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Kupfer: Diebe erbeuten Kabel an Ladestationen in Deutschland

Der Kupferschrottpreis ist gering, doch das hält Diebe nicht davon ab, Ladeinfrastruktur für Elektroautos zu zerstören und Kabel abzuschneiden.
/ Michael Linden
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Ladesäulen-Hinweis (Bild: Envato)
Ladesäulen-Hinweis Bild: Envato

Für ein Kilogramm Kabelschrott mit einem 70-prozentigen Kupferanteil gibt es derzeit etwa 3,80 Euro(öffnet im neuen Fenster) . Dennoch werden nach einem Bericht des Handelsblatts Ladesäulenbetreiber in Deutschland Opfer von Kabeldiebstählen.

An einem neu entstehenden Ladepark in der Nähe von Hannover entstehen Ladeplätze für 90 Fahrzeuge. Dort wurden am 16. und 18. Mai 2022 etwa 150 Meter Stromkabel abgeschnitten. Der Schaden liegt bei etwa 8.000 Euro.

Wie das Handelsblatt berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wird bei einem kleineren Ladepark für etwa sechs bis acht Autos insgesamt mehr als fünf Tonnen Kupfer für die Kabelwege benötigt, die von den Mittelspannungsstationen hin zu den Ladesäulen führen. Gerade während der Bauphase, in der die Kabel noch nicht unter Spannung stehen, steigt das Diebstahlrisiko. Doch auch bei bereits installierten Säulen werden die Ladekabel entwendet.

Neben der beschädigten Hardware kommen Montagekosten sowie die Kosten eines weiteren Termins zur Eichung der Station hinzu.

Wer zur Argumentation den Preis für Reinkupfer heranzieht, macht indes einen Fehler. Der Kupferpreis ist seit 2020 zwar stark angestiegen, im Mai 2021 erreichte er 10.724,50 US-Dollar je Tonne, doch aktuell liegt er bei einem 52-Wochen-Tief und beträgt etwa 8.773,65 US-Dollar. Doch wer Kupferschrott wie abgeschnittene Kabel verkaufen will, erhält trotz eines hohen Kupferanteils pro Tonne nur 4.300 Euro. Bei geringeren Mengen werden hochgerechnet gar nur 3.800 Euro gezahlt.


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