Ladeinfrastruktur: Bundesregierung beschließt Schnellladegesetz

Der Bund will ein öffentliches Schnellladenetz mit 1.000 Standorten errichten. Die Energiewirtschaft befürchtet Probleme für bestehende Anbieter.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Bundesregierung will 1.000 Standorte für Schnellladesäulen errichten.
Die Bundesregierung will 1.000 Standorte für Schnellladesäulen errichten. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Mit Hilfe eines eigenen Schnellladegesetzes will der Bund eine flächendeckende Schnellladeinfrastruktur für vollelektrische Autos schaffen. Mit dem am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen Gesetz werde die rechtliche Grundlage für die Ausschreibung zum Aufbau eines öffentlichen Schnellladenetzes mit 1.000 Standorten geschaffen, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Anders als in einem früheren Entwurf vorgesehen, müssen die Schnellladepunkte nun über eine Leistung von mindestens 150 Kilowatt (kW) verfügen.

Stellenmarkt
  1. IT-Architekt*in (w/m/d)
    Landeshauptstadt München, München
  2. Data Analyst - Schwerpunkt Redaktion (d/m/w)
    RND RedaktionsNetzwerk Deutschland GmbH, Hannover
Detailsuche

Die Bundesregierung hatte im November 2019 einen Masterplan Ladeinfrastruktur beschlossen, um die Errichtung privater und öffentlicher Ladepunkte zu beschleunigen. Dem Plan zufolge wollte die Regierung bis Ende 2020 "die gesetzgeberischen Maßnahmen zur Verbesserung rechtlicher Rahmenbedingungen" umsetzen. Zu den ersten Zielen gehörte "die Errichtung von 1.000 Schnellladestandorten".

Infrastruktur noch nicht gewinnbringend

Zwar soll der Aufbau der Ladeinfrastruktur "langfristig" eine Aufgabe der Wirtschaft sein, jedoch existieren nach Ansicht der Regierung derzeit "zu wenige gewinnbringende Geschäftsmodelle für den Aufbau und Betrieb eines flächendeckenden und zunächst die Nachfrage übersteigenden Schnellladenetzwerks".

Laut Paragraf 3 des Gesetzentwurfs (PDF) gewährleistet das Verkehrsministerium "die flächendeckende und bedarfsgerechte Bereitstellung von Schnellladeinfrastruktur für reine Batterieelektrofahrzeuge". Das Ziel: "Dem Nutzer der Schnellladeinfrastruktur soll durch die flächendeckende und bedarfsgerechte Bereitstellung im Hinblick auf die Reichweite ermöglicht werden, bundesweit jeden Ort auf direktem Weg zu erreichen."

Golem Karrierewelt
  1. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    14.11.2022, Virtuell
  2. Deep-Dive Kubernetes – Observability, Monitoring & Alerting: virtueller Ein-Tages-Workshop
    10.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

In einem oder mehreren Wettbewerbsverfahren will der Bund die Unternehmen auswählen, die Ladestationen errichten, unterhalten und betreiben sollen. Die Ausschreibung erfolgt voraussichtlich in 10 bis 15 Losen. Hierbei können sich laut Ministerium auch Bietergemeinschaften zusammenschließen, so dass auch kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit haben, sich an dem Verfahren zu beteiligen.

Das Ministerium hat dabei sicherzustellen, "dass der Betreiber von Schnellladepunkten allen Mobilitätsanbietern den Zugang zu diesen diskriminierungsfrei zu marktgerechten Bedingungen anbietet". Weiter wird gefordert: "Die Bedingungen für das punktuelle Laden müssen diskriminierungsfrei sein [...], dürfen aber im Rahmen der Festsetzung des Entgeltes Unterschiede berücksichtigen, insbesondere einen zusätzlichen Abwicklungsaufwand." Die Stromversorgung der Fahrzeuge habe mit erneuerbarer Energie zu erfolgen.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Energiewirtschaft fordert Ausstiegsszenario

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sieht in dem Gesetz eine "Chance für den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur", jedoch dürfe es den bestehenden Wettbewerb und die Bestandsinfrastruktur nicht gefährden. "Für Unternehmen, die bereits investiert haben und Ladepunkte betreiben, muss sichergestellt werden, dass ihre bestehenden Geschäftsmodelle auch weiterhin im Markt bestehen können", forderte der Verband. Deshalb sei es elementar, "dass die Ausschreibungen die Bestandsinfrastruktur angemessen berücksichtigen, auf Kosteneffizienz setzen und einen echten Wettbewerb sicherstellen".

Zudem müsse klar sein, dass das staatliche Engagement wieder ende, sobald sich Elektromobilität im Markt etabliert habe. "Dieses Ausstiegsszenario fehlt", kritisierte der BDEW. Der Verband empfiehlt, dass entlang der Hauptverkehrsachsen alle 30 bis 50 Kilometer ein Schnellladestandort bereitstehen solle.

Das Schnellladegesetz soll noch im Frühjahr von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden. Die Ausschreibung der 1.000 Standorte soll noch in kommenden Sommer starten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Streaming
Amazon zeigt neuen Fire TV Cube

Das neue Spitzenmodell der Fire-TV-Produktfamilie wurde beschleunigt und hat deutlich mehr Anschlüsse als bisher. Zudem wird eine neue Fire-TV-Fernbedienung angeboten.

Streaming: Amazon zeigt neuen Fire TV Cube
Artikel
  1. Tim Cook: Apple will Entwicklung in München weiter ausbauen
    Tim Cook
    Apple will Entwicklung in München weiter ausbauen

    Laut Konzernchef Cook ist der Standort München wegen der Mobilfunktechnik für Apple "sehr, sehr wichtig". Doch da ist noch mehr.

  2. Berufsschule für die IT-Branche: Leider nicht mal ausreichend
    Berufsschule für die IT-Branche
    Leider nicht mal "ausreichend"

    Lehrmaterial wie aus einem Schüleralbtraum, ein veralteter Rahmenlehrplan und nette Lehrer, denen aber die Praxis fehlt - mein Fazit aus drei Jahren als Berufsschullehrer.
    Ein Erfahrungsbericht von Rene Koch

  3. Spracherkennung: BMW setzt künftig auf Amazons Alexa-Technik
    Spracherkennung
    BMW setzt künftig auf Amazons Alexa-Technik

    Nach FiatChrysler setzt nun auch BMW auf eine speziell angepasste Version von Amazons Sprachassistenten Alexa.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5-Controller GoW Ragnarök Edition vorbestellbar • Saturn Technik-Booster • Viewsonic Curved 27" FHD 240 Hz günstig wie nie: 179,90€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 499€, ASRock RX 6800 579€) • AMD Ryzen 7000 jetzt bestellbar • Alternate (KF DDR5-5600 16GB 96,90€) [Werbung]
    •  /