• IT-Karriere:
  • Services:

Ladeinfrastruktur: Warum Berlins einziger Elektro-Taxifahrer aufgegeben hat

Zugeparkte Ladesäulen und erhöhte Stromkosten: Berlins einziger Taxifahrer mit Elektroauto hadert mit der Elektromobilität. Der Berliner Senat will inzwischen stärker gegen die Fehlnutzung durch Carsharing-Anbieter vorgehen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Dieser Falschparker wurde von der Berliner Polizei später abgeschleppt.
Dieser Falschparker wurde von der Berliner Polizei später abgeschleppt. (Bild: Polizei Berlin)

Missbräuchliche Nutzung der Ladeinfrastruktur und erhöhte Stromkosten zwingen den einzigen Berliner Betreiber eines Elektrotaxis zum Aufgeben. "Die vielen Carsharer parken die öffentlichen Ladesäulen zu", sagte Martin Doll der Nachrichtenagentur dpa. Zudem habe der Ladenetzbetreiber von einem pauschalen Tarif auf eine verbrauchsbasierte Strompreisabrechnung umgestellt. Deshalb habe Doll festgestellt: "Das E-Auto lohnt sich nicht mehr."

Inhalt:
  1. Ladeinfrastruktur: Warum Berlins einziger Elektro-Taxifahrer aufgegeben hat
  2. Senat will gegen Carsharing-Falschparker vorgehen

Nach Angaben der Bild-Zeitung war Doll mit einem gemieteten Tesla seit 2016 als Taxifahrer in Berlin unterwegs. Nachdem ein anderer Kollege seinen Tesla wieder abgegeben hatte, war er der einzige Berliner Taxifahrer mit Elektroauto.

Carsharing-Autos blockieren Ladesäulen

Seiner Darstellung zufolge hat sich die Ladesituation wie erwartet verschärft, nachdem Volkswagen seinen Carsharing-Dienst We Share auf die Berliner Straßen gebracht hatte. "VW stellt 1500 Elektro-Golfs in den S-Bahn-Ring und sorgt für keine Ladeinfrastruktur. Sixt und DriveNow machen es genauso", sagte Doll. Zudem stünden viele Elektroautos an den Ladesäulen und blockierten sie, ohne am Stecker zu hängen. "Ich muss jeden Abend nach einer Ladesäule suchen und die Polizei rufen, wenn sie belegt ist, ohne dass geladen wird", sagte Doll und fügte hinzu: "Das kostet schnell eine Stunde Feierabendzeit."

Negativ für das Laden großer Akkus wirkt sich darüber hinaus eine Tarifumstellung des Ladesäulenbetreibers Allego aus. Anstatt für jeden Ladevorgang pauschal 6 Euro zu berechnen, werden nun pro Kilowattstunde (kWh) 41 Cent verlangt. Wenn Doll daher über Nacht seinen Tesla mit 80 kWh auflädt, werden 33 Euro fällig. Während sich an diesem Problem künftig wohl wenig ändern wird, wollen Stadt und Ladenetzbetreiber versuchen, zumindest die missbräuchliche Nutzung von Ladesäulen einzudämmen.

Falschparker werden nach Prüfung abgeschleppt

Stellenmarkt
  1. Landeshauptstadt München, München
  2. Medion AG, Essen

Ein erster Schritt dazu war die Entscheidung der Berliner Polizei von Anfang 2019, dass das Abschleppen von Falschparkern an Elektroladesäulen "grundsätzlich verhältnismäßig" ist, wie es in einem Merkblatt (PDF) heißt. Auf Anfrage von Golem.de konnte die Polizei jedoch nicht mitteilen, wie viele Fahrzeuge seitdem "umgesetzt" wurden, weil darüber keine gesonderte Statistik geführt werde. Einem Sprecher zufolge entscheiden die herbeigerufenen Polizisten im Einzelfall, ob eine konkrete Behinderung vorliegt. Anders als beispielsweise bei Feuerwehrzufahrten handele es sich nicht um einen "Regelfall", bei dem immer abgeschleppt werde.

Spektakulär war der Fall eines abgeschleppten Pick-up-Trucks, der Anfang November 2019 gleich zwei Ladeparkplätze blockiert hatte. Die Behauptung der Polizei, "Hätte der große Blaue tatsächlich die Ladesäule angezapft, wäre vermutlich in den umliegenden Haushalten der Strom ausgefallen", zeigt allerdings, dass bei den twitternden Beamten noch wenig Verständnis für Elektromobilität vorhanden ist.

Doch häufig werden Ladesäulen blockiert, ohne dass die Polizei abschleppen kann.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Senat will gegen Carsharing-Falschparker vorgehen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-28%) 17,99€
  2. (-79%) 5,99€
  3. (-72%) 8,50€
  4. 52,99€

amagol 02. Dez 2019 / Themenstart

Blabla, jeder Vergleich hat seine Schwaechen. Dann versuch halt als Schichtarbeiter...

sambache 28. Nov 2019 / Themenstart

Das Problem ist eigentlich, dass ich das Auto nicht das Stiegenhaus hinaufbekomme ;-)

E-Mover 28. Nov 2019 / Themenstart

Irgendwie im Vergleich zu beidem. Oder suchen wir gar nicht nach der besten Art des...

deefens 28. Nov 2019 / Themenstart

Richtig, ecomento beispielsweise formuliert es korrekter: "Martin Doll hat seine Kunden...

E-Mover 27. Nov 2019 / Themenstart

Nein, natürlich nicht! Ich bin ein großer Freund von Standards, die müssen sich manchmal...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Hallo Magenta und Alexa auf dem Smart Speaker der Telekom

Wetter, Allgemeinwissen, sächsische Aussprache - wir haben den Magenta-Assistenten gegen Alexa antreten lassen.

Hallo Magenta und Alexa auf dem Smart Speaker der Telekom Video aufrufen
Mobile-Games-Auslese: Märchen-Diablo für Mobile-Geräte
Mobile-Games-Auslese
Märchen-Diablo für Mobile-Geräte

"Einarmiger Schmied" als Klasse? Diablo bietet das nicht - das wunderschöne Yaga schon. Auch sonst finden sich in der neuen Mobile-Games-Auslese viele spannende und originelle Perlen.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile-Games-Auslese Fantasypixel und Verkehrsplanung für unterwegs
  2. Mobile-Games-Auslese Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone
  3. Mobile-Games-Auslese Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs

Apex Pro im Test: Tastatur für glückliche Gamer und Vielschreiber
Apex Pro im Test
Tastatur für glückliche Gamer und Vielschreiber

Steelseries bietet seine mechanische Tastatur Apex 7 auch als Pro-Modell mit besonderen Switches an: Zum Einsatz kommen sogenannte Hall-Effekt-Schalter, die ohne mechanische Kontakte auskommen. Besonders praktisch ist der einstellbare Auslösepunkt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Bluetooth und Ergonomic Keyboard Microsoft-Tastaturen kommen nach Deutschland
  2. Peripheriegeräte Microsofts neue Tastaturen haben Office- und Emoji-Tasten
  3. G Pro X Gaming Keyboard Logitech lässt E-Sportler auf austauschbare Tasten tippen

Mikrocontroller: Sensordaten mit Micro Python und ESP8266 auslesen
Mikrocontroller
Sensordaten mit Micro Python und ESP8266 auslesen

Python gilt als relativ einfach und ist die Sprache der Wahl in der Data Science und beim maschinellen Lernen. Aber die Sprache kann auch anders. Mithilfe von Micro Python können zum Beispiel Sensordaten ausgelesen werden. Ein kleines Elektronikprojekt ganz ohne Löten.
Eine Anleitung von Dirk Koller

  1. Python Trojanisierte Bibliotheken stehlen SSH- und GPG-Schlüssel
  2. Programmiersprache Python verkürzt Release-Zyklus auf ein Jahr
  3. Programmiersprache Anfang 2020 ist endgültig Schluss für Python 2

    •  /