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Kunpeng 920: Huaweis Desktop-CPU braucht mehr Ökosystem

Langsame CPU -Kerne und ein Linux ohne 32-Bit-Unterstützung sind keine gute Kombination.
/ Marc Sauter
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D920S10-Platine mit Kunpeng 920 2249K (Bild: Youtube)
D920S10-Platine mit Kunpeng 920 2249K Bild: Youtube

Huawei verkauft mit dem D920S10(öffnet im neuen Fenster) eine Desktop-Platine, auf welcher der eigene Kunpeng 920 mit acht Kernen rechnet. Was das System leistet, zeigt der Youtube-Kanal 二斤自制(öffnet im neuen Fenster) , dessen Betreiber sich einen Komplett-PC mit Huawei-Prozessor gekauft haben.

Das D920S10 ist ein Board ähnlich dem µATX-Formfaktor: Es trägt einen verlöteten Kunpeng 920, genauer das 2249K-Modell, sowie vier DDR4-Steckplätze, mehrere PCIe-Gen3-Slots, zwei M.2-Anschlüsse und sechs Sata-Ports. Der 2249K ist eine achtkernige Version des 64-kernigen Kunpeng 920 , den Huawei ursprünglich für Server entworfen hat. Es handelt sich beim Kunpeng 920 um ein ARM-v8.2-basiertes 7-nm-Design mit der Taishan-v110-Mikroarchitektur, welche wiederum eine Weiterentwicklung des Cortex-A72 darstellt.

Laut 二斤自制 läuft auf dem Komplett-PC das chinesische UOS(öffnet im neuen Fenster) (Unity Operating System), eine Linux-Distribution. Diese wurde für den lokalen Markt entwickelt und findet auch bei Systemen mit Zhaoxin-CPUs eine Verwendung. Problematisch ist dabei, dass UOS zwar einen Store unterstützt, das App-Angebot jedoch beschränkt ausfällt und überdies das Unity Operating System keine 32-Bit-Anwendungen unterstützt.

Für den Alltagsbetrieb mit Webbrowsing und leichten Office-Tätigkeiten scheint der achtkernige Kunpeng 920 ausreichend schnell zu sein. Richtig schnell ist die CPU jedoch nicht: Wie Blender zeigt, benötigt der Prozessor fast zwölf Minuten für den BMW27-Benchmark. Ein aktueller Ryzen 7 3700X mit ebenfalls acht Kernen rendert diese Szene in drei Minuten. Der Komplett-PC mit Kunpeng 920 samt 16 GByte RAM, einer Radeon RX 550 (nicht 5500!) und einer 250-GByte-Sata-SSD kostet 7.500 Yuan, das entspricht umgerechnet knapp 950 Euro.

Der Autor meint dazu

Die Kombination aus selbst entwickelter CPU und eigenem Betriebssystem wird vom chinesischen Staat konsequent vorangetrieben, davon profitieren Unternehmen wie Huawei und Zhaoxin. Noch sind die Prozessoren langsam und die Software wenig ausgereift, das dürfte sich aber schnell ändern.


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