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Künstliche Intelligenz: Südkorea plant kostenlosen KI-Zugang für alle Bürger

Ein neues staatliches Projekt in Südkorea soll allen Einwohnern kostenlosen und unbegrenzten Zugang zu Chatbots und KI-Assistenten bieten.
/ Nils Matthiesen
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Südkorea plant eine kostenlose staatliche KI. (Bild: aboodi vesakaran / Pexels)
Südkorea plant eine kostenlose staatliche KI. Bild: aboodi vesakaran / Pexels

Wie Asiatoday(öffnet im neuen Fenster) berichtet, hat das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft und ICT eine öffentliche Ausschreibung für das Projekt AI for Everyone gestartet. Bis zum 11. August 2026 können private Unternehmen Vorschläge für einen staatlich geförderten Dienst einreichen, der allen Bürgern des Landes kostenlosen und unbegrenzten Zugang zu einem KI-Chatbot bietet.

Infrastruktur statt kommerzielles Produkt

Das Ministerium wählt dann zwei oder drei private Betreiber aus, die bereits Erfahrungen mit direkt an die Öffentlichkeit gerichteten Diensten haben. Die ausgewählten Unternehmen sollen bis Ende des Jahres einen ersten Dienst starten, nachdem im September eine Testphase beginnt. Der stellvertretende Premierminister und Minister für Wissenschaft und IKT, Bae Kyung-hoon, bezeichnete den Dienst als "Taschenrechner und Computer des KI-Zeitalters". Ziel ist die Schaffung einer KI-Basisgesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von Einkommen, Alter oder digitaler Kompetenz Zugang zu der Technologie haben.

Der Dienst soll einen kostenlosen, universellen Chatbot sowie einen digitalen Verwaltungsassistenten umfassen. Dieser Assistent soll relevante staatliche Hilfen und Programme für Nutzer identifizieren, sie vorab benachrichtigen und bei Anträgen unterstützen. Um die heimische Branche zu stärken, müssen Entwickler für mindestens 50 Prozent des Systems südkoreanische KI-Modelle nutzen, die den staatlichen Standards für Basismodelle entsprechen.

Nvidia-GPUs als Anschubfinanzierung

Die Regierung stellt den ausgewählten Unternehmen insgesamt 512 Nvidia-B200-Grafikprozessoren zur Verfügung. Ab dem Jahr 2027 unterstützt der Staat die Betriebskosten des Dienstes und die GPU-Betriebskosten finanziell. Diese Förderung soll bis Ende 2030 laufen. Die teilnehmenden Unternehmen müssen im Gegenzug eigene finanzielle Mittel einbringen.

Mit dem Projekt will die Regierung einer sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheit entgegenwirken. Eine staatliche Umfrage zeigt, dass bisher nur 31,9 Prozent der digital benachteiligten Gruppen wie ältere Menschen oder Personen mit geringem Einkommen Erfahrung mit KI-Diensten haben. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Anteil bei 59,4 Prozent. Ab 2027 soll der Dienst schrittweise zu einem persönlichen KI-Assistenten für jeden Bürger ausgebaut werden.


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