Ladesäulenverordnung: Bundesrat billigt Kartenzahlung an Ladesäulen

Fürs E-Auto-Tanken an der Ladesäule werden bisher oft spezielle Kundenkarten gebraucht. Künftig reicht die Debit- oder Kreditkarte.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
An Ladesäulen muss künftig auch mit Debit- und Kreditkarten bezahlt werden können.
An Ladesäulen muss künftig auch mit Debit- und Kreditkarten bezahlt werden können. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Fahrer von Elektroautos können beim Tanken an der Ladesäule bald häufiger mit Karte zahlen. Ab Juli 2023 müssen in alle neuen Ladepunkte Lesegeräte für gängige Debit- oder Kreditkarten eingebaut sein. Einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung stimmte der Bundesrat am 17. September 2021 zu. Ältere Ladesäulen müssen nicht umgerüstet werden. Aus Sicht der Autobranche ist die neue Pflicht ein Rückschritt.

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Derzeit gibt es für das Bezahlen an Ladesäulen kein einheitliches System. Es gibt mehr als 46 000 öffentliche Säulen, aber Hunderte Betreiber, Vertragsmodelle und Tarife. Teils klappt das Laden über Kundenkarten, teils über Apps. Mal wird monatlich eine Grundgebühr gezahlt, mal nur pro Ladevorgang. In der Regel müssen Autofahrer bestimmte Ladesäulen ansteuern und können nicht spontan jede beliebige Säule auf ihrem Weg nutzen.

Mehr Unabhängigkeit für E-Autos

Bund und Länder wollen das Laden von Elektroautos mit der Verordnung einfacher und unabhängiger machen. Wenn man überall mit der Debit- oder Kreditkarte zahlen kann, könnte es leichter werden, spontan Ladepunkte zu finden. Auch Kreditwirtschaft, Städte, Gemeinden und Kreise plädieren dafür. Der Verbraucher müsse an jeder Ladesäule mit der Karte bezahlen können, die er im Portemonnaie habe, heißt es etwa beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Der ADAC lobt die Entscheidung als "Sieg für die Verbraucher".

Die Befürworter der Kartenlesegeräte argumentieren, dass die Kartenzahlung international verbreitet und sicher sei. So könnten Urlauber in Deutschland ihre E-Autos einfacher laden. Außerdem könne an den Terminals auch kontaktlos zum Beispiel mit dem Smartphone bezahlt werden - genau wie an der Supermarktkasse. Anders als bei App-Lösungen sei keine Registrierung mit heiklen Daten nötig.

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Verbraucher müssten die Sicherheit haben, immer und überall ohne Vertrag laden zu können, betont der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Allein auf digitale Bezahllösungen zu setzen, schließe viele Menschen aus. "Verbraucher wollen den Strom fürs Elektroauto so bequem und einfach mit der Karte bezahlen können wie heute ihre Tankrechnung an der Tankstelle", sagt auch Karl-Peter Schackmann-Fallis, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Nun richteten sich alle Augen auf Brüssel, wo ebenfalls eine Entscheidung ansteht. "Auch Europas Gesetzgeber müssen im Interesse der Verbraucher das Bezahlen mit Kredit- und Girokarten an den E-Ladesäulen möglich machen", fordert Schackmann-Fallis.

Auto- und Energiewirtschaft gegen Verordnung

Die Präsidentin des Autoindustrieverbands VDA, Hildegard Müller, hält die Entscheidung des Bundesrats für einen Rückschritt. EC-Kartenterminals bedeuteten zusätzliche Kosten für die Nutzer, das Innovationstempo werde gebremst und digitale Bezahldienstleister würden zugunsten überholter Geschäftsmodelle ausgeschlossen.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Die Autobranche setzt stattdessen auf digitale Lösungen, also etwa Apps oder mobile Anbieter wie Paypal. Derzeit würden mehr als 90 Prozent der Ladevorgänge ohne Kredit- oder EC-Karten bezahlt, erklärte etwa Volkswagen. "Auch Ad-hoc-Ladevorgänge, bei denen Kundinnen und Kunden spontan die Ladesäule ansteuern, können bequem über eine Smartphone-App oder Website abgewickelt werden". Daher seien verpflichtende Kartenlesegeräte unnötig. Auch BMW betonte, für spontanes Laden sei es wichtig, nicht einseitig auf Kartenlesegeräte zu setzen.

Der Chef des Stadtwerkeverbandes VKU, Ingbert Liebing, kritisierte, Bund und Länder träten durch ihre Entscheidung beim Ausbau der Elektromobilität auf die Bremse. "Viel effizienter wäre es gewesen, konsequent auf kostengünstige, digitale und mobile Lösungen zu setzen". Die zusätzlichen Anforderungen verteuerten und erschwerten den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Außerdem könne es sein, dass alle Auflagen schon bald durch die Entscheidung auf EU-Ebene hinfällig würden.

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Viego 20. Sep 2021

Wenn ich mit einer Kreditkarte o.ä. direkt zahlen kann, dann kann man natürlich nicht...

My1 19. Sep 2021

oder alternativ bei Sumup 0,9% gebühr und NULL kosten pro monat

NobodZ 19. Sep 2021

Das schlimmste ist natürlich das, worum alle anderen E-Auto Nutzet Tesla Fahrer nur...

senf.dazu 19. Sep 2021

Bei künftigen Ladesäulen unter 50 kW ist alternativ auch die Bezahlung per Kreditkarte...



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