Kurs auf Acht-Monats-Tief: Bitcoin stürzt ab

Der Bitcoin-Kurs ist am Samstag unter die Marke von 76.000 US-Dollar gefallen und notiert am Sonntag bei rund 79.000 US-Dollar. Zuletzt hatte die Kryptowährung im April 2025 auf diesem Niveau gehandelt, als Donald Trump mit Zollankündigungen am sogenannten Liberation Day die Märkte erschütterte.
Seit dem Allzeithoch vom 6. Oktober 2025 bei 126.300 Dollar befindet sich der Bitcoin in einem stetigen Abwärtstrend. Jeder Monat seit Oktober schloss mit Verlusten. Der aktuelle Rückgang vom Höchststand beträgt rund 40 Prozent.
Panik erfasst einen Teil der Finanzmärkte
Während Bitcoin seit Monaten schwächelt, markierten der S&P 500 sowie Gold und Silber in dieser Woche noch neue Allzeithochs. Ab Donnerstag griff die Nervosität jedoch auf diese Märkte über.
Auch im Softwarebreich kam es zu Korrekturen. Die Microsoft-Aktie verlor am Donnerstag knapp zehn Prozent(öffnet im neuen Fenster) , nachdem das Unternehmen am Mittwochabend enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt hatte. Bei den Edelmetallen kam es zu historischen Kursausschlägen.
Silber stürzte von 121,6 Dollar am Donnerstag binnen weniger Stunden auf 74,4 Dollar am Freitag – ein Minus von 39 Prozent. Gold fiel zeitweise von knapp 5.600 Dollar auf 4.682 Dollar zurück. Solche Volatilität ist außergewöhnlich.
Nominierung von Kevin Warsh als Auslöser?
Als Auslöser der Panik gilt die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Chef der Federal Reserve durch Trump. Warsh, der bereits von 2006 bis 2011 Notenbankgouverneur war, steht für eine restriktivere Geldpolitik. In der Vergangenheit sprach er sich gegen Zinssenkungen und eine Ausweitung der Notenbankbilanz aus.
Trump betonte allerdings, dass er nur jemanden nominieren würde, der seine Ansichten teile. Warsh ordnet die Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz zudem als deflationär ein, was theoretisch eine lockerere Geldpolitik ermöglichen könnte – sofern er vom Senat bestätigt wird.
Belastungsfaktoren häufen sich
Weitere Entwicklungen tragen zur aktuellen Verunsicherung bei. Die USA befinden sich seit Samstag in einem partiellen Regierungs-Shutdown, nachdem keine Einigung über den Haushalt erzielt werden konnte. Am Montag soll das Repräsentantenhaus jedoch über einen bereits vom Senat angenommenen Entwurf abstimmen, so dass ein schnelles Ende wahrscheinlich erscheint.
Das KI-Narrativ zeigt erste Risse. Nach den schwachen Microsoft-Zahlen wurde bekannt, dass der Deal zwischen Nvidia und OpenAI(öffnet im neuen Fenster) ins Stocken geraten ist.
Am Freitag kam es zudem zu einer Bankenpleite in den USA. Die Metropolitan Capital Bank & Trust in Chicago wurde wegen unsicherer Praktiken und schwacher Kapitalisierung von der Aufsichtsbehörde FDIC geschlossen und übernommen.
Im Krypto-Markt verstärkten Liquidierungskaskaden den Abverkauf zusätzlich. Laut Coinglass wurden am Samstag 2,4 Milliarden Dollar an Long-Positionen liquidiert, davon 735 Millionen bei Bitcoin. Das war der höchste Wert seit dem 10. Oktober 2025, als es zum größten Liquidierungsereignis der Krypto-Geschichte kam.
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