Ladeinfrastruktur: Verbände fordern mehr Geld für Mehrfamilienhäuser

Autoindustrie, Stromversorger und Wohnungswirtschaft wollen mehr Geld für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern.

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Verteilerschränke für Ladeinfrastruktur machen hohe Investionen erforderlich.
Verteilerschränke für Ladeinfrastruktur machen hohe Investionen erforderlich. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Bundesregierung soll den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern stärker fördern. Das verlangen mehrere Verbände in einer gemeinsamen Mitteilung. "Wir wollen, dass auch diese Gebäude für die Anforderungen von morgen fit gemacht werden, um die Potenziale für die Elektromobilität zu heben", fordern der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) in einem Schreiben an die Regierung.

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Dies könne "angesichts der enormen Investitionen" über ein "eigenständiges Förderprogramm" erfolgen. Ebenfalls könnten solche Immobilien in das Förderprogramm für gewerbliches Laden eingebunden werden. Die Verbände hätten bereits "einen konzeptionellen Vorschlag für ein eigenständiges Förderprogramm" erarbeitet und den zuständigen Ministerien für Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen vorgelegt.

Nur bei vermieteten Häusern?

Der Mitteilung zufolge soll die Förderung für "Mehrfamilienhäuser mit vermieteten Wohnungen" gelten. Auf Anfrage von Golem.de konnten zunächst jedoch weder der VDA noch der BDEW erläutern, warum die Förderung nicht für Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen oder mit gemischter Nutzung gelten soll.

Die Verbände gehen davon aus, dass die elektrotechnischen Anlagen in vielen Gebäuden mit dem Laden von Elektro-Pkw, dem Betrieb von Photovoltaik-Anlagen sowie der Wärmeversorgung mit Wärmepumpen "regelmäßig an ihre Grenzen kommen". Zudem gebe es wenig Leistungsreserven bei den Hausanschlüssen. Dabei gehen die Verbände von einer typischen Ladeleistung von 11 Kilowatt (kW) bei einem Elektroauto aus.

Details noch offen

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Weitere Details nannten die Verbände zunächst nicht. Das betrifft unter anderem die Frage, welche Förderhöhe pro Mehrfamilienhaus und Parkplatz vorgesehen werden sollte. Während der VDA behauptet, das erwähnte Konzept liege bereits vor und sei an die Regierung geschickt worden, existiert laut BDEW der fertige Vorschlag noch nicht. Laut VDA sollen in den kommenden Tagen Details zu den Forderungen im Internet veröffentlicht werden.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Ende November 2020 hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereits ein Förderprogramm für private Wallboxen gestartet. Die Fördersumme beträgt 900 Euro pro Ladepunkt, wenn die Kosten für die Installation mindestens 900 Euro pro Ladepunkt betragen. Gefördert werden neben dem Kaufpreis der Wallbox auch die Kosten für Einbau und Anschluss der Ladestation, inklusive aller Installationsarbeiten, sowie die Kosten eines Energiemanagement-Systems zur Steuerung der Ladestation.

Die förderfähigen Wallboxen kosten je nach Ausstattung bereits 900 Euro, sodass für die Infrastruktur häufig keine Zuschüsse mehr übrig bleiben. Steht nur wenig Leistung als Reserve zur Verfügung, kann eine Verstärkung des Hausanschlusses trotz Lastmanagements unumgänglich werden. Dies kann die Kosten für die Hauseigentümer dann deutlich erhöhen. Den Verbänden zufolge soll die neue Förderung "deutlich über die Anschaffung einer Ladeeinrichtung hinausgehen".

Nachtrag vom 22. März 2021, 18:57 Uhr

Der BDEW begründete auf Nachfrage von Golem.de die Einschränkung auf Mietshäuser mit dem Argument, dass der Ausbau der Infrastruktur ins Stocken geraten könne, wenn "die elektrische Infrastruktur der Immobilie besonders bei der Installation mehrerer Wallboxen nicht den technischen Anforderungen dafür entspricht". Ein Förderprogramm solle diese zusätzlichen Kosten abdämpfen "und einen Anreiz schaffen für die Immobilienbranche, auch bei Mehrfamilienhäusern mit vermieteten Wohnungen Ladeinfrastruktur aufzubauen".

Auf die Frage, was bei einer Mischung von selbst genutzten Eigentumswohnungen und Mietwohnungen gelten soll, antwortete der BDEW: "Grundsätzlich soll das Förderprogramm Mieter unterstützen, ebenfalls Elektrofahrzeuge bequem zu Hause laden zu können." Ansätze zum Umgang mit gemischten Immobilien sei nicht weiter vertieft worden. "Da sich aber auch in diesem Fall dieselbe Problematik stellt, wird eine entsprechende Förderung analog anwendbar sein", hieß es weiter.

Warum die Förderung nicht für Mehrfamilienhäuser mit selbst genutzten Eigentumswohnungen gelten soll, erschließt sich weiter nicht. Denn die anfallenden Kosten können ebenso hoch ausfallen. Möglicherweise hat der GdW, dem rund 3.000 Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften angehören, auf die entsprechende Einschränkung gedrängt.

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JuBo 23. Mär 2021

Welche Überraschung, dass earlyAdopter nicht der sozialen Unterschicht angehören. Es...

birdy 23. Mär 2021

Wobei Wärmepumpen beim Thema Lärm wieder Probleme haben. Zumindest Aussengeräte in dicht...

rico33 23. Mär 2021

Der Stromverbrauch ist in privaten Haushalten im Schnitt gesunken und nicht gestiegen...



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