Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Kurz vor Europawahl: Cyberangriff auf CDU

Nach der SPD ist auch die CDU von Hackern angegriffen worden. Die Behörden nehmen den Vorfall "sehr ernst", alles deute auf einen "professionellen Akteur" hin.
/ Tobias Költzsch und dpa
31 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die CDU-Zentrale in Berlin (Bild: Achille Abboud via Reuters Connect)
Die CDU-Zentrale in Berlin Bild: Achille Abboud via Reuters Connect

Eine Woche vor der Europawahl ist die CDU Opfer einer Cyberattacke geworden. Man nehme den Vorfall sehr ernst, hieß es am 1. Juni 2024 aus Regierungskreisen. Das Innenministerium bestätigte einen schwerwiegenden Cyberangriff auf das Netzwerk der Partei.

Zum Ausmaß des Schadens oder zum Angreifer könne wegen der laufenden Ermittlungen nichts gesagt werden. "Die Art des Vorgehens deutet aber auf einen sehr professionellen Akteur hin", erklärte ein Sprecher.

Ob sicherheitsrelevante Daten betroffen waren, blieb zunächst unklar. Eine CDU-Sprecherin teilte mit: "Die IT-Infrastruktur wurde als Vorsichtsmaßnahme in Teilen vom Netz genommen und isoliert." Die Internetseite cdu.de war zunächst aber weiter erreichbar.

Aus Regierungskreisen war zu erfahren, Innenministerin Nancy Faeser (SPD) habe bereits mit Parteichef Friedrich Merz gesprochen. Die CDU erklärte, sie arbeite nun eng mit deutschen Sicherheitsbehörden und weiteren externen Sicherheitsexperten zusammen. Der Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hätten Ermittlungen aufgenommen.

Alle Parteien im Bundestag werden gewarnt

Das Bundesamt für Verfassungsschutz werde noch am 1. Juni 2024 eine Warnung an alle Parteien des Deutschen Bundestages herausgeben, erklärte der Sprecher des Innenministeriums. "Unsere Sicherheitsbehörden haben alle Schutzmaßnahmen gegen digitale und hybride Bedrohungen hochgefahren und klären zu Gefahren auf. Wir sehen erneut, wie notwendig dies gerade vor Wahlen ist."

Auch die SPD war im vergangenen Jahr Opfer einer Cyberattacke geworden. Damals wurden E-Mail-Konten der Parteizentrale gehackt. Die Bundesregierung macht für den Angriff eine Einheit des russischen Militärgeheimdienstes verantwortlich.

Opfer dieses Angriffs waren neben der SPD auch deutsche Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Rüstung, Luft- und Raumfahrt und IT-Dienstleistungen gewesen. Möglich wurde er laut SPD durch eine damals noch unbekannte Sicherheitslücke beim Softwarekonzern Microsoft.


Relevante Themen