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App als Schlüssel

Mit nur einem Akku gewinnt man zusätzlichen Stauraum unter der Sitzbank und hat einen Gewichtsvorteil. Der Inspire wiegt 82 Kilogramm. Mit drei Kraftpaketen sind es 112 Kilogramm, erlaubt sind gesamt 280. Da kann man sich ausrechnen, wie schwer die beiden Mitfahrer sein dürfen.

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Der Helm passt leider nicht unter den Sitz. Aber es sieht ohnehin lässiger aus, das Café mit Helm unter dem Arm zu betreten. Nur regnen sollte es in der Zeit des Cafébesuchs nicht: Meine Sitzbank nahm das Wasser dankbar auf und gab es später an meine Hose ab.

Der Testroller ist eine Vorserien-Version, so dass derlei hoffentlich noch nachgebessert wird. Gleiches gilt für die Schließmechanismen der Staufächer: Das Fach in der Front und im Boden kann nicht verschlossen werden. Also sollte dort nichts Wertvolles gelassen werden. Die Fußrasten für den Sozius fallen zu klein aus. Zudem rasten sie weder im eingeklappten noch ausgeklappten Zustand ein.

Die Sitzbank ist fest verschlossen, längeres Drücken auf den Startknopf aktiviert beim Abstellen ein Lenkradschloss. Wer keinen Schlüssel bei sich tragen möchte, nutzt die Schlüssel-App von Kumpan zum Starten des Rollers. Erkennt die Bluetooth-Verbindung das Smartphone, kann man den Roller nutzen. Eine Schlüsselweitergabe via App an Freunde ist möglich. Ab dem dritten Quartal 2020 ist die App Kumpan Connect fertig, um auch Ladezustand und Fahrleistungen auszulesen.

E-Roller als erste Wahl

Auf längeren Strecken ist der Tempomat praktisch. Mir half er in Tempo-30-Zonen, denn mit dem Kumpan Inspire ist man häufig schneller unterwegs. Der Nabenmotor im Hinterrad liefert eine direkte Kraftübertragung und ermöglicht sportliche Starts an der Ampel. Der Elektromotor leistet bis zu 4 Kilowatt (kW), ist aber auf 3 kW gedrosselt. Dennoch zeigt der Tacho bis zu 52 km/h an.

  • Motorroller im Retro-Look: Kumpan Inspire 1954 Ri (Bild: Dirk Kunde)
  • Wir haben den Roller getestet. (Bild: Dirk Kunde)
  • Das Design ist den 1950ern entlehnt...  (Bild: Dirk Kunde)
  • ... und erinnert an die Vespas aus Italien. (Bild: Dirk Kunde)
  • Kumpan kombiniert Retro-Elemente... (Bild: Dirk Kunde)
  • ... mit moderner Technik wie dem Touchdisplay. (Bild: Dirk Kunde)
  • An dem einen Griff befindet sich die Hupe mit Horn-Piktogramm, ... (Bild: Dirk Kunde)
  • ... am anderen der Tempomat. (Bild: Dirk Kunde)
  • Unter der Sitzbank gibt es Stauram sowie einen Schacht für bis zu drei Akkus. (Bild: Dirk Kunde)
  • Die Akkus können entnommen werden. (Bild: Dirk Kunde)
  • Der Roller hat keine Ladeeinrichtung. Geladen wird an der heimischen Steckdose. (Bild: Dirk Kunde)
  • Weniger gut gefallen hat uns, dass das Staufach nicht abschließbar ist ...   (Bild: Dirk Kunde)
  • ... und dass die Fußrasten etwas klein ausfallen. (Bild: Dirk Kunde)
Unter der Sitzbank gibt es Stauram sowie einen Schacht für bis zu drei Akkus. (Bild: Dirk Kunde)

Patrik Tykesson kündigte im Gespräch noch eine Sportversion an, die bis zu 100 km/h fährt. Für 2021 ist ein weiteres Modell geplant. Die Führerscheinerweiterung (Klasse A1) auf Motorräder bis 125 ccm Hubraum und unter 11 kW Motorleistung gibt Herstellern wie E-Bility Auftrieb. "Noch ist unsere Klientel etwas älter und vor allem männlich. Sie nutzt den Motorroller meist als Zweitgefährt", sagt Tykesson. Ziel ist es, E-Roller zur ersten Wahl für jüngere Menschen zu machen und als Alternative für Verbrennungsmotoren zu positionieren.

Namhafte Geldgeber

Dazu dient auch die Übernahme von Scrooser im vergangenen Jahr. Das Berliner Startup baut einen Elektroroller, der mit seinen übergroßen Reifen ein Spaßgefährt für die Stadt ist.

Der Kauf war möglich, weil E-Bility finanziell gut aufgestellt ist. Zu den Geldgebern zählt Peter Carlsson, ein ehemaliger Tesla-Manager, der in Schweden unter dem Namen Northvolt derzeit eine Akku-Fertigung aufbaut. Auch die Investoren EIT Innoenergy und 4L Vision sind dabei, beide sind auf nachhaltige Projekte spezialisiert. Über Companisto wickelten die Gründer eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne ab.

Auch für Sharing-Anbieter

Das Unternehmen mit 65 Mitarbeitern entwickelt und fertigt seine Roller komplett in Deutschland. Die Brüder haben die Unternehmensleitung so aufgeteilt, dass Patrik als Chef die Produktentwicklung verantwortet. Daniel ist Herr über die Finanzen. Philipp, der jüngste der drei, leitet Marketing und Vertrieb. Letzteres erfolgt über die Webseite sowie klassische Zweirad-Händler.

E-Bility bietet seine E-Roller auch Sharing-Anbietern an und liefert dazu passende Software für das Flotten-Management. Ein Kumpan enthält aktuell 18 Sensorikmodule, die aus der Ferne abgefragt werden können. Das erleichtert Betrieb und Wartung.

Aber auch Privatkunden profitieren davon: Sollte ein Roller entwendet werden, kann ihn der Hersteller über ein Telemetrie-Modul aus der Ferne orten. Das gilt auch für die Kraftpakete. Moderne Technik im Retro-Design - mit dieser Verbindung wollen sich die Tykesson-Brüder in der rheinland-pfälzischen Provinz eine gute Position im E-Rollermarkt erarbeiten.

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 Kumpan im Test: Aussehen von gestern, Technik von morgen
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Eheran 10. Jul 2020

Das sind schlicht nicht sinnvoll umsetzbare Anforderungen. Man braucht viele verschiedene...

/mecki78 10. Jul 2020

Und wie tragen die ihre Einkäufe dann bitte in die Wohnung? Und Komfortgrenze ist...

dEEkAy 05. Jul 2020

Du hast das falsch verstanden. Du stellst das Ding ab, nimmst den Akku raus und steckst...

gloqol 05. Jul 2020

Man sollte zum Autoführerschein wieder den 125er Lappen bekommen so wie das bis 1999 oder...

Eheran 04. Jul 2020

Warum gibt es sowas überhaupt zu kaufen? Peinlich.


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