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Kurznachrichtendienst: Trump darf auf Twitter weiter Kim drohen

Twitter verbietet offene Drohungen. Das gilt aber nicht für alle Nutzer: Ein höchst umstrittener Tweet von US-Präsident Donald Trump wird nicht gelöscht. Der Kurznachrichtendienst begründet das mit dem öffentlichen Interesse an den Äußerungen von Politikern.
/ Werner Pluta
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Kurznachrichtendienst Twitter:  weltweite, öffentliche Konversation fördern. (Bild: Mary Turner/Getty Images)
Kurznachrichtendienst Twitter: weltweite, öffentliche Konversation fördern. Bild: Mary Turner/Getty Images

Einige sind immer gleicher als die anderen, auch bei Twitter: Der Kurznachrichtendienst hat angekündigt, kontroverse Tweets von Staatschefs und anderen hochrangigen Politikern, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, nicht zu löschen.

Twitter wolle "die weltweite, öffentliche Konversation" fördern, heißt es in einer Stellungnahme von Twitter(öffnet im neuen Fenster) . "Gewählte Staatsoberhäupter spielen in dieser Konversation eine wichtige Rolle, weil sie einen übergroßen Einfluss auf unsere Gesellschaft haben."

Der Öffentlichkeit sollen keine Informationen vorenthalten werden

Das Konto eines solchen Politikers zu sperren oder seine umstrittenen Tweets zu löschen, bedeute, der Öffentlichkeit wichtige Informationen vorzuenthalten, die sie sehen und diskutieren solle. Löschen oder sperren würde also nicht diesen Politiker zum Schweigen bringen, sondern stattdessen die "notwendige Diskussion über seine Worte und Taten" beeinträchtigen.

Anlass war ein Tweet von US-Präsident Donald Trump(öffnet im neuen Fenster) Anfang der Woche. Darin hatte er dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un gedroht, sein Knopf zum Abschießen von Atomraketen sei größer als der von Kim, und der Knopf funktioniere. Kritiker sehen darin eine Verletzung der Nutzungsbedingungen von Twitter(öffnet im neuen Fenster) , nach denen unter anderem die Androhung von Gewalt untersagt ist.

Demonstrationen vor dem Twitter-Unternehmenssitz

Nach den letzten Anti-Kim-Tweets hatten sich Demonstranten vor dem Twitter-Unternehmenssitz in San Francisco versammelt. Sie bezeichneten den Dienst unter anderem als Trumps Hundepfeife(öffnet im neuen Fenster) . Die Stellungnahme war eine Reaktion auf die Proteste.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump wegen seiner aggressiven Tweets in die Kritik gerät. So hatte er im vergangenen September schon einmal Kim unverhohlen gedroht. Auch diesen Tweet hatte sich Twitter zu löschen geweigert .


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