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Ladesäulenregister: Deutschland verzeichnet über 200.000 öffentliche Ladepunkte

Die Bundesnetzagentur meldet zum 1. Juli 2026 mehr als 209.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland. Der Schnellladeausbau wächst stark.
/ Nils Matthiesen
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Neue Zahlen zur Ladeinfrastruktur in Deutschland (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Neue Zahlen zur Ladeinfrastruktur in Deutschland Bild: Sean Gallup/Getty Images

Die Bundesnetzagentur hat neue Kennzahlen zur öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur in Deutschland veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster). Zum Stichtag 1. Juli 2026 registrierte die Behörde demnach insgesamt 209.605 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag am 1. Juli 2025 mit 179.944 Ladepunkten entspricht dies einem Zuwachs von 16,48 Prozent. Die Zahl der gemeldeten Ladeeinrichtungen stieg im selben Zeitraum um 16,58 Prozent von 100.178 auf 116.784 Standorte.

Starkes Wachstum bei Schnellladepunkten und Ladeleistung

Der Ausbau betrifft insbesondere die Hochleistungsinfrastruktur. Während die Zahl der Normalladepunkte bis 22 kW um 12,62 Prozent von 137.865 auf 155.264 zulegte, stieg die Anzahl der Schnellladepunkte über 22 kW um 29,14 Prozent von 42.079 auf 54.341 Einheiten.

Parallel dazu erhöhte sich die kumulierte Nennleistung aller Ladeeinrichtungen von 7.116.533,4 kW auf 9.037.861,6 kW. Das entspricht einer Zunahme um 27 Prozent. Die durchschnittliche Leistung pro Ladepunkt stieg dadurch von 39,55 kW auf 43,12 kW. In der höchsten Leistungsklasse mit mehr als 299 kW wuchs der Bestand von 13.676 auf 19.015 Ladepunkte (+ 39,04 Prozent). Im Bereich von mehr als 149 kW bis 299 kW stieg die Zahl von 16.326 auf 20.741 (+ 27,04 Prozent). Die meiste Verbreitung haben weiterhin Ladepunkte zwischen 15 kW und 22 kW mit 114.086 Einheiten.

Betreiberstruktur und regionale Verteilung

Insgesamt verzeichnet das Register 12.993 Betreiber. Bei der Anzahl der Ladepunkte führt EnBW mobility+ AG und Co.KG mit 12.351 Punkten, gefolgt von Eon Drive GmbH (4.938), Tesla Germany GmbH (3.918), EWE Go GmbH (3.538) und BP Europa SE (3.121). Gemessen an der installierten Ladeleistung belegt ebenfalls EnBW mit 1.116.261 kW den ersten Platz, gefolgt von Tesla Germany GmbH (969.500 kW), BP Europe SE (481.282 kW), Ionity GmbH (459.100 kW) und Shell Deutschland GmbH (332.959 kW).

Regional weist Nordrhein-Westfalen mit 41.309 Ladepunkten den höchsten Bestand auf (Vorjahr: 35.220), gefolgt von Bayern mit 39.970 (Vorjahr: 34.693) und Baden-Württemberg mit 35.346 (Vorjahr: 31.034). Den stärksten prozentualen Zuwachs unter den Bundesländern verzeichnet Hamburg mit 40,74 Prozent auf 5.786 Ladepunkte, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 25,61 Prozent auf 3.168 Punkte. Das Saarland weist 1.561 Ladepunkte auf und Bremen 1.584 Ladepunkte.

Im europäischen Vergleich

Die reine Ladepunktzahl verdeckt allerdings ein Dichteproblem. Setzt man die Ladepunkte ins Verhältnis zur Landesfläche, fällt Deutschland im europäischen Vergleich zurück: Laut einer Analyse der IFA Berlin(öffnet im neuen Fenster) auf Basis von Daten des European Alternative Fuels Observatory kommen die Niederlande auf 4,88 öffentliche Ladepunkte pro Quadratkilometer, Belgien auf 3,03 und Luxemburg auf 1,25. Deutschland liegt mit 0,56 Ladepunkten pro Quadratkilometer nur auf Platz fünf – selbst Dänemark (1,17) ist hier besser aufgestellt. Zwar rangiert Deutschland bei der absoluten Zahl der Ladepunkte fast gleichauf mit den Niederlanden, doch die geringere Dichte ist vor allem der schieren Landesgröße geschuldet. Für die Frage, ob das Netz tatsächlich flächendeckend ist, sagt sie dennoch mehr aus als die reine Gesamtzahl.

Hintergrund des Ausbaus sind auch verbindliche EU-Vorgaben. Die im April 2024 in Kraft getretene AFIR-Verordnung(öffnet im neuen Fenster) (EU 2023/1804) schreibt vor, dass entlang des transeuropäischen Kernverkehrsnetzes alle 60 Kilometer Schnellladepunkte mit mindestens 150 Kilowatt Leistung für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bereitstehen müssen, gestaffelt bis zur vollständigen Umsetzung Ende 2030.

Für Lkw und andere schwere Nutzfahrzeuge gilt im gleichen Zeitraum ein Abstand von höchstens 60 Kilometern bei mindestens 350 Kilowatt Leistung. Zusätzlich müssen die Mitgliedstaaten für jedes zugelassene Elektroauto mindestens 1,3 Kilowatt zusätzliche öffentliche Ladeleistung vorhalten. Der Energieverband BDEW erklärte(öffnet im neuen Fenster) anlässlich der aktuellen Zahlen, Deutschland übererfülle diese EU-Anforderungen um ein Vielfaches.


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