Kupferkabel: Erster Privatanschluss erreicht 520 MBit/s mit G.fast
Die Telekom Austria hat einen Nutzer in Wien im Normalbetrieb mit 520 MBit/s im Kupferkabelnetz versorgt. Das gab das Unternehmen bekannt(öffnet im neuen Fenster). Die G.fast-Technologie kam vom Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent. Eine Telekom-Austria-Sprecherin erklärte Golem.de: "Wir haben gestern rund 520 MBit/s im Download und rund 110 MBit/s im Upload erreicht."
G.Fast ist eine Technologie, die 1 GBit/s über Kupferkabel ermöglichen soll. Es kommen wesentlich höhere Frequenzen für die Übertragung der Daten zum Einsatz: Das heute handelsübliche VDSL2 der Deutschen Telekom nutzt beispielsweise Frequenzen bis 17 MHz, bei G.Fast sind Frequenzen bis 212 MHz im Gespräch.
Es sei gelungen, den "ersten Kunden mit G.fast an unser Netz anzubinden, mit einer für uns äußerst vielversprechenden Technologie. Damit werden wir im städtischen Bereich schon bald zehn- bis zwanzigmal so hohe Datenraten über Kupferleitungen anbieten können wie bisher", sagte Hannes Ametsreiter, Generaldirektor von A1 und der Telekom Austria Group. "Glasfaser bis in jede Wohnung zu legen, bleibt die langfristige Vision von A1. Bis wir bei Glasfaser jedoch eine ähnliche Verbreitung wie derzeit bei Kupfer erreichen, ist G.fast eine intelligente Übergangstechnologie."
Marcus Grausam, A1-Technikvorstand, erklärte: "Wir führen die Glasfaserleitungen vom A1-Netz bis in den Keller eines Hauses. Von dort aus kommen die bestehenden Kupferkabel zum Einsatz. Die erzielbaren Datenraten mit G.fast werden zumindest in den kommenden zehn bis 20 Jahren auch für sehr anspruchsvolle Haushalte mehr als genug sein."
Da die Länge der Kupferleitungen für G.fast nur höchstens 250 Meter betragen darf, eigne sich diese Technologie für mehrgeschossige Gebäude in Städten. Auf kurzen Distanzen sind Kupferleitungen sehr leistungsfähig, neigen aber bei hohen Datenraten dazu, sich gegenseitig zu stören. Diese Störungen würden mit Vectoring, also durch Berechnung eines Kompensationssignals, weitgehend eliminiert. Da es bei G.fast zu sehr hohen Datenraten kommt, sei dafür eine sehr hohe Rechenleistung notwendig.
G.fast befindet sich bei A1 derzeit noch in der Testphase, mit einer kommerziellen Verfügbarkeit sei ab 2016 zu rechnen.
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