Künstliche Intelligenz: Roboter-Blindenhund mit Stimme
Forscher der Binghamton University(öffnet im neuen Fenster) haben einen Roboter-Blindenhund entwickelt, der mithilfe großer Sprachmodelle mit seinen Nutzern kommuniziert. Statt wie früher auf Leinenzüge zu reagieren, versteht und beantwortet das System gesprochene Befehle – und gibt eigenständig Auskunft über Route und Umgebung.
Vor dem Loslaufen schlägt der Roboter mehrere Routen zur gewählten Destination vor, inklusive geschätzter Reisezeiten. Sobald der Nutzer eine Option auswählt, übernimmt das System die Führung – und beschreibt dabei kontinuierlich Gänge, Hindernisse und andere relevante Details.
Die Forscher nennen das "Plan Verbalization" und "Scene Verbalization". Projektleiter Shiqi Zhang betont, dass situatives Bewusstsein ohne Sehvermögen stark eingeschränkt ist – die sprachliche Rückmeldung sei daher kein Zusatz, sondern ein Kernelement des Systems.
Test mit blinden Probanden
Sieben rechtlich blinde Teilnehmer navigierten mit dem Roboterhund durch eine Büroumgebung mit mehreren Räumen. Das Feedback fiel deutlich positiver aus als erwartet: Die Kombination aus vorausschauender Routenerklärung und Echtzeit-Kommentar sei die bevorzugte Konfiguration gewesen. Zhang beschreibt die Reaktion der Teilnehmer als echte Begeisterung – viele hätten Folgefragen gestellt und unmittelbar das Potenzial der Technologie erkannt.
Nächste Schritte
Das Team plant weitere Nutzerstudien, mehr Systemautonomie und Tests auf längeren Strecken in Innen- und Außenbereichen. Die Studie mit dem Titel From Woofs to Words: Towards Intelligent Robotic Guide Dogs with Verbal Communication wurde 2026 auf der 40. AAAI Conference on Artificial Intelligence vorgestellt. Ob Roboterhunde jemals das Vertrauen ersetzen können, das echte Tiere nach jahrelangem Training genießen, bleibt offen – als ergänzendes Hilfsmittel oder Alternative für Menschen, die keinen biologischen Blindenhund halten können, zeigt das Binghamton-System jedenfalls vielversprechende Ansätze.
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