Künstliche Intelligenz: Stanford-Bericht zeigt große Unterschiede bei KI-Akzeptanz
Die Einschätzungen zur Entwicklung der künstlichen Intelligenz driften immer weiter auseinander. Während Fachleute aus der Industrie das Potenzial der Technologie loben, nimmt die Skepsis in der breiten Öffentlichkeit massiv zu. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Stanford University(öffnet im neuen Fenster) zur KI-Industrie hervor. Besonders in den USA wachsen die Sorgen um die Auswirkungen auf zentrale gesellschaftliche Bereiche wie den Arbeitsmarkt, die medizinische Versorgung und die allgemeine Wirtschaftslage.
Interessanterweise ist die negative Stimmung vor allem bei der Generation Z (etwa 14 bis 29 Jahre alt) ausgeprägt. Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage(öffnet im neuen Fenster) sind junge Menschen zunehmend hoffnungsloser und sogar verärgert über die technologische Entwicklung, obwohl rund die Hälfte dieser Altersgruppe KI-Tools bereits täglich oder zumindest wöchentlich nutzt.
Die Tech-Branche zeigt sich von dieser Gegenreaktion teilweise überrascht. Während Führungskräfte sich primär auf die Verwaltung einer theoretischen Superintelligenz (AGI) konzentrieren, sorgen sich normale Bürger eher um ihre Gehaltsabrechnung oder steigende Stromkosten durch energieintensive Rechenzentren.
Experten und Bürger bei Job-Fragen uneins
Wie tief der Graben ist, zeigen die Zahlen von Pew Research(öffnet im neuen Fenster) im Stanford-Bericht. Nur 10 Prozent der US-Amerikaner gaben an, eher begeistert als besorgt über KI im Alltag zu sein. Im Gegensatz dazu glauben 56 Prozent der Experten an positive Auswirkungen in den nächsten zwei Jahrzehnten. Besonders deutlich wird dies bei der Medizin: 84 Prozent der Experten erwarten hier Fortschritte, aber nur 44 Prozent der Bürger teilen diese Ansicht.
Beim Thema Arbeit ist die Diskrepanz am größten: 73 Prozent der Fachleute blicken positiv auf die Veränderung der Arbeitswelt, während dies nur 23 Prozent der Bevölkerung tun. 64 Prozent der US-Bürger glauben sogar, KI werde in den nächsten 20 Jahren zu weniger Jobs führen. Auch das Vertrauen in die staatliche Regulierung ist gering: Nur 31 Prozent der US-Bürger trauen ihrer Regierung eine verantwortungsvolle Regulierung zu. Zum Vergleich: In Singapur liegt dieser Wert bei 81 Prozent.
Trotz der Ängste stieg die globale Zustimmung zu KI-Produkten leicht von 55 Prozent im Jahr 2024 auf 59 Prozent im Jahr 2025. Gleichzeitig wuchs jedoch der Anteil derer, die angaben, KI mache sie "nervös", auf 52 Prozent an.
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