Kumpan im Test: Aussehen von gestern, Technik von morgen

Mit der Marke Kumpan Electric wollen drei Brüder aus Remagen den Markt für elektrische Roller erobern. Sie setzen auf den Look der deutschen Wirtschaftswunderjahre, wir haben ein Modell getestet.

Ein Praxistest von Dirk Kunde veröffentlicht am
Elektromotorroller Kumpan Inspire 1954 Ri: Design aus dem Geburtsjahr der Eltern der Gründer
Elektromotorroller Kumpan Inspire 1954 Ri: Design aus dem Geburtsjahr der Eltern der Gründer (Bild: Dirk Kunde)

Helmut Rahn täuscht einen Pass an, doch er zirkelt den Ball direkt in die untere linke Ecke des Tors. Deutschland wird am 4. Juli 1954 mit 3:2 gegen Ungarn Fußball-Weltmeister. Das Wunder von Bern verleiht der Nation neues Selbstbewusstsein und beflügelt das deutsche Wirtschaftswunder. Im selben Jahr kommt die Vespa 150 auf den Markt. Sie wird 25 Jahre lang unverändert gebaut und über eine Million Mal verkauft.

Inhalt:
  1. Kumpan im Test: Aussehen von gestern, Technik von morgen
  2. App als Schlüssel

Die Vespa ist so quasi zu einem Synonym für Motorroller geworden. Das Unternehmen E-Bility aus Remagen möchte das ändern. Seine Elektroroller sehen aus, als seien sie ebenfalls 1954 auf den Markt gekommen, die Jahreszahl steht sogar im Griff. "Es ist das Geburtsjahr unserer Eltern", sagte Patrik Tykesson im Gespräch mit Golem.de. Zudem sei klassisches Design eine gemeinsame Leidenschaft der drei deutsch-schwedischen Brüder.

Patrik, Daniel und Philipp Tykesson gründeten ihr Unternehmen im Jahr 2010. Die erste Idee für einen Markennamen lautete Hummel und nahm damit Bezug auf das große Vorbild Vespa (italienisch für "Wespe"). Die jungen Gründer entschieden sich dann aber um, weil der Roller ein guter Kumpel und ständiger Begleiter sein sollte, eben ein Kumpan.

Herausnehmbare Kraftpakete

Golem.de hat das Einstiegsmodell Kumpan Inspire 1954 Ri (ab knapp 4.000 Euro) getestet. Während die Plastikhülle des Rollers Wirtschaftswunder-Charme versprüht, steht das sieben Zoll große Touch-Display im Lenker für die Gegenwart.

  • Motorroller im Retro-Look: Kumpan Inspire 1954 Ri (Bild: Dirk Kunde)
  • Wir haben den Roller getestet. (Bild: Dirk Kunde)
  • Das Design ist den 1950ern entlehnt...  (Bild: Dirk Kunde)
  • ... und erinnert an die Vespas aus Italien. (Bild: Dirk Kunde)
  • Kumpan kombiniert Retro-Elemente... (Bild: Dirk Kunde)
  • ... mit moderner Technik wie dem Touchdisplay. (Bild: Dirk Kunde)
  • An dem einen Griff befindet sich die Hupe mit Horn-Piktogramm, ... (Bild: Dirk Kunde)
  • ... am anderen der Tempomat. (Bild: Dirk Kunde)
  • Unter der Sitzbank gibt es Stauram sowie einen Schacht für bis zu drei Akkus. (Bild: Dirk Kunde)
  • Die Akkus können entnommen werden. (Bild: Dirk Kunde)
  • Der Roller hat keine Ladeeinrichtung. Geladen wird an der heimischen Steckdose. (Bild: Dirk Kunde)
  • Weniger gut gefallen hat uns, dass das Staufach nicht abschließbar ist ...   (Bild: Dirk Kunde)
  • ... und dass die Fußrasten etwas klein ausfallen. (Bild: Dirk Kunde)
Motorroller im Retro-Look: Kumpan Inspire 1954 Ri (Bild: Dirk Kunde)
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Im Menü wählt der Fahrer neben dem Fahrmodus (Eco, Komfort, Sport, Regen) auch aus, wie laut der Blinker klicken und wie stark die Energie-Rekuperation ausfallen soll. Ich setze beides auf "hoch". Beim Blinker, weil ich ihn sonst nach dem Abbiegen vergesse auszuschalten. Bei der Energie-Rekuperation, weil ich mit meinem Kraftpaket möglichst weit kommen möchte.

Kraftpakete - so nennt Kumpan seine Akkus. Bis zu drei Stück passen unter die Sitzbank, wobei immer nur einer Energie abgibt. Die jeweils 1,4 Kilowattstunden (kWh) sollen für 62 Kilometer Reichweite ausreichen. Bei meiner Fahrweise (oft mit Sozius) lag ich eher zwischen 35 und 50 Kilometern. Das Kraftpaket hat einen praktischen Tragegriff und mit knapp zehn Kilogramm kann man es problemlos in die Wohnung tragen. In Berlin können leere Akkus zudem an den Stationen des Startups Swobbee gegen volle getauscht werden.

An der Schukodose dauert ein vollständiger Ladezyklus rund vier Stunden. Das teurere Modell Iconic 1954 hat einen Ladeanschluss am Roller, so dass er in der Garage oder am Stellplatz geladen wird.

Ein einzelner Akku im Modell Inspire reicht für einen Tag.

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Eheran 10. Jul 2020

Das sind schlicht nicht sinnvoll umsetzbare Anforderungen. Man braucht viele verschiedene...

/mecki78 10. Jul 2020

Und wie tragen die ihre Einkäufe dann bitte in die Wohnung? Und Komfortgrenze ist...

dEEkAy 05. Jul 2020

Du hast das falsch verstanden. Du stellst das Ding ab, nimmst den Akku raus und steckst...

gloqol 05. Jul 2020

Man sollte zum Autoführerschein wieder den 125er Lappen bekommen so wie das bis 1999 oder...

Eheran 04. Jul 2020

Warum gibt es sowas überhaupt zu kaufen? Peinlich.



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