Alpitronic setzt auf KI zur Schwachstellensuche
Zwar wüssten große Firmen, wie das geht, "aber das gesamte Ökosystem umfasst auch viele kleine und mittlere Unternehmen, und wir müssen alle mitnehmen und sicherstellen, dass ein gewisses Sicherheitsniveau erreicht wird".
Der Marketingchef des Ladesäulenherstellers Alpitronic, Wolfgang Ademmer, verwies darauf, dass es faktisch unmöglich sei, alle potenziellen Schwachstellen zu schließen, da ständig neue hinzukämen. "Ich glaube, dass die Zahl der Angriffe durch den Einsatz von KI zunimmt. Für uns bedeutet das, dass wir auch unsere Abwehr mithilfe von KI beschleunigen müssen", sagte Ademmer.
Für BSI-Vertreter Twickel kann der Einsatz von KI jedoch nur der zweite Schritt sein. "Zunächst einmal gibt es eine Vielzahl grundlegender Maßnahmen, wie man sichere Kryptografie, Authentifizierung und all diese Dinge umsetzt. Transport Layer Security – all diese Dinge sind nicht in jeder Schnittstelle und in jedem Schritt sowie bei allen an diesem Ökosystem beteiligten Parteien implementiert", sagte Twickel und warnte: "Wenn wir die grundlegende Sicherheit nicht gewährleistet haben, wird uns KI meiner Meinung nach nicht viel helfen."
Bundesregierung will keine Überregulierung
Spirii-Chef Wiecher verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Branche aus bisherigen Sicherheitsproblemen gelernt habe. So seien Betrugsversuche durch das sogenannte Quishing nicht mehr so leicht möglich, weil die QR-Codes nicht mehr aufgeklebt, sondern im Bildschirm angezeigt würden. Aber Wiecher räumte ein: "Dabei waren wir nicht die Schnellsten. Es hat einige Zeit gedauert. Aber ich glaube, hier hat die Branche selbst gelernt, dass nicht jede Innovation, die es den Kunden erleichtert, letztendlich auch der richtige Weg ist."
Der Bundesregierung bereiten solche Vorfälle jedoch weniger Sorgen. Nervös werde man erst, wenn es um systemische Risiken im Kontext der Stromversorgung gehe. "Alles, was systemrelevant ist – wie zum Beispiel in diesem Zusammenhang das Energie- und das Stromnetz - ist für uns von größter Bedeutung", sagte Ponattu.
Daher halte die Regierung ein Basisniveau von Sicherheit für verpflichtend. Was darüber hinaus gehe, könne jedoch freiwillig erfolgen. "Es ist einfach zu pauschal zu sagen, dass alle Protokolle verbindlich sein müssen", sagte Ponattu. Das ließe sich zwar leicht umsetzen, aber dann würden die Firmen zu Recht protestieren. "Genau da werde ich nervös: wenn Überregulierung als einzige Lösung herangezogen wird – und das war's dann", sagte der Regierungsvertreter.
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