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Kursabsturz: Teamviewer-Chef spricht über schwere hausgemachte Fehler

Die vielen neuen Mitarbeiter seien nicht richtig eingearbeitet worden. Und die Ziele von Teamviewer seien zu hochgesteckt gewesen, sagt Oliver Steil.
/ Achim Sawall
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Bildschirm aufnehmen mit dem Screen Recorder (Bild: Teamviewer)
Bildschirm aufnehmen mit dem Screen Recorder Bild: Teamviewer

Der Chef des Softwareunternehmens Teamviewer sucht nach den Ursachen für den Absturz an der Börse. "Der Kurs ist absolut enttäuschend" , sagte Vorstandschef Oliver Steil dem Magazin Focus Money. "Uns sind einige hausgemachte Fehler unterlaufen." So habe das Unternehmen die Zahl der Angestellten binnen fünf Jahren verdreifacht. "Viele, die wir neu eingestellt haben, haben wir nicht gut genug eingearbeitet."

Die Aktie des Anbieters für Fernwartungs- und Videokonferenzsoftware wuchs in der Pandemie im Sommer 2020 auf immer neue Rekordwerte. Nach einer Gewinnwarnung im Oktober 2021 verlor das Wertpapier im laufenden Jahr 63 Prozent, gemessen am Höchststand im Juli 2020 sogar 70 Prozent.

Teamviewer müsse nun deutlich besser werden, sagte Steil, "nachdem wir in kurzer Zeit die Hälfte des Börsenwertes verloren haben und so viel Negatives über uns zu lesen war" . Das Vertrauen des Kapitalmarktes sei erschüttert, räumte der Manager ein: "Die Aktionäre sind zu Recht unglücklich, weil wir unsere Prognosen gesenkt haben. Daraus haben wir gelernt. Die allzu ambitionierten Pläne waren nicht das Richtige. Jetzt haben wir sie insoweit korrigiert, dass wir die Zahlen liefern können."

Seit 2019 an der Börse

Er betonte, dass der Konzern weiter zweistellig wachse und die Nettoverschuldung "sehr gering" sei. "Und vor allem: Wir arbeiten hochprofitabel."

Bei seinem Börsengang im September 2019 wurde Teamviewer mit 5,25 Milliarden Euro bewertet. Die Einnahmen aus dem IPO von rund 2,2 Milliarden Euro gingen komplett an den Finanzkonzern Permira. Der Investor hatte fünf Jahre zuvor nur 870 Millionen Euro für Teamviewer gezahlt.

Privatnutzer erhalten Teamviewer mit Videokonferenzen, Dateitransfer und VPN in einer eingeschränkten Freeware-Version, für Firmenkunden gibt es eine kostenpflichtige Version, für die sogenannte Billings berechnet werden.


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