Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Künstliche Intelligenz: US-Regierung kontrolliert Freigabe von GPT 5.6

OpenAI gibt das KI-Modell GPT 5.6 auf Druck der US-Regierung vorerst nur für ausgewählte Partner frei.
/ Nils Matthiesen
7 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
US-Regierung prüft GPT 5.6 (Bild: Imen Ben Youssef / Hans Lucas / AFP via Getty Images)
US-Regierung prüft GPT 5.6 Bild: Imen Ben Youssef / Hans Lucas / AFP via Getty Images

OpenAI plant die Veröffentlichung seines neuesten Modells GPT 5.6 anders als frühere Versionen. Das Unternehmen stellt das Modell nicht direkt der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Berichten von The Information(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge erfolgt die Weitergabe stattdessen nur an eine ausgewählte Gruppe enger Partner. Grund dafür sind Vorgaben der Trump-Administration. Auslöser für das staatliche Eingreifen sind die Fähigkeiten von GPT 5.6, die denen des Modells Claude Mythos von Anthropic ähneln.

Bei einer internen Versammlung erklärte demnach CEO Sam Altman der Belegschaft, dass die Regierung den Zugang während einer Preview-Phase für jeden Kunden einzeln prüfen und genehmigen wird. Bei einem erfolgreichen Verlauf dieser eingeschränkten Testphase hofft OpenAI, das Modell einige Wochen später allgemein zu veröffentlichen.

Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden

Mitarbeiter von OpenAI arbeiteten bei der Vorbereitung der anstehenden Veröffentlichung eng mit Regierungsstellen zusammen. Zu den beteiligten Behörden, welche die eingeschränkte Freigabe forderten, gehören das Office of the National Cyber Director und das Office of Science and Technology Policy. Die Trump-Administration forderte in den vergangenen Monaten eine stärkere staatliche Aufsicht über neue KI-Modelle. Zudem unterzeichnete der US-Präsident ein Dekret, das bestimmte KI-Unternehmen dazu auffordert, neue Modelle vor der Veröffentlichung freiwillig zur Überprüfung einzureichen.

Die US-Regierung greift damit zunehmend direkt in den Markt ein. Am 12. Juni zwang das Commerce Department das Konkurrenzunternehmen Anthropic per Exportkontrolldirektive, die Modelle Fable 5 und Mythos 5 komplett abzuschalten.

Sicherheitsbedenken bei Cyber-Werkzeugen

Die ursprüngliche Zurückhaltung einer Vorabversion von Mythos im Rahmen des Programms Project Glasswing erfolgte seitens Anthropic noch freiwillig. Das Unternehmen argumentierte, das Modell sei zu mächtig für eine breite Veröffentlichung, weil es Software-Schwachstellen identifizieren und ausnutzen kann. Das Konsortium Project Glasswing(öffnet im neuen Fenster) umfasste von Anfang an rund 50 Partnerorganisationen, darunter AWS, Apple, Google und Microsoft. Anthropic machte zudem technische Details zu einer Teilmenge der gefundenen und bereits geschlossenen Schwachstellen öffentlich.

Große Sprachmodelle eignen sich nach Fachkonsens zum Schreiben von Schadsoftware. Die Befürchtung bei hoch entwickelten Werkzeugen liegt darin, dass sie Software-Schwachstellen mit hoher Geschwindigkeit identifizieren und ausnutzen können. Da die neuen Modelle für die breite Öffentlichkeit gesperrt bleiben, lässt sich das genaue Ausmaß der Bedrohung derzeit schwer unabhängig überprüfen.


Relevante Themen