Ladesäule: Alpitronic bietet Megawattladen für Pkw
Der Südtiroler Hersteller Alpitronic erweitert seine leistungsstärksten Ladesäulen um einen Anschluss für bis zu 1.000 Kilowatt (kW). Über den sogenannten High Performance Dispenser (HP Dispenser) könnten Elektro-Pkw über CCS2 mit mehr als 1.000 Ampere und bis zu 1.000 kW versorgt werden, teilte das Unternehmen am 22. Juni 2026 mit. Bislang können die Säulen nur bis zu 600 kW liefern.
Ladeleistungen von bis zu einem Megawatt waren bis vor Kurzem nur Lastkraftwagen mit großen Akkus vorbehalten. Inzwischen bringen Hersteller wie BYD jedoch Pkws auf den Markt, die wie der Denza Z9 GT (Probefahrt) mit bis zu 1.500 kW laden können. Der neue Mercedes-AMG GT 4-Türer lädt serienmäßig mit bis zu 600 kW.
Bis zu 1.000 Volt Spannung
Laut Alpitronic arbeitet die neue Hochleistungssäule in einem Spannungsbereich von 150 bis 1.000 Volt. Die Leistung wird über den zentralen Schaltschrank in Schritten von 62,5 kW bereitgestellt. Ein Schaltschrank verfügt über acht Ausgänge, eine einzelne Hochleistungseinheit belegt zwei davon. Damit können an einem Schaltschrank bis zu vier HP-Ladesäulen betrieben werden.
Gemischte Konfigurationen seien ebenfalls möglich. So ließen sich bislang übliche Ladesäulen mit 400 oder 600 kW mit dem Megawattlader kombinieren. Die Gesamtleistung des Schaltschranks ist jedoch auf 1.000 kW begrenzt. "Die verfügbare Leistung wird dynamisch auf die einzelnen Ladepunkte verteilt – abhängig von der jeweiligen Konfiguration sowie der aktuellen Auslastung des Ladeparks", sagte eine Sprecherin auf Anfrage von Golem.
Die Leistungsfähigkeit der neuen Säule erprobte Alpitronic im August 2025 auf der Teststrecke im süditalienischen Nardò. Dort kam ein Prototyp während einer Rekordfahrt des Concept AMG GT XX zum Einsatz und ermöglichte über einen Zeitraum von acht Tagen Ladestopps mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von rund 850 kW. In einem anschließenden Test erzielte der Prototyp-Dispenser eine Spitzenladeleistung von 1.041 kW bei einem Spitzenstrom von 1.176 Ampère. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse seien in die Serienentwicklung eingeflossen.
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