Ladeinfrastruktur: Autoindustrie fordert Neuauflage von Wallbox-Förderung

Verbraucherschützer und Autoindustrie befürchten Defizite bei der Ladeinfrastruktur. Daher soll die Förderung von Ladestellen verlängert werden.

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Die Lademöglichkeiten für Elektroautos hinken den Zulassungszahlen hinterher.
Die Lademöglichkeiten für Elektroautos hinken den Zulassungszahlen hinterher. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Förderung privater Wallboxen soll nach Ansicht der Autoindustrie und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) im kommenden Jahr neu aufgelegt werden. Das forderte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. VZBV-Vorstand Klaus Müller schlug dies bereits vor Weihnachten in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) vor. Allerdings wollen die Verbraucherschützer die Förderung an zusätzliche Bedingungen knüpfen.

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Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stoppte die Förderung Ende Oktober 2021, nachdem die mehrfach aufgestockte Fördersumme von insgesamt 800 Millionen Euro mehr als ausgeschöpft worden war. Dabei werden pro installierter Wallbox jeweils 900 Euro gezahlt. Die Förderung erfolgt unabhängig davon, ob der Antragsteller überhaupt ein Elektroauto besitzt.

Letzteres soll nach Ansicht der Verbraucherschützer künftig vermieden werden. "Um Mitnahmeeffekte zu verhindern, sollte die Förderung an den Besitz oder den nachzuweisenden Kauf eines E-Autos gekoppelt werden", sagte Müller der NOZ. Gleichzeitig sollte nach Ansicht Müllers geprüft werden, inwieweit private Ladestationen mit anderen E-Auto-Besitzern geteilt werden könnten. Elektromobilität sei ein Baustein für erfolgreichen Klimaschutz.

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hält die Bedenken Müllers hingegen für unbegründet. Mitnahmeeffekte seien durchaus eingerechnet und gewünscht, "zumal sich niemand eine Wallbox installieren lässt, wenn er nicht zumindest langfristig darüber nachdenkt, auf einen 'Stromer' umzusteigen", sagte der ZVEH der NOZ.

Steuerzahler sehen Förderung kritisch

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Kritischer sieht hingegen der Bund der Steuerzahler die Förderung der Elektromobilität. Es solle grundsätzlich geklärt werden, ob ein technologieoffener Ansatz, also die Förderung verschiedener Technologien wie Wasserstoff, alternativer Kraftstoffe und Elektromobilität, besser wäre, als auf Elektroautos zu setzen, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der NOZ: "Mit Blick auf die Förderung von Ladestationen ist aber auch festzustellen, dass es immer noch besser ist, Deutschlands Infrastruktur zu fördern, als direkt den Kauf von Elektroautos, wie dies über die Kaufprämie für E-Autos seit Jahren praktiziert wird."

Neben der Wallbox-Förderung verlangt die Autoindustrie einen schnelleren Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. "Deutschland hängt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für die E-Autos extrem hinterher. Um die Menge der E-Autos, die die Bundesregierung vorsieht, auch wirklich erreichen zu können, müssten pro Woche etwa 2.000 neue öffentliche Ladepunkte installiert werden - tatsächlich sind es gerade mal 300. Heißt im Klartext: Das Tempo muss sich versiebenfachen", sagte Müller der dpa.

Fast 51.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland

Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren zum 1. Dezember 2021 knapp 51.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge gemeldet. Das seien etwa 11.600 Ladepunkte mehr als im Vorjahresmonat gewesen, was einem wöchentlichen Zuwachs von 223 Ladepunkten entspricht.

Inzwischen seien bundesweit 1,5 Gigawatt an öffentlicher Ladeleistung installiert. Das entspricht einem Zuwachs von 400 Megawatt im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Anteil der Schnellladepunkte liege bei 14,9 Prozent.

Nach dem Willen der Ampelkoalition sollen bis zum Jahr 2030 mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw auf deutschen Straßen unterwegs sein. Laut Koalitionsvertrag wollen SPD, Grüne und FDP vor allem den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur beschleunigen. Zur Förderung der privaten Ladeinfrastruktur finden sich hingegen keine Angaben in dem Dokument.

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smonkey 30. Dez 2021 / Themenstart

Für was benötigt man überhaupt eine Wallbox? Ich kann auch über Nacht an der normalen...

Holle 29. Dez 2021 / Themenstart

Momentan kann die Automobilindustrie wegen der Lieferschwierigkeiten doch eh nicht gro...

robinx999 29. Dez 2021 / Themenstart

Wenn die bei einigen Modellen permanent anliegen sind das ca. 39,4kWh pro Jahr oder ca...

desaboya 28. Dez 2021 / Themenstart

Wenn man praktisch für null eine Wallbox kriegt, wieso sollte man nicht zugreifen, auch...

nightmar17 28. Dez 2021 / Themenstart

Doch schon. Ich würde mir gern ein EBike holen, aber die Kosten schnell 2000-3000¤. Das...

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