-Stunden-Woche kippen

Länger arbeiten, gleich viel verdienen: Vorstandschef Källenius will die Arbeitszeit erhöhen, der Betriebsrat blockt. Dahinter steckt ein strukturelles Problem.
/ Andreas Donath
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Ola Källenius (Bild: Johannes Simon/Getty Images)
Ola Källenius Bild: Johannes Simon/Getty Images

Mercedes-Benz steckt in der Krise und sucht Auswege. Einer davon führt direkt in den Konflikt mit der eigenen Belegschaft. Vorstandschef Ola Källenius führt nach Spiegel-Informationen(öffnet im neuen Fenster) Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über eine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit. Rückendeckung bekommt er von Aufsichtsratschef Martin Brudermüller, der Klartext spricht: zurück zur 40-Stunden-Woche, ohne Lohnausgleich. Das Argument lautet: Im internationalen Vergleich seien die deutschen Arbeitskosten zu hoch. Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali hält dagegen. Eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnerhöhung sei nicht zielführend, solange die deutschen Werke ohnehin nicht ausgelastet seien.

Warum ist das so schwierig? – Mercedes fehlen die klassischen Hebel

Das bisherige Sparprogramm "Next Level Performance" brachte nur begrenzte Entlastung. Von 40.000 Beschäftigten außerhalb der Produktion nahmen rund 5.000 ein Abfindungsangebot an. Betriebsbedingte Kündigungen scheiden bis 2035 per Garantie aus. Dem Unternehmen bleiben außer der Arbeitszeit kaum Stellschrauben.

China bricht weg, der Rest hilft kaum

Betriebsratschef Lümali pocht auf zwei Millionen verkaufte Fahrzeuge pro Jahr, um die deutschen Standorte dauerhaft auszulasten. Als Källenius sein Amt antrat, war das noch erreichbar. Inzwischen liegt Mercedes-Benz das zweite Jahr in Folge darunter, 2025 wurden gut 1,8 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Der Hauptgrund ist China: Dort gingen die Verkäufe 2025 um 19 Prozent zurück, im ersten Quartal 2026 sogar um 27 Prozent. Staatlich geförderte chinesische Hersteller produzieren günstiger und haben technologisch aufgeholt. Erschwerend kommen Handelsbarrieren, geopolitische Konflikte und steigende Energiepreise hinzu.

Ob Källenius und Brudermüller sich beim Betriebsrat durchsetzen, bleibt offen. Klar ist: Das eigentliche Problem liegt nicht in der Stechuhr, sondern auf dem chinesischen Markt.


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